Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Er ist einer von nur fünf, die aus 22'500 Kandidierenden ausgewählt wurden – der Astronaut Marco Sieber. Was macht ihn so speziell? Er könnte, wenn alles gut läuft, der erste Schweizer auf dem Mond werden.
Herzliche Grüsse aus Bern
Erhalten Sie bald eine zweite Gelegenheit, fern der Heimat Ihr Herkunftsland zu feiern?
Wir kennen in der Schweiz den 1. August als Nationalfeiertag. Jetzt können Sie einen Monat später schon wieder den Champagner kühlstellen! Denn geht es nach dem Nationalrat, soll sich bald ein zweiter Feiertag dazugesellen. Warum das? Am 12. September 1848 wurde der Schweizerische Bundesstaat gegründet.
Gestern nahm die grosse Parlamentskammer eine entsprechende Motion an. Der 12. September solle ein «Feiertag der Demokratie» werden. «Inmitten von Monarchien und zu Zeiten einer hierarchischen Gesellschaftsordnung haben unsere Vorfahren ein Juwel geschaffen», sagte Motionär Heinz Siegenthaler im Rat.
Der Bundesrat ist allerdings gegen einen zusätzlichen Feiertag in der Schweiz. Er warnte vor «erheblichen volkswirtschaftlichen Kosten», wie die Aargauer Zeitung schreibt. Nach der Annahme durch den Nationalrat geht die Vorlage nun in den Ständerat. Sagt er Ja, dann können wir schon bald zweimal pro Jahr die Korken knallen lassen.
- Der Bericht in der Aargauer ZeitungExterner Link.
- Der Blick reicherte seinen Artikel mit einer woken AnekdoteExterner Link an.
- Mein Kollege Renat Kuenzi hat in diesem Artikel bereits 2018 auf die zentrale Bedeutung dieses Datums für die Demokratie Schweiz hingewiesen.
- Das sagt unser Experte Claude Longchamp zur Bundesverfassung von 1848.
Zwar nicht heute und nicht in der Schweiz, aber dafür nicht minder interessant: Ich durfte diese Woche Marco Sieber treffen – er ist der neue Schweizer Astronaut.
Fünf aus über 20’000! In Köln stellte die Europäische Weltraumorganisation ESA am Mittwoch ihre zwei Karriere-Astronautinnen und drei Karriere-Astronauten des jüngsten Jahrgangs vor. Darunter der Berner Marco Sieber, ein sympathischer junger Mediziner, mit dem ich genau zehn Minuten lang sprechen durfte.
Der bald 34-Jährige fühlt sich überall wohl. Er war Fallschirmaufklärer in der Armee, er taucht und steigt als Privatpilot in den Himmel. Sein Rezept, um in stressigen Situationen cool zu bleiben: «Wenn man die Sachen systematisch angeht und gut dafür trainiert, kann man sich schliesslich auch in allen möglichen Situationen wohlfühlen», sagte er mir ins Mikrofon.
Dass Milliarden für die Raumfahrt ausgegeben werden, erachtet Sieber als eine Investition: «Für jeden Euro, der in Europa in die Raumfahrt investiert wird, kommen zwei bis drei Euro wieder zurück. In Form von Verträgen für die Industrie, Arbeitsplätzen, neuen Technologien etc.»
- Mein Interview mit Marco Sieber im europäischen Astronautenzentrum der ESA bei Köln.
- Die News-Sendung 10vor10 des Schweizer Fernsehens SRF war ebenfalls vor Ort und kombinierte ihr Interview mit dem angehenden AstronautenExterner Link mit einem aufschlussreichen VorberichtExterner Link.
- Auch Der Bund erhielt ein Zeitfenster für ein Interview mit Marco SieberExterner Link.
Vom All zurück auf die Erde: Was macht unsere Regierung richtig?
Der Vergleich mit unserem südlichen Nachbarn fällt drastisch aus: «In Italien sind seit 1946 nicht weniger als 1300 Ministerinnen und Minister im Amt vereidigt worden», schreibt unser Demokratie-Spezialist Bruno Kaufmann. In der Schweiz? Seit ihrer Gründung 1848 waren es genau 121. Ein eindeutiges Zeichen von Stabilität.
Was ist das Erfolgsrezept der Schweizer Regierung, des Bundesrats? Sie geniesst laut Auswertungen der Universität Bern ein rekordhohes Vertrauen in der Bevölkerung, das gemäss Bundesamt für Statistik in den letzten 20 Jahren sogar noch zugenommen hat.
Weitere Erfolgsfaktoren gefällig? Der Bundesrat bleibt auch in Zeiten einer angespannten Sicherheitslage volksnah und nahbar, die Regierungsmitglieder sind kommunikativ und sehen sich als Team. Und, ganz wichtig: «Es gibt keinen Chef», wie Bruno schreibt.
- Der ganze Artikel von Bruno Kaufmann, übrigens die erste Folge einer Serie zum Thema «Vertrauen».
- Unsere Debatte: «Was brauchen Sie, damit Sie Vertrauen in Institutionen haben können?» – Machen Sie mit!
- Aussenminister Ignazio Cassis präsidierte die letzten Tage den UNO-Sicherheitsrat in New York – Mitteilung der BundesbehördenExterner Link.
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Der grosse Käse-Bschiss.
450’000 Franken beträgt der Schaden. Der Schweizer Milchverarbeiter Cremo war guten Mutes und meinte, zwei grosse britische Handelsketten beliefern zu können: Harrods und Iceland Foods. Doch weit gefehlt: Hinter den Bestellungen steckten Kriminelle, die den Käse – über 32 Tonnen – schliesslich auf eigene Kasse in Grossbritannien verkauften.
Das berichteten kürzlich die beiden französischsprachigen Zeitungen «Le Temps» und «La Liberté». Demnach liefen die Bestellungen über gefälschte Mail-Adressen. Betroffen waren über hundert Käselaibe der Sorten Gruyère und Emmentaler.
Der grosse Betrugsfall fand bereits 2020 statt. Die Geschichte kam aber erst jetzt an die Öffentlichkeit. Weil sich die Spur des Käses in Grossbritannien schliesslich auf dem Schwarzmarkt verlor, lief auch ein Verfahren der Freiburger Staatsanwaltschaft ins Leere. Tröstlich immerhin: Der Schaden sei grösstenteils versichert, sagte ein Sprecher gegenüber SRF News.
- Kurzer Bericht im Schweizer BauerExterner Link.
- Der etwas längere Bericht von SRF NewsExterner Link.
- Bericht von Nau.chExterner Link mit noch mehr Details.
- Aus unserem Archiv: Eine Schweizer Studie, die zeigte, dass Käse auf die Beschallung durch Musik reagiert, erregte 2019 international grosses Aufsehen.
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