Walliser Schriftsteller Chappaz gestorben
Der Schriftsteller Maurice Chappaz ist am Donnerstag im Alter von 92 Jahren in Martigny gestorben. Er gehörte zu den bedeutendsten und streitbarsten Autoren des Wallis.
Der selbst aus dem Wallis stammende Bundesrat Pascal Couchepin gab seiner Betroffenheit über den Tod von Chappaz Ausdruck und sagte: «Wer sein Werk gelesen und das Wallis entdeckt hat, nimmt unser Land reicher und tiefer wahr.»
Maurice Chappaz wurde am 21. Dezember 1916 in Lausanne als Sohn eines Anwalts geboren und wuchs in Martigny und in der Abtei von Le Châble im Val de Bagnes auf. Seine literarische Laufbahn begann 1939; über 40 Werke hatte er seither veröffentlicht, sein letztes im Jahr 2008.
Die Berge und die Natur waren seine bevorzugten Themen. In seinen Dichtungen stand er für die Umwelt ein und kritisierte deren Ausbeutung. 1976 entbrannte um sein Werk «Les Maqueraux des Cimes blanches» (Die Zuhälter des ewigen Schnees) ein Skandal.
Chappaz hatte sich in dem Buch mit Spekulanten und korrupten Politikern angelegt. Die rechtsbürgerliche Presse beschimpfte ihn damals als Nestbeschmutzer. Maurice Chappaz erhielt im Lauf seiner Karriere mehrere literarische Auszeichnungen.
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