35. Solothurner Filmtage (18.-23.01.2000)
In Solothurn finden in den kommenden Tagen zum 35. Mal die Filmtage statt. Rund 120 Schweizer Filme sind diesmal zu sehen, davon ein Viertel aus Filmschulen. Premieren von neuen Kinofilmen sind wie in den letzten Jahren die Ausnahme.
In Solothurn finden in den kommenden Tagen zum 35. Mal die Filmtage statt. Rund 120 Schweizer Filme sind diesmal zu sehen, davon ein Viertel aus Filmschulen. Premieren von neuen Kinofilmen sind wie in den letzten Jahren die Ausnahme.
Der Grossteil der Kinofilme lief bereits an anderen Filmfestivals oder war im Kino zu sehen. Und viele der auf Video gedrehten Arbeiten sind bereits im Fernsehen ausgestrahlt worden. Die Filmtage bleiben damit ihrer Tradtition treu, einen Überblick über das vergangene Filmjahr zu geben.
Besonders gespannt ist man deshalb auf die einzige Uraufführung eines Kinofilms in Solothurn. Gewissermassen Filmtage-Ehrengast ist einmal mehr der in Italien lebende Clemens Klopfenstein. Sein neues Opus “Wer Angst Wolf” läuft im prominenten Programmblock am Samstagabend (22.01.) im Saal des Festivalzentrums Landhaus.
“Wer Angst Wolf”, ein Kürzel aus Albees “Wer hat Angst vor Virginia Woolf?”, ist erneut in Klopfensteins Wahlheimat Umbrien entstanden. Mit deutschsprachigen Schauspielstars wie Bruno Ganz, Mathias Gnädinger und Tina Engel lässt der Regisseur in windigen und beschneiten Berglandschaften klassische Theatertexte von Sophokles über Shakespeare und Goethe bis Albee rezitieren.
Erstmals in der Schweiz zu sehen sind die Kinospielfilme “Who’s next?” von Felix Tissi, eine makabre Komödie, die mit den Mitteln des Stummfilms arbeitet, und der Erstlingsfilm “Der Onkel vom Meer” der 48-jährigen Marie-Louise Bless. Sie erzählt von den Problemen der heranwachsenden Lisa, angesiedelt in den 60-er Jahren.
Ihre Deutschschweizer Premiere haben zwei Spielfilm-Erstlinge aus der Romandie, die beide von der Kritik gelobt wurden: Romed Wyder zeigt seinen lakonischen “Pas de café, pas de télé, pas de sex”, und François-Christophe Marzal kommt mit seinem rasant geschnittenen “Attention aux chiens” an die Filmtage.
Immer öfter finden auch Fernsehproduktionen Eingang ins Solothurner Programm. Markus Imboden beschäftigt sich in “Ich habe nein gesagt” mit dem schwierigen Thema der Vergewaltigung in der Ehe, und “Charmants voisins” von Claudio Tonetti ist eine witzige Komödie, die im Rahmen der neuen Television Suisse Romande (TSR)-Serie “Nous les suisses” entstanden ist.
Als grösste Überraschungen könnten aber auch diesmal die Kurzspielfilme brillieren. Sie sind attraktiv programmiert, als Vorfilm zu einem Kinofilm, oder in einem eigenen Filmblock. Für die Entdeckung der Schweizer Filmstars von morgen ist Solothurn seit jeher der geeignetste Ort.
Zusätzlich zum Hauptprogramm sind wiederum zahlreiche Sonderprogramme zu sehen. Die diesjährige Retrospektive ist der Westschweizer Dokumentarfilmerin Jacqueline Veuve gewidmet, die zudem mit ihrem neuen Film “Chronique Vigneronne” nach ihrem Sieg vor zwei Jahren mit “Journal de Rivesaltes 1941-1942” erneut für den Dokumentarfilmpreis nominiert ist.
Die dritte Verleihung der Schweizer Filmpreise findet am Mittwochabend (19.01.) statt. Erstmals sind auch drei Schauspieler und drei Schauspielerinnen nominiert. Wie bisher werden zudem Preise für den besten Spielfilm, den besten Dokumentarfilm und den besten Kurzfilm vergeben.
Die Solothurner Filmtage finden im Landhaussaal, im Konzertsaal sowie in den Kinos “Palace”, “Capitol”, “Canva” und “Canva Club” statt. Insgesamt stehen damit rund 2200 Sitzplätze zur Verfügung.
SRI und Agenturen
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