Gorilla-Jungtier im Zoo Basel von Vater zu Tode gebissen
Das vier Tage alte Jungtier des Gorilla-Weibchens Joas ist am Dienstag im Zoo Basel gestorben. Der 14-jährige Silberrücken Yeba hat es tödlich verletzt, wie der Zoo am Mittwoch mitteilte. Es ist der zweite Todesfall in der Gorilla-Gruppe innert weniger Tage.
(Keystone-SDA) In den ersten Tagen zeigte die Mutter des Jungtiers, Joas (37) typisch mütterliches Verhalten, wie es heisst. Am Dienstagnachmittag habe Yeba Interesse am frisch geborenen Gorilla gezeigt und das junge Weibchen an sich genommen.
Yeba habe Joas aber nicht mehr in die Nähe des Jungen gelassen, wodurch es zu Rangeleien zwischen den beiden adulten Tieren gekommen sei, heisst es weiter. Dabei sei das Jungtier durch einen unbeabsichtigten Biss in den Brustkorb durch Yeba getötet worden.
Joas trage das tote Jungtier weiterhin auf sich, wie der Zoo schreibt. Das komme bei Gorillas vor und der Zoo behindere das Verhalten nicht. Der Vorfall verdeutliche die hohe Komplexität sozialer Strukturen und Beziehungen in Gorilla-Gruppen.
Für das Muttertier Joas war es der fünfte Nachwuchs, für den Vater Yeba der erste, wie es im Communiqué steht.
Mobali am Dienstag eingeschläfert
Erst am Dienstag hatte der Zoo Basel mitgeteilt, dass das 11-jährige Männchen Mobali eingeschläfert werden musste. Grund seien Bissverletzungen im Genitalbereich, die ihm ebenfalls Yeba zugefügt habe.
Die Tötung von Jungtieren, sogenannter Infantizid, sei bei Gorillas ein beobachtetes und wissenschaftlich beschriebenes Verhalten, schreibt der Zoo weiter. Es sei vor allem bei in Harem-Strukturen lebenden Tieren bekannt. Die Ursachen könnten vielfältig sein.
Der Zoo beobachtet gemäss Mitteilung die Dynamik in der Gruppe und tauscht sich mit Experten aus. Besondere Beachtung gelte der weiteren Entwicklung, vor allem im Hinblick auf die erwartete Geburt eines weiteren Jungtiers.
Laut dem Zoo besteht die Gruppe nun noch aus dem Silberrücken Yeba und den Weibchen Joas, Makala und Qaziba.