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Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Leben Sie im EU-Raum? Dann hätte eine Kündigung der Personenfreizügigkeit direkte Folgen für Sie. In der Schweiz wird darüber aber kaum debattiert.

Herzliche Grüsse

Bei der Begrenzungs-Initiative steht vor allem die Einwanderung in die Schweiz im Fokus. Sollte die Personenfreizügigkeit jedoch tatsächlich gekündigt werden, hätte dies auch direkte Folgen für die zahlreichen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer im EU/EFTA-Raum.

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Etwa 460’000 Schweizerinnen und Schweizer leben in einem EU-Land. Würde am 27. September die Kündigungs-Initiative der SVP angenommen, wären sie vom möglichen Ende des bilateralen Wegs direkt betroffen.

Die Organisation der Auslandschweizer hat in einer Stellungnahme mit deutlichen Worten nicht gespart: Die Folgen einer Annahme wären für sie «eine Katastrophe».

In der öffentlichen Debatte spielen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer jedoch eine unbedeutende Rolle. Selbst im Argumentarium des Initiativkomitees, das sich im Abstimmungsbüchlein befindet, geht es einzig um die Einwanderung in die Schweiz – und nicht um die umgekehrte Richtung.

Die Schweizer Bevölkerung wächst und wächst. Für das kleine alpine Land wird bis 2050 ein Anstieg von heute 8.7 Millionen auf über 10 Millionen Einwohner prognostiziert. Hat die Schweiz dafür Platz? Wir schauen uns die Zahlen an.

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Europa hat im globalen Vergleich eine eherhohe Bevölkerungsdichte. Die Schweiz hat dabei nochmals deutlich mehr Einwohner pro km2 als der Durchschnitt der EU. Allerdings wohnen die Einwohner in Südasien, insbesondere in Indien, noch viel näher aufeinander.

Die topografischen Gegebenheiten der Schweiz mit ihren Bergen und Seen sorgen dafür, dass grosse Flächen gar nicht besiedelbar sind. «Wenn man den besiedelbaren Raum vergleicht, ist die Schweiz eher dicht besiedelt», sagt Damian Jerjen, Direktor vom Schweizer Verband für Raumplanung EspaceSuisse, gegenüber swissinfo.ch.

Das SRF hat durchgerechnet, wie viele Einwohner die Schweiz hätte, wenn die Agglomerationen der grossen Städte eine ähnliche Bevölkerungsdichte wie die Agglomeration Groot-Amsterdam hätte. Resultat: In der Schweiz hätte es Platz für über 17 Millionen Einwohner.

Homeoffice
Keystone / Sebastian Gollnow

Die Coronavirus-Krise könnte laut der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) einen interessanten Effekt auf die Arbeitswelt haben: Unternehmen könnten verstärkt auf Freelancer setzen – und diese müssten nicht unbedingt in der Schweiz arbeiten.

Die Coronavirus-Krise schüttelt den Schweizer Arbeitsmarkt durch: Rund 50’000 Arbeitsplätze in der Schweiz gingen verloren. Schätzungsweise 16 bis 18% der Erwerbstätigen sind noch immer von Kurzarbeit betroffen. Viele Arbeitnehmende arbeiten weiterhin im Home-Office.

In der Krise hat sich der Trend zu flexiblem Arbeiten deutlich akzentuiert. Das bestätigte mehrere Experten gegenüber der NZZ. Laut Pascal Scheiwiller, Geschäftsführer von Rundstedt & Partner Schweiz, haben Tendenzen wie vermehrte Flexibilisierung, Effizienzsteigerung, Unverbindlichkeit und abnehmende Loyalität einen beachtlichen Schub erhalten.

Und Monica Dell’Anna, Chefin der Adecco-Gruppe Schweiz, sagte: Die positiven Erfahrungen beim Home-Office würden dazu beitragen, dass Unternehmen Tätigkeiten vermehrt auslagerten. Ob es in Zukunft aber tatsächlich zu vermehrten Verlagerungen von Arbeitsplätzen kommen wird, hält die NZZ für fraglich. Es gebe auch einen Gegentrend des Insourcing.

