Schweizer Pavillon an Expo 2000 eröffnet
Die Expo 2000 (01.06.-31.10.) bietet unzählige Möglichkeiten, in Länder-Pavillons und an Veranstaltungen Menschen und Kulturen aus aller Welt zu begegnen. Die Schweiz präsentiert sich mit dem "Klangkörper" des Architekten Peter Zumthor.
Der Schweizer Pavillon wurde am Donnerstag (01.06.) musikalisch eröffnet. Im Rahmen der Schweizer Praesentation gehen Musiker mit ihren Instrumenten durch das hoelzerne Labyrinth waehrend sich die Besucher das Werk von Peter Zumthor ansehen.
«Klangkörper» zum Entspannen
Der Schweizer Pavillon ist aus Holz gebaut, gegen alle Seiten offen und von Klängen erfüllt. Er soll, so Zumthor, ein Ort der Entspannung sein, in dem die Besucher flanieren, sich gehen lassen und Klänge entdecken können.
Der Schweizer Pavillon besteht ausschliesslich aus aufgestapeltem Holz. Auf den ersten Blick wirkt Zumthors Werk wie ein grosses Holzlager mit 50 Meter langen, 50 Meter breiten und 7 Meter hohen Stapelwänden. Für die Konstruktion sind insgesamt 3’000 massive Latten verwendet worden, die, ohne Leim oder Nägel, aufeinandergestapelt sind.
Durch die Stapelbeigen entstehen begehbare Zwischenräume, und zudem zeigt sich der Pavillon nach allen Seiten hin offen. Damit will sich die Schweiz als weltoffenes Land präsentieren, und sich der Welt näher bringen.
Hören und sehen, essen und trinken
Die Holzkonstruktion hat aber auch ideale akustische Verhältnisse zur Folge. «Der Pavillon ist ein eigentlicher Resonanzkasten, ein Klangkörper eben», sagt Zumthor. Jeden Tag werden Musiker mit ihren Instrumenten den Klangkörper durchwandern und ihn erklingen lassen.
Zudem werden auch Texte gesprochen, die, als Projektionen an die Holzwände, auch gelesen werden können. Aber auch die Nase und der Gaumen kommen nicht zu kurz: An drei Bars werden kulinarische Spezialitäten und Weine aus der Schweiz angeboten.
Mit dem Schweizer Pavillon, der eine gelungene Mischung aus affirmativer Präsenz und Bescheidenheit ist, wolle man nicht auffallen, so Zumthor, sondern bloss den Eindruck erwecken, dass die Schweiz eine gute Gastgeberin sei.
Der Schweizer Pavillon kam den Bund mit Gesamtkosten von rund 25,5 Millionen Franken deutlich teurer zu stehen als ursprünglich veranschlagt. Die Schweizer Wirtschaft hat sich diesmal, anders als bei der Expo 1992 in Sevilla, nicht an den Kosten beteiligt.
Herzstück Themenpark: Mischung aus Wissensschau und Disneyland
Das Herzstück der ersten Weltausstellung in Deutschland ist der Themenpark. In fünf Messehallen ist auf 100’000 Quadratmetern eine gigantische Zukunftsausstellung entstanden.
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swissinfo und Agenturen
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