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Hilfswerke wollen Wasserkonvention

Der Zugang zum Wasser sollte ein Menschenrecht sein. Keystone

Die Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Hilfswerke ruft am Weltsozialforum in Porto Alegre zu einer Wasserkonvention auf.

Dieser Inhalt wurde am 28. Januar 2005 - 09:11 publiziert

Die Hilfswerke Fastenopfer und Brot für alle lancieren eine Kampagne gegen Armut.

In einem von Hilfswerken aus verschiedenen Ländern veranstalteten Workshop legte Rosmarie Bär von der Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke Argumente für eine internationale Wasserkonvention dar. Der Zugang zu Trinkwasser soll darin als Menschenrecht anerkannt werden.

Weiter soll mittels der Konvention die Privatisierung von Wasser untersagt werden. Im Workshop meldeten sich zahlreiche Rednerinnen und Redner zu Wort, die von Projekten der Wasserindustrie in ihren Herkunftsstaaten berichteten.

Postkarten an Regierungen

Die Hilfswerke Fastenopfer und Brot für alle wollen gemeinsam mit anderen kirchlichen Hilfswerken mit einer weltweiten Postkartenaktion die Regierungen an die UNO-Millenniumsziele und die damit eingegangene Verpflichtung zur Reduktion der Armut erinnern.

Die Kampagne wurde in Porto Alegre mit einer Riesenpostkarte lanciert. Zu den Erstunterzeichnenden gehörten der Befreiungstheologe Leonardo Boff und die Genfer SP-Nationalrätin Liliane Maury Pasquier. Letztere sprach sich bei der Aktion gegen Einsparungen in der Entwicklungs-Zusammenarbeit aus.

Ziele nicht erfüllt

Am UNO-Millenniumsgipfel hatten sich die Industriestaaten vorgenommen, bis 2015 Armut und Hunger auf der Welt zu halbieren. Sie verpflichteten sich dabei, 0,7 Prozent ihres Bruttosozialproduktes für die Entwicklungs-Zusammenarbeit aufzuwenden.

Die meisten Staaten sind weit davon entfernt, dieses Ziel zu erfüllen. Die Schweiz investierte im vergangenen Jahr 0,38 Prozent. Im Rahmen des Entlastungs-Programmes 04 des Bundes steht ausserdem eine Kürzung der Entwicklungsgelder zur Debatte.

Zu den am UNO-Millenniumsgipfel vereinbarten Zielen gehört auch die Halbierung der Anzahl Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Zahlreiche Konferenzen haben sich in den vergangenen Jahren dem Thema gewidmet. Nach Ansicht der Schweizer Hilfswerke gehen die Bemühungen aber in eine falsche Richtung.

Grosse Schweizer Präsenz

Am Weltsozialforum in Porto Alegre, das parallel zum Weltwirtschaftsforum in Davos stattfindet, hat am Donnerstag auch der Schweizer Botschafter in Brasilien, Rudolf Bärfuss, teilgenommen.

Die Schweizer Delegation in Porto Alegre umfasst rund 50 Personen, darunter Vertreterinnen von Hilfswerken, Gewerkschaften sowie Nationalräte.

swissinfo und Agenturen

Fakten

1,4 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Täglich sterben 30'000 Menschen an den Folgen von verschmutztem Wasser, darunter 8000 Kinder.

3 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen.

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In Kürze

Laut der Weltgesundheits-Organisation (WHO) benötigt ein Mensch pro Tag im Minimum 50 Liter Wasser, um Trink-, Nahrungs- und Hygienebedürfnisse zu erfüllen.

In der Schweiz werden täglich 160 Liter Wasser pro Person verbraucht, den industriellen Verbrauch nicht eingerechnet. In Afrika sind es 30 Liter.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat Wasser als das zentrale Problem des 21. Jahrhunderts bezeichnet.

Nach Ansicht der Schweizer Hilfswerke hat die Schweiz als "Wasserschloss Europas" eine besondere Verantwortung bei der Bewältigung dieses Problems.

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