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Feiern weit weg ohne Familie

Der Christbaum im Camp der Swisscoy kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Feiertage hier anders sind, als gewohnt. swissinfo.ch

Die Swisscoy ist auch über Weihnachten und Neujahr im Kosovo. Gerade an diesen Tagen wird den Soldatinnen und Soldaten die Entfernung zur Heimat besonders bewusst.

«Am Heiligabend selber habe ich absichtlich nicht mit meiner Familie telefoniert», sagt Swisscoy-Soldatin Marlène Suter. «Hier unten habe ich die Weihnachts-Stimmung verdrängt, an dem Tag sollte sie nicht doch noch einbrechen», erklärt die Kinder-Krankenschwester, die als Sanitäterin in der Swisscoy arbeitet.

Dass die Festtage für viele Kontingents-Angehörige hart sind, weiss auch Feldprediger Peter Willener. Er wurde eigens vom Militär über Weihnachten und Neujahr zur Swisscoy nach Suva Reka geschickt. «Einige Leute haben sich über Weihnachten eher zurückgezogen, andere suchten Kontakt zueinander. Die meisten haben sich selber organisiert und diesen Tagen eine Struktur gegeben.»

So hätten einige Briefe und viele Mails geschrieben, aber auch alltägliche Notwendigkeiten wie die Wäsche verrichtet. «Ich war überrascht, wie selbstverständlich sie sich diese Tage planten», sagt der Pfarrer, der in der Schweiz Spitalseelsorger ist.

Die Gedanken bleiben gleich

«Ich mache mir hier dieselben Gedanken wie zu Hause an solchen Tagen, daran ändert sich nichts», sagt Wasser-Spezialist Matthias Eggenberger. Seine Familie habe ihn bei der Entscheidung in das Kosovo zu gehen unterstützt und darauf könne er weiterhin zählen.

Messe normal besucht

Die Gottesdienste in der Campkirche – Feldprediger Peter Willener teilt sich diese mit zwei österreichischen Kollegen – waren über Weihnachten nicht besser besucht als an gewöhnlichen Sonntagen. «Das mag aber auch damit zu tun haben, dass ich erst wenige Tage im Camp war.»

«Wir lassen den Leuten freie Wahl, wie sie diese Tage verbringen», sagt Presse-Offizier Roman Kistler. «Zur Weihnachtsfeier im Swiss Chalet, dem Aufenthaltsraum mit einer Bar, fanden sich aber viele Swisscoy-Angehörige ein. Die Stimmung war beinahe besinnlich.»

Kein Schweizer Problem

Dass die Feiertage eine zusätzliche Belastung für die Soldatinnen und Soldaten darstellen, ist auch in den anderen KFOR-Kontingenten bekannt. So widmet sich die KFOR-Zeitschrift in einer Sonderausgabe dem Thema «Weihnachten im Einsatz».

In einem Brief an seine Eltern schreibt darin ein deutscher Soldat: «Was geht jetzt wohl bei euch zu Hause ab? Ist es jetzt anders bei euch als in den Jahren wo ich mit euch gefeiert habe?»

Neujahr ohne Feuerwerk

«Es sind schon viele Erwartungen für Sylvester da», sagt Kaplan Peter Willener. Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten soll es ein schöner Abend werden, erklärt Presse-Offizier Roman Kistler.

Matthias Eggenberger sagt dazu: «Ich feiere Sylvester schon länger nicht mehr mit meinen Eltern. Hier sind wir auch schon Kollegen geworden und ich werde dieses Fest mit ihnen verbringen.» Und ergänzt: «Vielleicht ohne Feuerwerk, das hier unten nicht so willkommen ist.»

Philippe Kropf, Prizrën

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