Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Beim Schweizerischen Roten Kreuz polterts und krachts: Präsidentin Barbara Schmid-Federer tritt per sofort zurück. Sie stolperte auch über den erzwungenen Abgang von Direktor Markus Mader, für den sie jüngst harte Kritik einstecken musste.
Beste Grüsse aus Bern
Neue Schifffahrtsunternehmen hebeln die Sanktionen aus und bringen Öl aus Russland auf den Weltmarkt. Spuren führen auch in die Schweiz.
Handelsbeschränkung und Preisdeckel für russisches Öl auf dem internationalen Rohstoffmarkt: Diese Sanktionen haben rund 40 Staaten beschlossen, darunter auch die Schweiz.
Umgehend ist eine so genannte Schattenflotte entstanden, um das vom Westen gegen Russland angestrebte Handelsvakuum zu füllen.
Dazu zählt auch die Fractal Shipping SA mit Sitz in Genf, die im Februar 2022 gegründet wurde. Also dem Monat, in dem Putin mit seinen Truppen die souveräne Ukraine überfiel.
Fractal-Tanker, so zeigen Datenauswertungen, schippern russisches Öl nach China oder Indien.
Das ist gemäss Sanktionen an sich legal. Aber es gelang der Nachweis, dass die Reederei den Preisdeckel nicht einhielt, den russischen Lieferanten also höhere Einnahmen bescherten.
- Sanktionen gegen Russland: Heikle Geschäfte mit russischem Öl – die Recherche der Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens auf SRF News.
- Das Parlament will die Wiederausfuhr von Schweizer Waffen ermöglichen – aber nicht mit der «Lex Ukraine»Externer Link – Bericht der Neuen Zürcher Zeitung (Paywall).
- Unruhe im Paradies: Wie der Ukraine-Krieg die Schweiz verändert – Analyse von SWI-Kollege Marc Leutenegger zum 1. Jahrestag des russischen Angriffskriegs.
Wenige Monate nach dem erzwungenen Abgang des Direktors steht die Hilfsorganisation SRK auch ohne Präsidentin da.
«Das Verhalten der Präsidentin innerhalb des RKR (Rotkreuzrat, Führungsorgan des SRK, die Red.) und insbesondere auch gegenüber dem Direktor lässt wenig Eignung und Willen zur Führung sowie fehlenden Mut, sich herausfordernden oder unbequemen Situationen zu stellen, erkennen.»
Zu diesem Schluss kam kürzlich eine externe Untersuchung. Barbara Schmid-Federer hatte das wenig schmeichelhafte Fazit nach der Publikation des Berichts noch zurückgewiesen.
Aber offenbar war das Geschirr in der SRK-Führungsetage derart in Scherben, dass sie heute die Reissleine gezogen hat.
- Knall beim Schweizerischen Roten Kreuz: Präsidentin Schmid-Federer tritt per sofort zurückExterner Link – Watson hat die Ereignisse der letzten zwei Jahre beim SRK aufgerollt.
- Direktor des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) muss gehen – unsere Agentur zum unfreiwilligen Abgang von Markus Mader im letzten Dezember.
- Thomas Heiniger tritt als SRK-Präsident zurückExterner Link – SRF-News vom September 2021.
Mehr
Die Stadt Bern will in der Drogenpolitik einmal mehr vorangehen: mit dem legalen Verkauf von Kokain.
Kaum ist der Versuch mit dem – wissenschaftlich begleiteten – Verkauf von Cannabis an ausgewählte Konsument:innen auf dem Schlitten, will das Stadtparlament die Drogenpolitik in der Bundesstadt weiter vorantreiben.
Wer nun rauschende Kokainpartys ohne Ende befürchtet, liegt falsch. Kokain sei keineswegs harmlos, aber der kontrollierte Verkauf könne zu vereinfachter Prävention und einer besseren Kontrollmöglichkeit führen, befand eine Ratsmehrheit.
Die Nein-Stimmen stammten aus zahlreichen Parteien, selbst auch aus den Reihen der linken SP.
Nun ist die Stadtregierung am Zug. Gemäss Vorstellung der siegreichen Befürworter:innen soll nun die rot-grün dominierte Behörde ihr Interesse an einem Pilotversuch gegenüber anderen Stadtregierungen und dem Bundesrat signalisieren.
Ob und wann in Bern ein kontrollierter Verkauf von Kokain kommt, hängt also auch wesentlich von «höheren politischen Mächten» ab.
- Legaler Verkauf von Drogen. Stadtberner Parlament will kontrollierten Kokainverkauf testenExterner Link – SRF News.
- Suchtpolitik der Stadt BernExterner Link – die Geschichte der fortschrittlichen Haltung begann 1986 mit dem «Fixerstübli» (Seite der Stadt Bern).
- 20 Jahre Fixerstübli: Auch Drogensüchtige sind Menschen – aus dem SWI-Archiv: mein Bericht aus dem Jahr 2006.
Verhältnis zur EU, Neutralität, Praktiken der Schweizer Banken: Was ist der Dauerbrenner der Schweizer Politik?
Der Wolf! Endlich sind sie ihrem Ziel einen grossen Schritt nähergekommen: Die Scharfschütz:innen der Schweiz, die dem hiesigen Leader der Nahrungskette möglichst ohne viel Federlesens an den Kragen wollen.
Steter Tropfen höhlt den Stein oder nicht nachlassen gewinnt: Nach diversen Vorstössen im Parlament hat die Schweizer Regierung heute die neue Jagdverordnung in Kraft gesetzt.
Will heissen: Ab sofort sind die Hürden für Jäger:innen, in ihrem Gebiet einen Wolf abzuschiessen, niedriger. Damit soll insbesondere auch die Alpwirtschaft entlastet werden.
Neuerungen: Neben Rindern, Pferden und Eseln gelten auch gerissene Lamas oder Alpakas als grosser Schaden.
Und knurrt ein Wolf einen Menschen an, so dass sich dieser bedroht fühlt, kann das Raubtier umstandslos mit einer Kugel erledigt werden – Halali!
- Bundesrat erleichtert das Abschiessen von WölfenExterner Link – Blick.
- Die Schweiz schützt den Wolf weiterhin umfassend – die Stimmenden drückten 2020 ihren Willen an der Urne ganz anders aus als die revidierte Jagdordnung ausfällt (swissinfo.ch).
- Steigende Wolfspopulation: 350 Wölfe in der Schweiz bis 2025Externer Link – SRF News von letztem September.
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