Häuser
Keystone / Gian Ehrenzeller

Die Weltwoche porträtiert in der aktuellen Ausgabe die Ostschweiz. Diese sei ein heimlicher Champion, der sich international behaupten könne.

«Östlich von Winterthur hört die Schweiz auf, so das Klischee», schreibt der Unternehmer Konrad Hummler in der Weltwoche. Es sei wohlfeil, die Ostschweiz als rückständig und strukturell schwach hinzustellen. Dabei treffe das in vieler Hinsicht nicht zu.

Was hingegen stimme: Die Ostschweiz verschaffe sich kaum beziehungsweise ohne viel Erfolg Gehör auf nationaler Ebene. Die entsandten Magistratspersonen wirkten eher blass und darauf erpicht, es allen recht zu machen, so Hummler.

Der Autor empfiehlt daher das Überspringen des nationalen Levels und die Ausrichtung der Tätigkeiten auf die globale Ebene. Wer die Ostschweizer Wirtschaft ein wenig kenne, wisse um die vielen, zum Teil versteckten Global Player bei Unternehmungen jeglicher Grössenordnung.

Historisches Bild Tunnel
Keystone / Str

Vor 40 Jahren fuhr das erste Auto durch den Gotthard. Auch wenn er erst ein Jahrhundert nach dem ersten Eisenbahntunnel erbaut wurde, war der Gotthard-Strassentunnel bei seiner Eröffnung aus technischer Sicht ein beispielloses Werk. Aber nicht alle waren froh darüber.

Der Gotthard-Strassentunnel galt als das letzte Stück, das die Autobahnverbindung zwischen Nord- und Südeuropa vollendete. Die Arbeiten am Gotthard nahmen zehn Jahre in Anspruch.

Aber nicht alle waren glücklich über den neuen Tunnel: In Faido etwa hatte man nicht nur Angst vor Umweltverschmutzung und Vibrationen, sondern es war auch schwierig, die Strasse zu überqueren.

Die Zahlen bestätigten die subjektive Wahrnehmung: Im September 1980 nahm der Verkehr (PKW und LKW) auf der Gotthardachse im Tessin im Vergleich zum Vorjahresmonat um 100% zu. Dies war dreimal mehr als bei früheren Tunneleröffnungen.

Gestern berichteten wir über die Umfrage zu zwei Vorlagen der Abstimmung vom 27. September. Heute wurden die Umfrageresultate für die drei weiteren Vorlagen publiziert.

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Demnach dürfte der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub wohl angenommen werden. Zu dieser Vorlage sagten 63% der Befragten Ja oder eher Ja. Lediglich etwas über ein Drittel der Befragten (35%) lehnt sie ab, und nur 2% sind noch unentschlossen.

Weniger deutlich präsentiert sich das Resultat der Trendbefragung zur zweiten familienpolitischen Vorlage, der Erhöhung der Kinderabzüge bei den Bundessteuern. 51% der befragten Stimmberechtigten hätten hier ein Ja in die Urne gelegt, 43% ein Nein, 6% waren noch unentschlossen.

Ein wenig deutlicher sieht die Situation bei der dritten Vorlage aus, zu der gfs.bern heute im Auftrag der SRG SSR die Umfragewerte publizierte: Die Änderung des Jagdgesetzes wäre mit 54% angenommen worden, wäre in der ersten Augusthälfte abgestimmt worden. 36% hätten es abgelehnt, und ganze 10% hätten sich noch keine Meinung gebildet.

  • Die Umfrage im Detail hat mein Kollege Christian Raaflaub für Sie aufbereitet.
  • Über die beiden anderen Vorlagen vom 27. September 2020 berichtete Christian bereits gestern.
  • Hier finden Sie eine Übersicht zu den Abstimmungen über den Vaterschaftsurlaub, die Änderung der Gesetzgebung zur direkten Bundessteuer und die Änderung des Jagdgesetzes. 

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