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Ein neuer Typ Botschaft

Giannis Mavris

Liebe Leserin, lieber Leser

Für eine Weile arbeitete ich auf der Schweizer Botschaft in Athen. Damals befand sie sich auf drei Stockwerken eines Mehrfamilienhauses, zentral, aber doch ruhig gelegen neben einem Kloster.

Meine früheren Kolleginnen und Kollegen (anders als das diplomatische und konsularische Personal rotieren die lokalen Angestellten nicht) haben Anfang Juni nun ein neues Botschaftsgebäude erhalten – noch zentraler, in der altehrwürdigen Plaka, unterhalb der Akropolis.

Das Besondere daran ist aber nicht die Lage, sondern dass neben der Botschaft am gleichen Ort auch die Schweizerische Archäologische Schule in Griechenland (ESAG) und die Kulturstiftung Flux Laboratories untergebracht sind. Dieses sogenannte «Maison suisse» sei somit mehr als ein Verwaltungsgebäude, wie mir das Schweizer Aussenministerium (EDA) auf Anfrage hin schrieb: «Es versteht sich als Schweizer Haus der Kultur, der Forschung und der Diplomatie.»

Das ist eine Neuheit im diplomatischen Aussennetz der Schweiz. Kurzzeitig sind solche Formate zwar üblich, etwa bei Weltausstellungen oder Olympiaden. Auch gibt es Einrichtungen wie beispielsweise das Palazzo Trevisan in Venedig, das als schweizerische Plattform für Kultur und Forschung dient. Die sind allerdings nicht Botschaften.

Ob das «Maison suisse» in anderen Ländern Schule machen wird, ist noch unklar. Beim EDA scheint man jedoch dafür aufgeschlossen zu sein: Synergien zwischen Diplomatie, Wissenschaft und Kultur zu nutzen, passten gut zur heutigen Schweizer Aussenpolitik, heisst es. Und Möglichkeiten sollte es wohl einige geben: Die Schweiz hat ein vergleichsweise grosses und dichtes Netz an Vertretungen im Ausland – mit über 170 Aussenstellen rangiert sie unter den Top-20 weltweit.

Von meinem früheren Büro aus hatte ich gute Sicht auf das Kloster. Ob man von den neuen Büros aus auch tatsächlich Sicht auf die Akropolis hat? Da könnte ich beinahe bereuen, dass ich Journalist geworden bin…

Haben Sie interessante Erfahrungen auf einer Botschaft gemacht? Sie können mir wie immer schreiben auf giannis.mavris@swissinfo.ch

Mit freundlichen Grüssen,

Giannis Mavris

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