Industriefirmen so positiv wie seit drei Jahren nicht mehr
Die Stimmung bei den Schweizer Industriefirmen hat sich im Mai weiter aufgehellt und ist auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren gestiegen. Damit trotzen die hiesigen Unternehmen weiterhin der angespannten Lage im Nahen Osten.
(Keystone-SDA) Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie ist im Mai um 2,8 auf 57,3 Punkte gestiegen, wie die Grossbank UBS und der Einkauf-Fachverband Procure.ch am Montag mitteilten. Damit notiert der Indikator nun den dritten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Bei Werten unter 50 Punkten gehen die befragten Unternehmen von einer schrumpfenden wirtschaftlichen Aktivität aus.
Vor allem die Komponenten Produktion und Auftragsbestand nahmen zu. Beide Komponenten notieren aktuell so hoch wie seit dem Frühjahr 2022 nicht mehr. Auch die Beschäftigungskomponente legte im Mai zu und deute mit 49,9 Punkten auf eine stabile Beschäftigungssituation in der Industrie hin, hiess es.
Geopolitik treibt Einfuhrpreise weiter an
Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten dürfte eine treibende Kraft bei den Einfuhrpreisen gewesen sein, die weiter gestiegen sein dürften, so die Mitteilung. So meldeten die befragten Industrieunternehmen insbesondere gestiegene Preise bei erdölbasierten Produkten wie Kunststoffen. Aber auch elektronische Komponenten und Industriemetalle sind laut der Umfrage teurer im Einkauf und teilweise nur mit Verzögerung erhältlich.
Der Gesamtindex liegt klar über den Prognosen der von der Nachrichtenagentur AWP befragten Ökonomen, die von Werten zwischen 51,0 und 55,5 Punkten ausgegangen waren.
Der PMI für den Dienstleistungssektor ist nach seinem leichten Rückgang im April im Berichtsmonat dann auch wieder gestiegen. Konkret nahm er um 1,2 auf 56,0 Punkte zu. Auch dieser Wert liegt über den Schätzungen der Ökonomen (51,0 bis 55,0 Punkte). Getrieben wurde der Anstieg von einer Verbesserung der Geschäftstätigkeitskomponente, die auf dem höchsten Wert seit 52 Monaten notiert.