Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Heute ist ein Feiertag für die schweizerische Ingenieurskunst: Mit der Fertigstellung des Ceneri-Basistunnels ist die Neat, dieses Eisenbahn-Jahrhundertprojekt, vollendet.
Herzliche Grüsse aus Bern
Es ist soweit: Der Ceneri-Basistunnel ist eröffnet.
Mit dem Ceneri-Basistunnel wird die Neat beendet, die Neue Alpentransversale. Das Infrastruktur-Bauwerk hat die Ingenieure die letzten 28 Jahre beschäftigt hat. Nun sind die Basistunnels Lötschberg, Gotthard und Ceneri fertiggestellt.
Die Fahrzeit der Züge Zürich-Mailand verringert sich nun auf 3 Stunden und 17 Minuten – das ist 25 Minuten schneller als bisher. Die Strecke Zürich-Lugano wird künftig unter zwei Stunden dauern. Noch grössere Zeitersparnisse resultieren innerhalb des Tessins.
Die Inbetriebnahme ist auf den 13. Dezember geplant, wenn der neue Fahrplan in Kraft tritt. Übrigens: Würde man die längsten Bahntunnel der Schweiz aneinanderreihen, könnte man praktisch die ganze Schweiz von Chiasso bis Basel unterirdisch zurücklegen.
- Hier finden SieExterner Link die Berichterstattung von SRF News über die Eröffnungsfeier.
- Lesen Sie hier den Übersichtsartikel meines Kollegen Daniele Mariani.
- Anders als die Schweiz hinkt man in Deutschland beim Ausbau der Infrastruktur für den Neat-Anschluss hinten nach.
- Corona hat die Feier kleiner ausfallen lassen: selbst Adolf Ogi, der die Neat aufgleiste, durfte nicht dabei sein, wie der Blick berichtetExterner Link.
Das sorgte für Aufruhr: Chinesische Beamte dürfen in der Schweiz ermitteln.
Dank einem Bericht der NZZaS wurde publik, dass Beamte aus China in der Schweiz zu chinesischen Staatsbürgern ermitteln dürfen. Und zwar ohne «offiziellen Status».
Brisant ist dabei, dass der Bund den Vertrag nie in seiner amtlichen Rechtssammlung veröffentlichte. Das stösst bei vielen Parlamentariern auf Unmut, von linker Seite wird die Auflösung gefordert.
Auf Nachfrage richtet das SEM aus, dass nur Personen befragt werden dürfen, die in China nicht bedroht sind. Bern werde Ende Jahr mit Peking über eine allfällige Verlängerung diskutieren.
- Lesen Sie hier den Artikel meiner Kollegin Pauline Turuban.
- Hier finden SieExterner Link den Bericht bei der Neue Zürcher Zeitung am Sonntag. (Paywall)
Sans-Papier: Ein Leben im Schatten
Bis zu 100’000 Sans-Papiers leben in der Schweiz. Etwa zwei Drittel sind als Touristen in die Schweiz eingereist und geblieben. Ihnen hat Corona grosse Schwierigkeiten beschert.
«Die Regularisierung ist die einzige umfassende und nachhaltige Lösung, um ihre prekäre Situation», sagt die SP-Nationalrätin Mattea Meyer. Die von ihr präsidierte Plattform für Sans-Papiers in der Schweiz hat nun ein Positionspapier publiziert.
Dieses sieht eine grossflächige Regularisierung vor. So sollen etwa Bund und Kantone einen Direkthilfefonds schaffen, um Menschen ohne Aufenthaltsrecht während der Krise zu helfen. Widerstand von rechts ist dabei programmiert.
- Lesen Sie hierExterner Link den Bericht von watson.ch
- Auch Strassenmusiker leiden noch immer unter der momentanen Lage, wie wir im August schrieben.
- Über einen Fall von Ausbeutung von Sans-Papier haben wir kürzlich berichtet.
Knall bei der BLS: Konzernchef tritt nach Skandal zurück
Bernard Guillelmon, Konzernchef der zweitgrössten Schweizer Bahngruppe BLS, tritt zurück. Dies, nachdem bekannt geworden ist, dass das Unternehmen zu hohe Subventionen kassiert hat.
Wie die Eidgenössische Finanzkommission festhielt, sei das nicht auf kriminelles Verhalten zurückzuführen – niemand habe sich persönlich bereichert, die Gelder seien zweckbestimmt im ÖV geblieben.
Ähnliche Fälle gab es beim Unternehmen bereits früher. Dies wirft ein Schlaglicht auf die Abgeltungsprozesse, die offenbar hochkomplex sind. Dass der Verwaltungsrat für die Gruppe Gewinnziele vorgegeben hatte und der Kanton Mehrheitsaktionär ist, sind jedoch weitere problematische Punkte.
- Lesen Sie hierExterner Link den Artikel der Berner Zeitung.
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