Die Woche in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Haben Sie Ihre Unterlagen für die Abstimmungen vom 14. Juni bereits erhalten und zurückgeschickt? Die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer dürften die Begrenzung der Einwanderung erneut mit einem deutlich grösseren Vorsprung ablehnen als ihre Landsleute in der Schweiz.
Am Mittwoch schlug die US-Regierung unter Präsident Trump neue Strafzölle gegen rund 60 Handelspartner vor, darunter 12,5% für die Schweiz sowie 10% für die Europäische Union, das Vereinigte Königreich und Kanada.
Washington wirft den betroffenen Ländern vor, nicht genug gegen den Import von Waren zu unternehmen, die unter Einsatz von Zwangsarbeit hergestellt wurden. Das Schweizer Wirtschaftsministerium wies die Vorwürfe «vehement» zurück, der Schweizer Wirtschaftsdachverband Economiesuisse bezeichnete die Behauptungen als «völlig unbegründet».
Laut Economiesuisse stellen die jüngsten Zolldrohungen aus Washington zwar eine Belastung für Schweizer Unternehmen dar, sind aber weniger schwerwiegend als frühere Runden von Strafzöllen. Am letzten 1. August, dem Schweizer Nationalfeiertag, hatte Trump Zölle von 39% auf Schweizer und 15% auf Waren aus der EU verhängt. «Das war der eigentliche Schlag», sagt Rudolf Minsch, Chefökonom von Economiesuisse, und fügt hinzu, dass solch grosse Lücken kaum zu kompensieren seien.
In Reaktion auf die jüngste Zollankündigung schrieb die Neue Zürcher Zeitung (NZZ), die Schweiz bleibe ein «leichtes Ziel» für Trump. «Wenn er sich mit China oder der EU anlegt, muss er mit Gegenmassnahmen rechnen, die auch amerikanische Firmen schmerzen, weil China und Europa grosse Absatzmärkte sind», schrieb die Zeitung am Donnerstag. «Die Schweiz hingegen ist klein und relativ unbedeutend. Sie droht im Sommer, wenn die Verhandlungen auf ihre Endphase zusteuern, wieder da zu stehen, wo sie am vergangenen 1. August schon stand: gedemütigt und getroffen vom Zollhammer des US-Präsidenten Trump. Dieses Trauma sollte sich nicht wiederholen.»
Gemäss der jüngsten Umfrage werden die Schweizer Stimmberechtigten die 10-Millionen-Initiative voraussichtlich ablehnen. Die zweite Vorlage vom 14. Juni zur Zivildienstpflicht wird laut SRF jedoch zum «Krimi».
Die zweite Umfrage der SRG vor der Abstimmung vom 14. Juni zeigte am Mittwoch, dass die Gegnerschaft der Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» an Boden gewonnen hat: 52% der Befragten gaben an, die Initiative zur Begrenzung der Schweizer Bevölkerung auf zehn Millionen Menschen bis 2050 (derzeit rund 9,1 Millionen) abzulehnen, während 45% dafür stimmen würden. Der Rest war unentschlossen oder hat keine Antwort gegeben.
Die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer würden die Initiative noch deutlicher ablehnen – mit 63% Nein. Lukas Golder, Politikwissenschaftler am Institut gfs.bern, das die Umfrage für die SRG durchgeführt hat, hielt fest, dass sie vom Freizügigkeitsabkommen mit der Europäischen Union profitieren würden.
Bei der Änderung des Zivildienstgesetzes fällt das Stimmverhältnis in der Umfrage knapper aus. Diese würde strengere Voraussetzungen für den Zugang zum Zivildienst einführen, um die Grösse der Armee zu sichern. Die Zustimmung ist auf 48% gesunken, während 46% dagegen sind. Bei den im Ausland lebenden Stimmberechtigten ist das Bild ähnlich, wobei der Anteil der Unentschlossenen höher bleibt.
Die Opferhilfe-Hotline 142 erhält täglich rund 100 Anrufe, hauptsächlich von Frauen. Diese neue Anlaufstelle für von Gewalt betroffene Menschen ist seit dem 1. Mai in Betrieb.
