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kühlturm mit grosser dampfwolke

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Wird im Land, in dem Sie leben, Strom aus Atomkraft produziert? Die Schweiz hat 2017 den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Doch nun könnte der Bau neuer Atomkraftwerke wieder erlaubt werden.

Herzliche Grüsse aus der Schweiz

Kühlturm des Atomkraftwerks Gösgen
Sonnenuntergang oder der Beginn einer neuen Ära für Atomkraftwerke? Keystone

Atomenergie ist wieder salonfähig: Während der Nationalrat über die Zukunft neuer AKWs diskutiert, zeigt eine aktuelle Umfrage eine wachsende Zustimmung in der Bevölkerung.

Die Versorgungssicherheit ist in der Schweiz derzeit ein grosses Thema. Konflikte und Kriege haben weltweit Abhängigkeiten von Ressourcen aufgezeigt, der Wunsch nach einer autarken Energieversorgung ist gross. Heute Nachmittag kommt das Thema mit der «Blackout-Initiative» und ihrem Gegenvorschlag ins Parlament. Der Nationalrat könnte eine historische Entscheidung treffen, wie SRF schreibt.

Das Schlagwort der Debatte: Atomenergie. Der vom Bundesrat vorgeschlagene Gegenvorschlag zur «Blackout-Initiative» soll den Neubau von Atomkraftwerken wieder ermöglichen. Die Initiative stammt aus dem bürgerlichen Lager und will die Versorgungssicherheit in der Verfassung festhalten sowie den Weg für neue Atomkraftwerke ebnen.

Wie eine Umfrage nun ergeben hat, hat auch in der Bevölkerung die Zustimmung für Atomenergie zugenommen. 59% der Befragten halten den Bau neuer Atomkraftwerke für sinnvoll. Sollte der Nationalrat sich heute für die Atomenergie aussprechen, wäre dies ein historischer Schritt: 2017 hatte die Schweiz an der Urne den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen.

Polizeiauto vor dem Bahnhof Winterthur
Beim Bahnhof Winterthur hat ein Mann mit einem Messer Ende Mai Passant:innen angegriffen. Keystone / Claudio Thoma

Eine Siegelung blockiert die Auswertung von Handydaten nach dem Terrorangriff in Winterthur – der Bundesanwalt fordert nach dem Terrorfall von Winterthur schnellere Zugriffe auf beschlagnahmte Geräte.

Ende Mai hat ein Mann in Winterthur mit einem Messer drei Menschen verletzt, die Tat wurde von den Behörden als Terrorakt eingestuft. Doch nun stocken die Ermittlungen gegen den mutmasslichen Täter, da die Strafverfolgungsbehörden das Handy und den Laptop des Mannes nicht auswerten dürfen – für Monate oder gar Jahre.

«Uns sind die Hände gebunden», sagt Bundesanwalt Stefan Blättler im Interview mit der NZZ am Sonntag. Mit einer sogenannten Siegelung wehrt sich der Angreifer gegen die Durchsuchung seiner Geräte. Ein Rechtsinstrument aus analogen Zeiten, wie Blättler erklärt: «Die Idee ist, dass wir für das Strafverfahren keine Akten und Daten verwerten, die beispielsweise unter das Anwaltsgeheimnis fallen oder die sehr persönlich sind und nichts im Strafverfahren zu suchen haben.» Während früher maximal «ein paar Hundert Ordner» durchgeschaut werden mussten, gehe es heute schnell um gigantische Datenmengen.

Die Bundesanwaltschaft hat die Entsiegelung beantragt. Blättler fordert eine Umkehrung des Verfahrens. Ermittler:innen sollen beschlagnahmte Daten künftig sofort sichten dürfen, geschützte Informationen wie Anwaltskorrespondenz sollen aber weiterhin geschützt bleiben. Bei Fällen, in denen die öffentliche Sicherheit bedroht ist, verlangt Blättler eine Ausnahmeregelung.

Tram am Paradeplatz in Zürich, im Hintergrund ein UBS-Gebäude
Die Übernahme der CS durch die UBS hat sich negativ auf den Jobmarkt ausgewirkt. Keystone / Gaetan Bally

Der Schweizer Arbeitsmarkt hat sich abgekühlt. Es wurden zuletzt nur wenige neue Vollzeitstellen geschaffen.

Der Schweizer Arbeitsmarkt verliert an Schwung. Zwischen dem ersten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 entstanden netto nur 13’850 neue Vollzeitstellen – der tiefste Wert seit fünf Jahren. Besonders stark war der Rückgang in Zürich, wo rund 6100 Stellen verloren gingen, wie die Zeitungen von CH Media schreiben.

Ein wichtiger Grund für den Rückgang in Zürich ist der Stellenabbau bei der Grossbank UBS nach der Übernahme der Credit Suisse. Auch andere Branchen stehen unter Druck. Im Tessin und im Mittelland dürften laut dem Artikel unter anderem die US-Zölle die exportorientierte Industrie belasten. Zudem bauten die Informations- und Kommunikationsbranche sowie die Finanz- und Versicherungswirtschaft Personal ab.

Insgesamt wächst die Beschäftigung in der Schweiz aber weiterhin. Besonders im Gesundheitswesen, in der öffentlichen Verwaltung und im Bildungsbereich wurden zuletzt zusätzliche Stellen geschaffen. Der Arbeitsmarkt wächst nicht mehr überall – und vor allem nicht mehr automatisch.

Frau mit Telefon und Telefonbüchern, aufgenommen 1954
Historische Telefonbücher verraten mehr als Nummern. Keystone

Von Einstein bis Casanova: Was alte Telefonbücher über die Schweiz verraten.

Können Sie sich noch an die schweren Telefonbücher von früher erinnern? 2022 wurde in der Schweiz das letzte gedruckt, heute gibt es sie nur noch im Archiv. SRF hat im PTT-Archiv in historischen Telefonbüchern geblättert und Spannendes entdeckt.

In der Ausgabe von 1930 zum Beispiel ist die Telefonnummer und Adresse von Albert Einstein zu finden, der damals in Zürich gewohnt hat. Der Beruf vieler Leute war früher auch im Telefonbuch vermerkt, Ilse Hohl (Frl.) war 1909 die erste Frau mit dem Eintrag “Journalistin”.

Die Telefonbücher geben auch Auskunft über Immigration. Im Winterthurer Telefonbuch aus dem Jahr 1969 tauchen gemäss SRF Namen wie Camponovo, Casanova und Castelli auf – möglicherweise italienische Gastarbeiter. Vermutlich hatten diese Familien auch noch Nachnamen mit anderen Anfangsbuchstaben.

Einen gesellschaftlichen Wandel zeigt das Aufkommen von Fitnesscentren. Im Berner Telefonbuch 1981 gab es nur zwei Einträge unter diesem Begriff, 15 Jahre später waren es schon viele mehr. Und ich wage zu behaupten, dass dieser Begriff auch schon wieder veraltet ist: Wer heute ein Fitnesscenter sucht, sollte besser unter G wie Gym suchen.

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