Grosse Trauergemeinde bei Beerdigung von Skistar Roland Collombin
Die Walliser Skilegende Roland Collombin ist am Donnerstag in der Pfarrkirche St-Maurice de Bagnes in Le Châble VS beerdigt worden. Über 600 Menschen, darunter viele ehemalige Wegbegleiter erwiesen dem ehemaligen Ski-Champion die letzte Ehre.
(Keystone-SDA) «Wieder einmal bringt Roland die Welt zusammen», sagte der Bischof der Diözese Sitten, Jean-Marie Lovey. Seit einiger Zeit habe Collombin seine letzte Lebensphase mit Gelassenheit betrachtet.
Die nach ihm benannte Bodenwelle in Val d’Isère, die 1975 das Ende seiner Karriere besiegelte, sei für ihn zur Metapher geworden für die «letzte Welle», die es nun zu überwinden gelte.
Da in der Kirche nicht genügend Plätze vorhanden waren, verfolgten etwa siebzig Personen die Zeremonie auf einer grossen Leinwand, die in der Nähe der Kirche aufgestellt worden war.
Von Bernhard Russi bis Adolf Ogi
Zahlreiche ehemalige und aktuelle Skifahrer hatten sich versammelt, um Collombin die letzte Ehre zu erweisen. Unter ihnen waren Skilegenden wie Bernhard Russi – sein ewiger Rivale –, Philippe Roux – sein lebenslanger Freund – und Pirmin Zurbriggen.
Auch der Präsident der Walliser Regierung, Christophe Darbellay, und Stéphane Ganzer – Vorsteher des Departements für Sicherheit, Institutionen und Sport – nahmen an der Zeremonie teil. Collombin sei eine Ikone des Wallis gewesen, eine Skilegende, aber auch ein aufrichtiger Mensch mit starkem Charakter und einem riesigen Herzen, so Ganzer.
Zu Collombins Zeit als Ski-Champion hiess der Chef des Schweizer Skiverbandes Adolf Ogi. «Roland sauste die Pisten hinunter, als hätte er einen dringenden Termin. Im Ziel war er nie zu spät», sagte der Alt-Bundesrat. «Wenn man von Roland spricht, denke ich auch und vor allem an Sapporo, als die ganze Schweiz vor dem Fernseher sass.»
Der Berner erzählte auch eine Anekdote aus dem Jahr 1987. Als er in den Bundesrat gewählt worden sei, habe Collombin vor dem Bundeshaus einem Polizisten erklärt, er müsse Ogi gratulieren, schliesslich sei dieser «dank mir» Bundesrat geworden. «Und ich antwortete: Das stimmt, ich bin dank dir gewählt worden», sagte Ogi.
Seine letzte Reise
Die Walliser Spitzenskifahrer Justin Murisier, Arnaud Boisset, Denis Corthay und ein Freund der Familie trugen den Sarg. Sie zogen hinter Philippe Roux her, der das Kreuz trug.
Collombin starb am 10. Juli im Alter von 75 Jahren. Der aus dem Val de Bagnes stammende Walliser gehörte in den 1970er-Jahren zu den prägenden Figuren des alpinen Skisports.
Er gewann zweimal die Disziplinenwertung in der Abfahrt, feierte acht Weltcupsiege, darunter je zwei in Kitzbühel und einen in Wengen, und wurde 1972 im japanischen Sapporo Olympia-Zweiter in der Abfahrt.