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Dürrer Pflanzen

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Die Hitze ist nach wie vor eines der grössten Themen in der Schweiz. Ich muss zugeben, dass ich mich heute entschieden habe, von zu Hause aus zu arbeiten. Unser Büro ist fast ein Treibhaus, während es in meiner teilweise unterirdischen Wohnung rund zehn Grad kühler ist als draussen.

Während viele von uns schlicht unter der Hitze leiden, hat der aussergewöhnlich trockene Sommer weitreichende Folgen für Wildtiere, die Landwirtschaft und die Wälder.

Sonnige Grüsse aus Bern

Ein Baum in dürrem Gras, in seinem Schatten kauern Schafe
Die Folgen der anhaltenden Hitzewelle in der Schweiz gehen über menschliches Unbehagen hinaus. Landwirtschaft und Wildtiere geraten zunehmend unter Druck, da sich die Dürrebedingungen verschärfen. Keystone / Martial Trezzini

Mauro Hermann, Klimatologe bei Meteoschweiz, sagt, dies sei eines der trockensten Frühjahre seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. «Die aktuelle Situation ähnelt stark den aussergewöhnlichen Sommern von 1976, 2003 und 2018», sagt er.

Neben der Hitze wächst die Sorge um die Dürre und ihre Auswirkungen auf Flüsse, Seen, Wälder und die Landwirtschaft. Das trockenste Jahr in der Aufzeichnungsgeschichte der Schweizer Bodenfeuchte war 2022, doch laut Sonia Seneviratne, Klimatologin an der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH Zürich, sind die Bedingungen bereits «deutlich trockener als zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2022». Sollten die aktuellen Wetterverhältnisse anhalten, könnte dieser Sommer noch schlimmer werden.

Fast jeder Kanton hat inzwischen Krisenstäbe oder Fachgruppen eingerichtet, um die Dürre zu überwachen. Selbst Regionen, die normalerweise von längeren Trockenperioden verschont bleiben, führen Einschränkungen ein. In Fahrwangen im Kanton Aargau droht den Einwohnerinnen und Einwohnern eine Geldbusse von bis zu 2000 Franken, falls sie Rasenflächen bewässern, Autos waschen oder Zierbrunnen betreiben.

Die Folgen für die Landwirtschaft und die Wildtiere werden zunehmend ernster. Zwar wachsen Kulturen wie Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben noch in den Sommermonaten, doch viele Landwirtinnen und Landwirte befürchten geringere Ernten. Weiden trocknen bereits aus und einige Nutztiere müssen möglicherweise erneut notgeschlachtet werden, wie dies während der Dürre von 2022 der Fall war.

Alois Huber, Vizepräsident des Schweizerischen Bauernverbands und Parlamentarier der Schweizerischen Volkspartei (SVP), sagte in einem Interview mit dem Schweizer Radio und Fernsehen SRF, dass er möglicherweise einige Tiere zum Schlachter schicken müsse, da auf seinen nach Süden exponierten Hängen kein Futter mehr wachse. Viele Landwirtinnen und Landwirte berichten, dass ihr Vieh bereits damit begonnen hat, die Wintervorräte an Heu aufzufressen.

Auch die Fischbestände geraten zunehmend unter Druck, da sich Flüsse und Seen erwärmen und die Wasserstände sinken. In mehreren Regionen wurde die Fischerei ausgesetzt, während die Behörden Schwimmer bitten, sensible Bereiche zu meiden, um die aquatische Tierwelt nicht zusätzlich zu belasten.

Mit zunehmender Trockenheit steigt auch die Waldbrandgefahr. Die Gefahrenstufen 3 und 4 gelten bereits für grosse Teile der Schweiz und in einigen Gebieten des Wallis und Graubündens wurde die höchste Gefahrenstufe 5 ausgerufen.

Menschen stehen an Schaltern einer Geldübermittlung
Im Fokus der Ermittler: Swiss Remit funktionierte ähnlich wie ein herkömmlicher Geldtransferdienst. EPA-EFE/AMEL PAIN

Neue Ermittlungen im Fall Swiss Remit bringen mutmassliche Verbindungen zu russischen Piratenbanken ans Licht. Dabei spielen das Schweizer Bankwesen, Kryptowährungen, ein russischer Banker, ein nigerianisches Verbrechernetzwerk und ein mutmasslicher Maulwurf im Bundesamt für Polizei (Fedpol) eine Rolle.