Ein wiederkehrendes Thema in den Gesprächen sind Scham und Selbstzweifel, wie der SRF News am Dienstag berichtete. «Viele Frauen sagen: Ich bin eine selbstbewusste Frau, ich habe studiert – und jetzt ist mir das passiert», sagte die Telefonberaterin Ursula Frisch gegenüber SRF. «Das hat nichts mit Status oder Bildung zu tun. Gewalt kann jede Person treffen.«
Die Hotline richtet sich an alle Betroffenen – Männer und Frauen sowie Minderjährige, unabhängig davon, ob es sich um psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt handelt. Auch Angehörige können sich beraten lassen. Die Beraterinnen und Berater betonen, dass sich auch diejenigen melden sollen, die unsicher sind, ob 142 die richtige Anlaufstelle für sie ist.
Ausserdem hat der Nationalrat am Mittwoch einen Regierungsvorschlag zur Verbesserung der Unterstützung für Gewaltopfer gebilligt, der den Zugang zu forensisch-medizinischer Versorgung gewährleisten und die Notunterkünfte im ganzen Land ausbauen soll.
Schweizer Fussballfans können aufatmen: Stürmerstar Breel Embolo hat endlich ein US-Visum erhalten, um zur Fussball-WM 2026 in die USA reisen zu können, die am Donnerstag beginnt.
Das Drama begann am Dienstag auf dem Flughafen Zürich. Während der Rest des Schweizer Kaders das Flugzeug nach Los Angeles bestieg, machte sich Embolo auf den Weg nach Bern, um ein Visum zu beantragen, da seine ESTA-Reisegenehmigung kurz vor dem Abflug als problematisch eingestuft worden war.
«Embolos annullierte Reisegenehmigung brachte die Nationalmannschaft in eine schwierige Lage», berichtete SRF News am Mittwoch. Laut dem Schweizerischen Fussballverband (SFV) waren alle ESTA-Anträge, einschliesslich desjenigen von Embolo, am Abreisetag als genehmigt vermerkt worden – doch «die Situation änderte sich am Flughafen». Zweieinhalb Stunden vor dem Abflug forderten die US-Behörden Klärungen bezüglich Embolo.
Der Hintergrund: Embolo, der in 86 Länderspielen 24 Tore für die Schweiz erzielt hat, war im vergangenen Jahr wegen mehrfacher Drohungen im Zusammenhang mit einem Vorfall aus dem Jahr 2018 zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt worden – ein Urteil, das später in der Berufung bestätigt wurde. «Die Nachfragen der Botschaft konzentrierten sich gezielt auf die Frage, ob körperliche Gewalt im Spiel gewesen sei», so der SFV. «Dies war nicht der Fall.»
Das grüne Licht kam schliesslich am späten Donnerstagabend. «Wir wurden soeben darüber informiert, dass das Visum von Breel Embolo genehmigt wurde», erklärte ein erleichterter SFV. «Er wird daher morgen, Freitag, in die Vereinigten Staaten reisen können. Es wird erwartet, dass er am Freitagabend [Ortszeit USA] zur Mannschaft stösst.» Das erste Spiel der Schweiz findet am 13. Juni gegen Katar statt.
Die kommende Woche
Das Bundesamt für Statistik veröffentlicht am Dienstag seine Opferhilfezahlen für 2025, aufgeschlüsselt nach Geschlecht, Alter, Nationalität, Delikt, Täter-Opfer-Beziehung und Kanton. Zudem werden Statistiken zu Unterstützung und Entschädigung bereitgestellt.
Am Donnerstag beginnt die Fussball-Weltmeisterschaft 2026 der Männer in den USA, Mexiko und Kanada. Die Schweiz bestreitet ihre drei Gruppenspiele in den USA, gegen Katar (13. Juni), Bosnien und Herzegowina (18. Juni) sowie Kanada (24. Juni). Alle Spiele finden um 21:00 Uhr Schweizer Zeit statt.
Am Sonntag, den 14. Juni, sind die Schweizerinnen und Schweizer zur Abstimmung aufgerufen – wie im Durchschnitt viermal pro Jahr. Auf Bundesebene stehen wie erwähnt zwei Themen zur Abstimmung: die Begrenzung der Schweizer Bevölkerung auf zehn Millionen Menschen bis 2050 sowie die Verschärfung der Bedingungen für den Zugang zum Zivildienst, um die Armeebestände zu sichern.
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