Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Die Pressefreiheit ist für unsere Arbeit unerlässlich. In einem neuen Ranking hat die Schweiz leicht besser abgeschnitten als im Vorjahr. Um Freiheiten geht es auch bei der Beziehung der Schweiz zu Taiwan: Nach der Meinung einiger hat sich der Nationalrat mit dem Beschluss, die Beziehung zu intensivieren, zu viele Freiheiten herausgenommen.
Beste Grüsse aus Bern
Der Nationalrat verärgert China.
Die grosse Kammer des Bundesrats hat beschlossen, den Austausch mit Taiwan zu vertiefen. Die Insel ist der fünftwichtigste Handelspartner der Schweiz in Asien und der Nationalrat möchte neben der wirtschaftlichen Beziehung auch den kulturellen Austausch pflegen.
Das ist ein konfliktträchtiger Entscheid. Denn Taiwan, eine demokratisch regierte Insel, ist Teil von China. Der Bundesrat verfolgt die Ein-China-Politik, bei der China als ein Land – nämlich die kommunistische Volksrepublik – betrachtet wird, das Taiwan miteinschliesst. Die Antwort von China liess nicht lange auf sich warten, der Entscheid werde als eine Verletzung der Ein-China-Politik wahrgenommen, sagten chinesische Diplomaten.
Die FDP und die SVP hatten den Entscheid fast geschlossen abgelehnt. SP-Nationalrat Fabian Molina stützt sich auf die Demokratie, die weltweit auf dem Rückzug sei und durch diesen Austausch gestärkt werde.
- Wie es der Nationalrat geschafft hat, diesen brisanten Entscheid ohne den meist konservativeren Ständerat durchzubringenExterner Link, lesen Sie im Artikel des Tages-Anzeigers. (Paywall)
- Wie pflegt die Schweiz Beziehungen zu Taiwan und warum hat sie nicht wie andere Staaten ein Freihandelsabkommen mit dem Inselstaat? – Antworten im Artikel meines Kollegen Giannis Mavris.
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Die Pressefreiheit in der Schweiz ist «zufriedenstellend».
Wir Journalist:innen sind auf sie angewiesen: die Pressefreiheit. Sie garantiert, dass wir unserer Arbeit gefahrenfrei nachgehen können und eine hochwertige Berichterstattung abliefern können.
In der Schweiz steht es «eher gut» um die Pressefreiheit, wie das aktuelle Ranking von Reporter ohne Grenzen zeigt. Sie belegt den 12. Rang und konnte im Vergleich zum letzten Jahr zwei Plätze gut machen. Grund dafür ist vor allem das Ende der Corona-Pandemie. Während dieser habe ein gehässiges Klima vonseiten Massnahmengegner:innen geherrscht, wie Reporter ohne Grenzen mitteilt. Dieses habe von Einschüchterungen bis zu physischer Gewalt gegen Journalist:innen geführt.
- Lesen Sie hier, warum es die Schweiz im Pressefreiheits-Ranking nicht wieder in die Top Ten geschafft hatExterner Link – Artikel des Tages-Anzeigers. (Paywall)
- Die gesamte Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen finden Sie hierExterner Link.
- «Maulkorb-Artikel»: Die Schweiz habe für die Banken- und Finanzindustrie einen juristischen Schutzwall gegen unliebsame Recherchen gebaut, sagte ein Investivativjournalist im Interview mit SWI swissinfo.ch
- Kein Maulkorb: In unserem neusten Demokratie-Newsletter erklärt unser Demokratie-Korrespondent Bruno Kaufmann den Wert der Pressefreiheit. In unserer Serie Stimmen der Freiheit blicken wir auf den Ist-Stand auf der Welt.
Was die Lichtschalter über die Schweiz aussagen.
Haben Sie gewusst, dass die meisten Lichtschalter in der Schweiz von einer Firma stammen? Und dass es sich dabei um Varianten von nur zwei Modellen handelt?
Watson hat sich auf Spurensuche gemacht. Der ältere Schalter heisst Standard und ist 1969 erschienen. Er hat eine glatte Oberfläche und einen kleinen Druckknopf in der Mitte. Der Edizio, das neuere Modell aus dem Jahr 1991, hat spitze Kanten und einen grossen Knopf. Er wird oft in neuen Gebäuden verbaut.
Doch der ältere Standard ist keineswegs ein Auslaufmodell. Architekt:innen und designinteressierte Menschen schwören immer noch auf den klassischen Schalter. Und das nicht ohne Grund, sei er doch ein Musterbeispiel schweizerischer Funktionalität und Designkunst: Schlicht, zuverlässig und sicher. Andere dagegen lassen nur den modernen Edizio in ihr Haus.
- Lesen Sie hier alles über die zwei LichtschaltermodelleExterner Link und wie sie die Schweiz spalten.
- Auch bei diesem Beispiel Schweizer Designs scheiden sich die Geister – unser Beitrag zum Schweizer Pavillon von Le Corbusier in Paris
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Darum hat es in den Kantonsregierungen der Romandie mehr Frauen.
Ein Blick auf die Kantonsparlamente der Schweiz zeigt, dass gegen Osten der Frauenanteil deutlich abnimmt. Ausnahmen sind die Kantone Solothurn (60% Frauen) und Zürich (57%). Aargau und Uri haben gar keine Frauen in der Exekutive.
In der Romandie dagegen liegt der Frauenanteil in den Kantonsregierungen immer mindestens bei 40%, ausser in den zweisprachigen Kantonen Wallis (keine Frau) und Freiburg (eine von sieben). In Genf und der Waadt haben die Frauen die Mehrheit.
Die NZZ hat die Gründe für diese Diskrepanz herausgearbeitet: Linke Parteien sind in der Romandie stärker, sie stellen tendenziell mehr Frauen. Generell sei die Offenheit der Welschschweiz für Frauen in der Politik schon immer grösser gewesen – unabhängig davon, ob sie Kinder hätten oder nicht. Und nicht zuletzt spielt auch der Stadt-Land-Graben eine Rolle.
- Der Kanton Genf wird zum ersten Mal von einer Frauenmehrheit regiert. Wieso das in der Romandie kaum der Rede wert ist, zeigt der Artikel der NZZExterner Link. (Paywall)
- Seit dem Wahlsonntag in Genf dominiert in allen Kantonen eine bürgerliche Mehrheit. Watson erklärt, was das für den Wahlherbst bedeutetExterner Link.
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