Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Sagt Ihnen Mitholz im Berner Kandertal etwas? In dem 170-Seelen Dorf passiert gerade Einzigartiges: Die Bewohner erfuhren am Dienstagabend, dass sie ihr Dorf für zehn Jahre verlassen müssen. Der Grund: Die Räumung eines in der Nähe liegenden Munitionslagers.
Liebe Grüsse aus Bern
Das hat es in der Schweiz noch nie gegeben: Wegen der Räumung von verschütteten Resten eines vor 72 Jahren explodierten Munitionslagers müssen die Bewohner von Mitholz im Berner Oberland ihre Häuser für mindestens zehn Jahre verlassen.
Betroffen sind 170 Personen in rund 50 Haushalten. Bundesrätin Viola Amherd persönlich überbrachte die Hiobsbotschaft am Dienstagabend in der Turnhalle von Kandergrund persönlich. «Damit ist die Hoffnung, dass alles nicht so schlimm wird, gestorben», sagte Gemeindepräsident Roman Lanz.
Rund 3500 Tonnen Munition werden im Berginnern vermutet. Unter den Rückständen finden sich hauptsächlich Artilleriegranaten und Bomben bis zu 50 Kilogramm. Die Armee will den Stollen räumen. Der Zugriff auf die Munition und somit die Evakuation des Dorfes soll frühestens 2031 beginnen.
Die Bewohner von Mitholz können nun in einem Fragebogen ihre Meinung zu den Plänen des Bundes kundtun. Einige wollen wegziehen, andere wiederkommen. Eines steht fest: Die Mitholzer und Mitholzerinnen stehen vor einer ungewissen Zukunft.
- Nau.ch hat mit Bundesrätin Amherd gesprochen und lässt Bewohner in kurzen Video-ClipsExterner Link zu Wort kommen.
- In der Turnhalle mit dabei war auch Der Bund (Paywall): «Die Reaktionen reichen von Wut bis RatlosigkeitExterner Link«.
- «Mitholz wird zum GeisterdorfExterner Link«, titelt der Blick seine Berichterstattung.
- Im Dezember 1947 kam es im Munitionslager Mitholz zu mehreren ExplosionenExterner Link. SRF blickt mit Bildern und in einem News-Clip zurück auf das Unglück.
Seit gestern hat auch die Schweiz ihren ersten Fall des neuen Corona-Virus, wir haben im Briefing darüber berichtet. Im Kanton Neuenburg wurden heute mehrere Verdachtsfälle gemeldet. Der Bund startet eine grosse Hygiene-Kampagne.
Unter anderem sollen auffallende Plakate die Kernbotschaft «Händewaschen, Niesen und Husten in die Ellbogen oder ins Taschentuch, das Taschentuch richtig entsorgen» unter die Bevölkerung bringen. Die Kampagne soll Ende Woche lanciert werden.
Vor radikaleren Massnahmen wie beispielsweise einem Verbot von Grossveranstaltungen sehen die Schweizer Gesundheitsbehörden vorerst ab. Eine Verschärfung wäre angebracht, «wenn wir nicht mehr wissen, wo und wie sich die Leute anstecken», sagt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit.
Wegen des Corona-Virus droht ein Medikamenten-Engpass in der Schweiz. Denn Medikamente und Wirkstoffe der Grundversorgung kommen zu 80% aus China. Das Virus stört den Warenfluss. Nun werden in der Schweiz Rufe laut, sich langfristig aus dieser Abhängigkeit zu lösen.
- Mehr über Chinas Medikamenten-MonopolExterner Link und die Folgen erfahren Sie bei SRF.
- Erfahren Sie auf SRF mehr zur vom Bund lancierten Hygiene-KampagneExterner Link.
- Die NZZ hat mit einem EpidemienforscherExterner Link gesprochen, der den Bund kritisiert.
- Ansteckungsgefahr und SterblichkeitsrateExterner Link: aktuelle Erkenntnisse finden Sie bei SRF.
Wegen des Corona-Virus ist der Auslandschweizer-Klub in Mailand seit Tagen geschlossen. TeleZüri hat den Generalsekretär Rolf Strotz in der norditalienischen Stadt getroffen und mit ihm gesprochen.
Der Schweizer Klub in Mailand zählt 650 Mitglieder. Alle Veranstaltungen, darunter eine Buchpräsentation und ein Abendessen, wurden wegen des Virus abgesagt.
Rolf Strotz rechnet nicht damit, dass die Massnahmen der italienischen Regierung länger dauern. Er will die abgesagten Veranstaltungen in ein bis zwei Wochen nachholen.
- Hier geht es zum Video von TeleZüri aus MailandExterner Link (Dialekt).
- 2012 berichteten wir ausführlich über den Schweizer Verein von Mailand.
- Im vergangenen Herbst feierte die Schweizer Schule in Mailand ihr 100-jähriges Bestehen.
Die Schulbehörden im Kanton Freiburg wollen, dass Jugendliche der Mittelschule ab Herbst ihren eigenen Laptop mitbringen. Dieses Projekt sorgt für rote Köpfe – nicht so aber in der Deutschschweiz.
Die Kritiker des Projekts mit dem Namen BYOD prangern vor allem Gesundheitsrisiken, eine negative Auswirkung auf die Unterrichtsqualität und die Kosten an. Eltern und Lehrpersonen haben eine Petition gestartet und bereits mehr als 1500 Unterschriften gesammelt.
Mein Kollege Olivier Pauchard hat mit dem Verantwortlichen des kantonalen Amts für Unterricht der Sekundarstufe II gesprochen. François Piccand sagt, es handle sich um ein bescheidenes Projekt und er habe nicht mit einem solchen Aufschrei gerechnet.
In der Deutschschweiz wird BYOD bereits in 13 Kantonen umgesetzt – ohne dass dies für grossen Wirbel gesorgt hätte. Piccand kann sich diesen Unterschied schlecht erklären. Er glaubt, dass die Deutschschweiz pragmatischer mit der Informatik in den Schulen umgehe.
- Hier können Sie das ganze Gespräch mit François Piccand lesen.
- Die Luzerner Zeitung hat im vergangenen Oktober Kanti- und Berufsschüler besucht, die neu mit dem Laptop arbeiten. Ob ihnen das gefällt, erfahren Sie hierExterner Link.
- Nicht nur die Informatik in den Schulen gibt hierzulande zu reden: Offenbar unterrichten immer mehr Eltern in der Schweiz ihre Kinder zu Hause. Meine Kollegin Isobel Leybold hat im vergangenen November darüber geschrieben.
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