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Kirche verurteilt Hexenverfolgungen

So stellen wir uns Hexen vor. Bei den verfolgten "Hexen" handelte es sich aber meist um ganz normale Frauen.

(Keystone)

Auch die reformierte Kirche des Kantons Zürich hat bei den Hexenverfolgungen des 16. und 17. Jahrhunderts historische Schuld auf sich geladen. Der Kirchenrat verurteilt die damalige Rolle der Kirche.

Es sei unverständlich, dass die Kirche bei den blutigen Verfolgungen mitgewirkt habe, sagte Kirchenratspräsident Ruedi Reich am Dienstag (12.06.). Und es sei traurig, dass auch die Reformation nicht mit dem Wahn gebrochen habe.

Massenprozess

Dreihundert Jahre nach dem letzten Hexenprozess im Kanton Zürich bringt das Theater für den Kanton Zürich Hannes Glarners Stück «Halloween in Wasterkingen oder die Hexen von W.» zur Aufführung. 1701 wurden sieben Frauen und ein Mann hingerichtet. Sie waren zusammen mit rund 20 anderen Personen in Wasterkingen im Zürcher Rafzerfeld der Hexerei angeklagt.

Auch die Zürcher Kirche habe damals bei er Urteilsfindung eine entscheidende Rolle gespielt und damit eine historische Schuld auf sich geladen, sagte Reich: Bei regelmässigen Gefangenenbesuchen im Stadtzürcher Gefängnis versuchten Pfarrer, die Angeklagten zu Geständnissen zu bewegen.

Laut Reich gibt es nichts zu rechtfertigen, sagte Reich. Das zur Zeit der Hexenverfolgungen verübte Unrecht könne nicht wieder gutgemacht, das unendliche Leiden nicht ungeschehen gemacht werden.

Abkehr vom Hexenwahn

Später kehrte sich die offizielle Zürcher Kirche vom Hexenwahn ab. Anfang der 1780-er Jahre engagierte sich der damalige Leiter der Kirchensynode persönlich - wenn auch erfolglos - gegen die Verurteilung und Hinrichtung der in Glarus der Hexerei angeklagten Anna Göldin.

Die letzte Hexe

In Glarus wird Anna Göldin öffentlich verbrannt. Damit findet der mörderische Hexenwahn sein Ende, dem nach Historiker-Schätzungen innert fünf Jahrhunderten europaweit rund eine Million Frauen zum Opfer gefallen sind. Dabei waren die Protestanten nicht zimperlicher gewesen als die Katholiken. Luther war mit der Einäscherung der «Teufelshuren» ebenso einverstanden wie der Genfer Reformator Calvin.

swissinfo und Agenturen

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