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Entlarvt: Was wir über die Schweiz zu wissen glaubten

Zahlen Ausländer in der Schweiz höhere Autoversicherungs-Prämien?

Ein ausgebrannter Porsche nach einem Unfall in Zürich. Der Lenker wurde nur leicht verletzt. Keystone / Alessandro Della Bella

Ein Leser möchte von uns wissen, ob es stimmt, dass Ausländer und Ausländerinnen in der Schweiz höhere Autoversicherungs-Prämien zahlen als Schweizer und Schweizerinnen.

Dieser Inhalt wurde am 16. September 2019 - 14:30 publiziert
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Die Antwort auf die Leserfrage lautet: Ja. Die Autoversicherer verlangen in der Schweiz von bestimmten Nationalitäten höhere Prämien. "Die Nationalität ist gemäss unserem Wissenstand bei den meisten Versicherern ein wichtiges Tarifkriterium", sagt Takashi Sugimoto, Mediensprecher vom Schweizerischen VersicherungsverbandExterner Link.

Die Versicherungen stellen bei der Berechnung der Prämien unter anderem auf Geschlecht, Alter, Wohnort, Fahrzeugtyp, Fahrpraxis und Nationalität ab. Diese Faktoren beeinflussen nämlich statistisch gesehen die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls. "Die Versicherer versuchen das Risiko eines Autofahrers so gut wie möglich zu erfassen", sagt Sugimoto. Dafür bildeten sie Risikogruppen, gestützt auf die Schadenhistorie, eigene Statistiken sowie teilweise öffentliche Statistiken.

Am teuersten sind die Prämien für junge männliche Neulenker mit ausländischem PassExterner Link. Eine Analyse des Vergleichsdienstes ComparisExterner Link von 2018 hat ergeben, dass Albaner bis zu 95% mehr zahlen als Schweizer. Bei Italienern betrug der Aufschlag je nach Versicherung bis zu 22%. Ob manche Nationalitäten weniger zahlen als Schweizer und Schweizerinnen, kann der Versicherungsverband nicht beantworten.

Problematische Ungleichbehandlung?

In der Europäischen Union ist die Nationalität als Tarifierungsmerkmal nicht zugelassen. Warum ist es in der Schweiz erlaubt? "Die Versicherer dürfen Kriterien zur Berechnung der Prämie einbeziehen, wenn es sich um objektivierbare Risiken handelt, also wenn sie sich statistisch belegen lassen", sagt Sugimoto.

Der Bundesrat stellte sich bei kritischen Anfragen aus dem ParlamentExterner Link auf den Standpunkt, eine risikobezogene Berechnung der Prämien nach Nationalitäten sei keine Diskriminierung. Die Versicherungen müssten aber Statistiken führen und bei der Berechnung Gesamtstatistiken heranziehen.

Junge Frauen (egal welcher Nationalität) zahlen übrigens deutlich höhere Prämien bei den Krankenkassenzusatzversicherungen. Laut einer Analyse von ComparisExterner Link beträgt die Differenz bis zu 80%. Der Grund: Junge Frauen bergen das "Risiko", Kinder zu bekommen.

Dieser Artikel ist Teil einer laufenden Reihe von FaktenchecksExterner Link, die auf Vorschläge und Fragen aus unserer Leserschaft zurückgehen. Wenn Sie etwas über die Schweiz und ihre Einwohner gehört haben, das wir unter die Lupe nehmen sollten, kontaktieren Sie uns, indem Sie auf den unten stehenden Link klicken.

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