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Hitzewelle sorgt für tote Fische in Zürcher Bächen

Keystone-SDA

Die anhaltende Hitzewelle setzt den Zürcher Fischen zu. Erste Bäche trocknen teilweise aus, mehrfach wurden in den letzten Wochen tote Fische gefunden. Besser haben es die Fische in den Seen.

(Keystone-SDA) Der Mattenbach in Winterthur oder der Wildbach in Fehraltorf seien stark betroffene Beispiele, hiess es am Donnerstag auf Anfrage von Keystone-SDA bei der Zürcher Baudirektion. «Wir haben in den letzten Wochen immer wieder Meldungen über tote Fische erhalten», teilte eine Mediensprecherin der Baudirektion mit. Der tiefe Wasserstand setze den Fischen, aber auch den Flusskrebsen, stark zu.

Schwierig ist der Sommer für kälteliebende Fischarten wie Forellen und Äschen. Bei hohen Wassertemperaturen nimmt die Sauerstoffkonzentration ab, was Fische mit einer höheren Atemfrequenz und tieferen Atemzügen auszugleichen versuchen. Dies führt zuerst zu Stress und erhöhtem Energieverbrauch, dann zu Erschöpfung, Abmagerung, Krankheiten und Tod.

Derzeit sorgen etwa die hohen Temperaturen in Rhein, Limmat oder Glatt für Probleme. Der Rhein war am Donnerstagnachmittag bei Rüdlingen 25 Grad warm, die Limmat bei Dietikon gar 26,5 Grad.

Kaltwasserzone für Fische im Rhein

Auch die Seen sind derzeit sehr warm, der Zürichsee bei Oberrieden über 26 Grad. Doch dort können die Fische in tiefere, kühlere Lagen abtauchen. In vielen Flüssen und Bächen, die nur noch wenig Wasser führen, ist dies nicht möglich. Fischer sind deshalb überzeugt, dass die Bachforelle nicht mehr zu retten ist. Derweil dominieren gemäss den Fachleuten der Baudirektion in den grossen Flüssen wie Rhein, Limmat oder Glatt bereits heute Weissfische wie Alet oder Barbe.

Der Kanton Zürich traf bereits eine Massnahme, die den Fischen im Rhein helfen soll. Im Jahr 2021 erstellte der Kanton bei der Chuetränki in Rheinau eine Kaltwasserzone. «Diese Stelle wurde Anfang Juli für Badende abgesperrt», so die Mediensprecherin. Zudem seien in den letzten Jahren in der Sihl und der Thur mehrere permanente Kaltwasserzonen geschaffen oder Seitengewässer wieder fischgängig gemacht worden.

Zusätzlich würden Gewässerabschnitte, in die sich die Fische zurückziehen, punktuell durch die verantwortlichen Fischereipächter oder die staatlichen Aufsichtsorgane mit Schildern gekennzeichnet, damit sie von Badenden und Hunden gemieden werden. «Um die Fische in den Fliessgewässern zu schonen, haben wir zudem alle Fischerinnen und Fischer dazu aufgerufen, derzeit aufs Fischen in Flüssen und Bächen zu verzichten.» Weitere Massnahmen seien aktuell nicht geplant.

Hitzeprognose-Tool als Ergänzung

Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hat ein Prognosetool für tödliche Hitzewellen in Bächen und Flüssen entwickelt. Der Kanton Zürich nutzt das Tool bei der Beurteilung der Lage. Ob das erst vor kurzem entwickelte Tool hilfreich ist, könne aber noch nicht gesagt werden.

«Von vergangenen Fischsterben haben wir verschiedene Parameter, welche uns bei der Beurteilung der Lage helfen», schreibt die Medienstelle. Zudem werde die Wettervorhersage regelmässig geprüft. Die eigene Einschätzung vergleiche der Kanton dann mit dem WSL-Tool.

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