ALT::::::::::::::::::… Franz Weber wird 75 Jahre alt
Franz Weber, Schweizer Pionier in Sachen Naturschutz, feiert am Samstag seinen 75. Geburtstag. Er will sich weiter für die Natur einsetzen.
Nach vier Jahrzehnten im Kampf für Flora und Fauna, startet Weber eine neue Kampagne zur Rettung der Baby-Robben an Kanadas Ost-Küste. Eine Kampagne, die die Fondation Franz Weber in der ihr üblichen Gründlichkeit durchführen wird.
Sein Alter stört den Umweltschützer keineswegs: «Ich bin ein junger Mann, der ins Alter gerutscht ist», sagt er. Was ihn jedoch stört ist die Zerstörung der Umwelt und der fehlende Respekt vor Tieren. «Wenn irgendwo etwas Schönes stirbt, stirbt etwas in uns und die Welt als Ganzes verliert etwas», meint der in Basel geborene Weber.
Der engagierte, aber auch umstrittene, Naturschützer, will zwar nicht aufhören, aber immerhin hat er seine Nachfolge geregelt: Seine heute 28-jährige Tochter soll das Werk fortführen. Er werde sie «in den nächsten 20 Jahren noch richtig ‚einfuchsen'», lacht er.
Weber kam am 27. Juli 1927 in Basel zur Welt. Nach der Sekundarschule arbeitete er als Journalist. Mit 22 wurde er Pariser Korrespondent für verschiedene Zeitschriften.
Sein Engagement für den Schutz der Umwelt und den Erhalt von Kulturdenkmälern begann in den Sechzigerjahren. Von Worten zur Tat schritt er 1965: Auslösend war die Ankündigung eines Konsortiums, es wolle das damals rund 30 Seelen zählende Surlej in der von Nietzsche besungenen Oberengadiner Seenlandschaft in eine Stadt mit 25 000 Einwohnern umwandeln.
Aufgeschreckt von dieser Nachricht eilte Weber ins Engadin und gründete die Schutzvereinigung «Pro Surlej». Dass er schliesslich diesen «grössenwahnsinnigen und naturfrevlerischen Plan» zunichte machen konnte, darauf ist Weber heute noch stolz.
Er gab in der Folge den Journalismus auf und zog nach Montreux, wo er 1975 die Stiftung Franz Weber und zwei Jahre später die Organisation Helvetia Nostra gründete.
swissinfo
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