Swiss Remit war ein in Zürich ansässiges Geldtransferunternehmen, dessen Geschäftsmodell es Kundinnen und Kunden ermöglichte, Bargeld einzuzahlen, Geld international zu überweisen und Gelder in Kryptowährungen umzutauschen – ein Geschäftsmodell, das laut dem Tages-Anzeiger wie massgeschneidert für Geldwäsche war.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der russische Banker Sergei S., der dem Bericht zufolge die russische Bank Anelik RU leitete und im Jahr 2020 die Kontrolle über Swiss Remit übernahm. Laut Tages-Anzeiger sollen Millionen von Franken durch Briefkastenfirmen geflossen sein, um russische Kämpfer in der Ostukraine zu finanzieren.

Obwohl ein Whistleblower bereits 2021 sowohl kantonale als auch Bundesbehörden darüber informierte, dass Sergei S. heimlich russische Kämpfer in Donezk finanziere und versuche, sich durch einen fiktiven Arbeitsvertrag betrügerisch eine Schweizer Aufenthaltsbewilligung zu verschaffen, blieb der Fall jahrelang bei den Behörden liegen.

In einer unerwarteten Wendung klagte die Staatsanwaltschaft den Whistleblower im Jahr 2025 wegen Verleumdung an. Der Prozess endete mit einem Freispruch am Bezirksgericht Zürich.

Swiss Remit warb damit, Filialen in mehr als 100 Ländern zu betreiben. Die Schweizer Niederlassungen befanden sich an der Zürcher Langstrasse, in Kleinbasel, in der Berner Altstadt und im Genfer Quartier Pâquis. Nach koordinierten Razzien im April sagten Ermittelnde, Swiss Remit habe auch Geld für die nigerianische organisierte Verbrechergruppe Black Axe gewaschen, die in Menschenhandel, Drogenhandel und Cyberkriminalität verwickelt ist. In der Schweiz wurden einundzwanzig Personen verhaftet, darunter Sergei S., ein mutmasslicher Drogenboss und ein verdächtiger Maulwurf innerhalb des Fedpol. In Nigeria wurden zwei weitere mutmasslich mit dem Fall verbundene Personen festgenommen.

Eine Frau steht vor Plakaten mit Fotos von Vermissten
Eine unbekannte Anzahl von Menschen wird nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela noch vermisst. Auf Plakaten wird nach ihnen gesucht. Copyright 2026 The Associated Press. All Rights Reserved

Rund 800 Schweizer Bürgerinnen und Bürger sind als in Venezuela wohnhaft registriert. Ein in Venezuela lebender Auslandschweizer berichtet, dass seine Familie die Katastrophe nur dank ihrer jährlichen Sommerreisen in die Schweiz überlebt habe.

Hans Peter Zingg lebt seit fast vierzig Jahren mit seiner Frau Alvis in Venezuela. Jeden Sommer kehren sie in die Schweiz zurück, wo Zingg saisonal bei der Brienz-Rothorn-Bahn im Kanton Bern arbeitet.

In einem Interview mit der Zeitung Blick sagt er, er habe sein Zuhause in Caraballeda als sein Paradies betrachtet. Es bot Meerblick, zwei Schwimmbäder und Palmen im Garten. Der italienische Architekt hatte einst stolz erklärt, das Gebäude sei «für die Ewigkeit» gebaut worden. Die Fundamente reichten 40 Meter in den Boden. Der Architekt selbst lebte dort bis zu seinem Tod. Heute aber ist das Gebäude Schutt. Zingg erfuhr vom Erdbeben, als er in der Schweiz beim Fest seines Bruders zum 60. Geburtstag Pizza ass.

Die Zahl der Todesopfer hat inzwischen 3800 überstiegen, mehr als 16’700 Menschen wurden verletzt und viele werden noch vermisst. Laut Zingg ist staatliche Hilfe so gut wie nicht vorhanden.

Unmittelbar nach den Erdbeben bot Zinggs Chef ihm die Möglichkeit, seinen Aufenthalt in der Schweiz zu verlängern. Doch er lehnte ab. «Meine Heimat ist Venezuela. Dort habe ich mein Leben aufgebaut. Dort sind meine Freunde und meine Familie. Ich muss zurück», sagte Zingg dem Blick.

Die Glückskette hat über zehn Millionen Franken an Spenden für die Erdbebenopfer in Venezuela gesammelt. Zehntausende von Menschen aus allen Teilen des Landes nahmen am Spendentag teil, wie die Glückskette bekanntgab.

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