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Mahnwache mit Schildern in der Mitte

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Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin überprüfen Veranstalter und Behörden in der Schweiz die Sicherheitskonzepte für kommende Grossanlässe wie die Street Parade.

Gleichzeitig beschäftigt ein mutmasslicher Missbrauchsfall im Aargau die Schweiz weiterhin. Der Fall hat eine Debatte über den Schutz von Opfern und den Umgang der Behörden mit Betroffenen ausgelöst.

Freundliche Grüsse

Polizeiabsperrung an der Street Parade 2024
Polizeiabsperrung an der Street Parade 2024 in Zürich. Die Sicherheit von Grossveranstaltungen steht nach dem Anschlag in Berlin erneut im Fokus. Keystone / Christian Beutler

Nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin überprüfen Veranstalter und Behörden in der Schweiz die Sicherheitsvorkehrungen für bevorstehende Grossanlässe. Betroffen sind namentlich die Street Parade in Zürich sowie weitere Pride-Veranstaltungen.

Für die Street Parade am 8. August mit erwarteten 800’000 Besuchenden wird die Sicherheitslage laufend neu beurteilt. Die Stadtpolizei Zürich will die Erkenntnisse aus Berlin in ihre Planung einfliessen lassen und das bestehende Sicherheitskonzept bei Bedarf anpassen.

Auch die Organisatoren der Schweizer Prides stehen nach eigenen Angaben in engem Austausch mit Polizei, Behörden und Fedpol. Trotz der erhöhten Bedrohungslage wollen sie auch in Zukunft an Demonstrationszügen festhalten. Sichtbarkeit sei ein zentraler Bestandteil des Engagements für die Rechte queerer Menschen.

In Bern gedachten am Montag rund 200 Menschen der Opfer des Anschlags in Berlin. Die Mahnwache unterstrich die Solidarität mit der queeren Community – und die Entschlossenheit, öffentliche Veranstaltungen trotz erhöhter Sicherheitsrisiken weiterzuführen.

Eines der Opfer bedankt sich bei den Teilnehmenden der Mahnwache gegen sexualisierte Gewalt in Untersiggenthal.
Eines der Opfer bedankt sich bei den Teilnehmenden der Mahnwache gegen sexualisierte Gewalt in Untersiggenthal. Keystone / Andreas Becker

Rund 400 Menschen haben in Untersiggenthal AG ihre Solidarität mit den Opfern eines mutmasslich jahrelangen Missbrauchsfalls bekundet. Der Fall entwickelt sich zunehmend zu einer Debatte über den Opferschutz und die Verantwortung der Behörden.

An der Mahnwache forderten die Teilnehmenden eine transparente Aufarbeitung und besseren Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt. Organisiert wurde die Kundgebung von den SP Frauen Aargau. Auch die beiden Hauptbetroffenen waren anwesend und bedankten sich für die öffentliche Unterstützung.

Die Staatsanwaltschaft wirft einem ehemaligen Aargauer SVP-Grossrat vor, drei Frauen – darunter seine damalige Partnerin und deren minderjährige Tochter – mit K.o.-Tropfen betäubt, sexuell missbraucht und die Taten gefilmt zu haben. Sie fordert eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Beschuldigte bestreitet wesentliche Teile der Vorwürfe; es gilt die Unschuldsvermutung.

Politisch sorgt der Fall auch wegen des Umgangs mit den Opfern für Kritik. Zwei polnische Betroffene verloren nach der Festnahme des Beschuldigten die finanzielle Unterstützung und der Kanton ordnete ihre Wegweisung an. Der Fall hat Forderungen nach einem stärkeren Opferschutz ausgelöst –besonders für Menschen in prekären Aufenthaltsverhältnissen. Unabhängig davon hat der Nationalrat im Juni der Revision des Opferhilfegesetzes zugestimmt.

Ein Junge starrt durch eine Brille
Blickkontakt mit Ausdauer: Der «Swiss Stare» sorgt im Ausland für Verwunderung. Keystone

Pünktlich, höflich – und starrend? Auf Social Media berichten viele Touristinnen, Touristen und Expats vom «Swiss Stare»: einem Blick, der für Schweizer:innen normal, für andere aber überraschend intensiv wirkt.

Haben Sie sich schon einmal dabei ertappt, jemanden anzustarren? Oder haben Sie sich selbst angestarrt gefühlt? Dann dürfte Ihnen der «Swiss Stare» bekannt vorkommen. Vor allem Menschen aus Nordamerika berichten auf den sozialen Medien, dass Schweizerinnen und Schweizer den Blick länger halten und seltener zurücklächeln.

Viele Einheimische reagieren etwa auf Tiktok mit Verwunderung – mir persönlich kommt das Phänomen jedoch überraschend bekannt vor. Expert:innen erklären das Phänomen weniger mit Unhöflichkeit als mit kulturell erlernten Gewohnheiten. Wie lange Blickkontakt als normal gilt, unterscheidet sich von Land zu Land.

Ob Schweizer:innen tatsächlich länger hinschauen als andere, ist wissenschaftlich nicht belegt. Der «Swiss Stare» bleibt damit ein unterhaltsames nationales Klischee – eines, das man am besten mit einem kurzen Lächeln quittiert.

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