Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Heute erwarten Sie düstere Nachrichten.
Gleich zwei monströse Kriminalfälle beschäftigen die Schweiz zum Wochenstart. Beide Male sind Frauen die Opfer. Beide Male steht ein Mann im Fokus der Ermittlungen.
Eine Häufung von Fällen tödlicher Gewalt gegen Frauen in letzter Zeit ist längst auch Thema in der Politik. Nun sitzt ein Politiker genau deswegen auf der Anklagebank.
Wenn volle Fischernetze eine gute Nachricht sind, dann haben wir immerhin dies zum Start unseres Briefings. Bevor wir weitere tote Tiere vermelden.
Bleiben Sie zuversichtlich!
Die Berufsfischer am Genfersee verzeichnen hervorragende Fänge. Die beliebten Egli haben sich stark vermehrt. In den meisten Schweizer Gewässern aber ist es den Wasserlebewesen im Moment zu warm – oder sie haben zu wenig Wasser.
An guten Tagen holt ein Fischer im Moment 100 Kilo Egli aus dem Genfersee. Noch im Jahr 2024 blieb dieser beliebte Speisefisch praktisch verschwunden. Laut der Tribune de Genève kann dies auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein, darunter das Auftreten der Quagga-Muschel, die Erwärmung des Sees und die natürlichen Fortpflanzungszyklen der Art.
«Die Barsche ernähren sich von den Larven der Quagga Muschel. Letztes Jahr waren ihre Mägen voll davon», erzählt ein Fischer. Experten betonen jedoch, dass sich gute und schlechte Jahre bei den Barschfängen schon immer abgewechselt haben.
Auch am Murtensee sind die Fänge dieses Jahr gut, am Neuenburgersee dagegen nicht. «Bei uns wird generell weniger Egli gefischt als am Genfersee», sagt der dortige Fischereiverantwortliche, und fügt an: «Für die übrigen Arten ist 2026 bisher jedenfalls ein sehr schlechtes Jahr.»
Derweil leiden Fische in Ostschweizer Gewässern unter hohen Wassertemperaturen. Trotz Notabfischungen sind vor allem in Bächen bereits viele Tiere gestorben. «Den Fischen und allen anderen Lebewesen im Wasser wie Krebsen oder Muscheln geht es seit Wochen schlecht», sagt der Abteilungsleiter Fischerei im Kanton St. Gallen.
Auch bei den Stauseen herrschen tiefe Wasserstände. 46% ist der derzeitige Füllstand der Schweizer Stauseen, teilt das Bundesamt für Energie mit. Expert:innen rechnen deshalb im Winter mit höheren Strompreisen in der Schweiz.
Ein Kriminalfall in der Schweiz zeigt mit der Anklage der Staatsanwaltschaft eine seltene, monströse Dimension. Kommt dazu: Der Angeklagte ist Politiker.
Ein ehemaliger kantonaler SVP-Politiker soll lebenslang ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord, Vergewaltigung und sexuelle Handlungen mit Kindern vor – alles mehrfach.
Der heute 57-jährige Angeklagte ist bereits seit 2023 in Untersuchungshaft. Bisher war erst der Verdacht auf sexuelle Handlungen mit Kindern bekannt. Nun zeigt die Anklage der Staatsanwaltschaft auf, was sie ihm genau zur Last legt.
Der ehemalige SVP-Grossrat im Kanton Aargau soll seinen Opfern K.-o.-Tropfen verabreicht und sie damit bewusstlos gemacht haben. Danach soll er diese geschändet und die Taten fotografisch dokumentiert haben. Dies bewertet die Anklage als versuchten Mord, weil die Opfer hätten ersticken können.
Bei zwei der drei Opfern handelt es sich um die damalige Partnerin des Angeklagten sowie deren 16-jährige Tochter. Bei den Ermittlungen seien immer weitere Taten und Beweise aufgetaucht, erklärt die Staatsanwaltschaft. Der Prozess steht noch aus. Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung.
Ein Frauenmord im Tessin von vorletztem Donnerstag schlägt immer noch Wellen. Es brauche bessere Prävention, fordern nicht nur Fachleute – sondern auch die Polizei.
Die erste Meldung lautete: In der Nähe des Spitals von Faido sei eine Frau in einer Blutlache liegend im Garten gefunden worden. Der Verdächtige ist schnell bekannt: Es ist der Ex-Ehemann, von dem die Frau seit zwanzig Jahren getrennt lebt. Sofort wird nach ihm gefahndet.
Tags darauf grenzt sich die Suche ein. Eine Sondereinheit der Polizei stürmt das Haus, in dem sie den Täter vermutet. Dann explodiert das Gebäude. Der Täter hat der Polizei eine Sprengstofffalle gestellt. Fünf Polizisten werden verletzt. Der Täter selbst wird in den Trümmern des Gebäudes gefunden – tot.
Zunächst hat die ausnehmende Brutalität des Täters Schrecken ausgelöst, nun werden auch Forderungen laut. So verlangt Max Hoffmann, der Generalsekretär des Polizeibeamtenverband, nun dringend intensivere Präventionsmassnahmen gegen häusliche Gewalt.
Konkret brauche es mehr Schutzplätze für Gewaltbetroffene, mehr Polizeikräfte – und auch die Mithilfe der Bevölkerung. «Häusliche Gewalt – so wie heute –, das habe ich in diesem Ausmass als Polizist nicht erlebt», begründet Hoffmann die Forderung.
Ein Gewitter hat in der Nacht auf Freitag mehr als die Hälfte der Herde zweier Walliser Züchterfamilien ausgelöscht. 97 Schwarznasenschafe starben. Gleichzeitig wird bekannt, dass die Zahl der durch Wölfe getötete Schafe sinkt.
Ein Blitzschlag traf im Walliser Binntal eine 180-köpfige Schafherde. Die Herde befand sich im Schlaf. Hirten fanden die toten Tiere am Morgen leblos dicht gedrängt auf der Alp vor.
«Der Vorfall sorgt in der Züchterszene für grosse Bestürzung», schreibt der Walliser Bote. Denn das Walliser Schwarznasenschaf sei weit mehr als nur ein Nutztier; es gilt als lebendiges Kulturgut des Kantons, dessen Haltung mit viel Herzblut und Tradition verbunden sei.
Aus der Romandie kommt heute die Meldung, dass der Anstieg der Zahl der Wölfe nicht zu einer vergleichbaren Zunahme der Angriffe auf Nutztiere geführt hat. Dieser Trend sei jedoch mit Vorsicht zu interpretieren, schreibt 24heures.
Zwar nimmt die Zahl der von Wölfen getöteten Nutztiere in der Schweiz seit 2022 ab, nachdem sie zuvor kontinuierlich gestiegen war. Doch die Daten für das Jahr 2025 sind noch unvollständig. Das Bundesamt für Umwelt führt den Rückgang auf einen besseren Herdenschutz und auf die verstärkte Regulierung der Wolfspopulation zurück.
Bemerkenswert ist diese Entwicklung, weil die Wolfspopulation noch immer weiterwächst. Laut Bundesamt für Umwelt haben verstärkter Herdenschutz und höherer Jagddruck zum Rückgang beigetragen. 2024 und 2023 haben Wölfe rund 1’000 Schafe gerissen. Aktuell sind in der Schweiz rund 440’000 Schafe registriert.
In der Schweiz leben aktuell schätzungsweise zwischen 200 und 250 Wölfen in 30 Rudeln; hinzu kommen rund zehn grenzüberschreitende Rudel. 77 Wölfe wurden in der vergangenen Jagdsaison erlegt.
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