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Osteressen: Frauen nicht zugelassen!

Die Stadtpräsidentin von Brig im Kanton Wallis darf nicht am traditionellen Osteressen im Schloss Brig teilnehmen. Die veranstaltende Bruderschaft "Osterlamm" will keine Frauen in ihrer Runde dabei haben.

«Geschäftsleute eilen über den Platz. Eine Frau im Strassencafé winkt. Schüler strömen durch die engen Gassen. Touristen und Einheimische geniessen den südlichen Flair. In Brig pulsiert das Leben!» So wirbt die Oberwalliser Gemeinde Brig-Gils auf ihrer offiziellen Internetseite.

Die Gemeindepräsidentin Viola Amherd allerdings wird sich höchstens ins Strassencafé setzten dürfen und winken. Ans «Osterlamm-Essen» darf sie nämlich nicht.

Als Servicepersonal zugelassen

Traditionsgemäss hat die Bruderschaft «Osterlamm» bis anhin die männlichen Stadtpräsidenten zur ihrem Festessen am Ostermontag eingeladen. Stadtpräsidentin Viola Amherd ist aber – der Vorname sagt es – eine Frau und deshalb in der brüderlichen Tafelrunde unerwünscht.

Frauen hätten generell keinen Zutritt zu ihrer Bruderschaft, auch nicht als Vertreterinnen von Behörden, begründeten die Brüder die Abweisung. Zum Servieren allerdings sind Frauen sehr wohl erlaubt.

«Schick doch den Kollegen!»

Die Bruderschaft hatte die Stadtpräsidentin in einem Brief aufgefordert, die Einladung doch an einen Kollegen aus den Gemeinderat zu delegieren. Amherd indessen wies dies zurück.

Die Osterlamm-Brüder versammeln sich seit 250 Jahren nur einmal – am Ostermontag. Sie setzen sich aus Politikern, höheren Beamten und einflussreichen Geschäftsmännern zusammen. Neue Brüder werden jeweils durch den inneren Kreis ernannt. Der Anlass geht auf die Versöhnung zweier verfeindeter Brüder in der Osterzeit zurück.

swissinfo und Agenturen

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