Athletissima 2000: Spitzen- Leichtathletik in Lausanne
Acht Olympia-Sieger und neun Weltmeister sind beim 25. Leichtathletik-Meeting Athletissima heute Mittwoch (05.07.) in Lausanne am Start. Sergej Bubka (Stabhochsprung) und Marie-José Pérec (über 200 m) geben dabei ihr Comeback.
Ohne Greene, Johnson und Jones
Nachdem das Lausanner Grand-Prix-I-Meeting im Vorjahr als Nummer 5 der Welt eingestuft worden war, fehlen diesmal doch einige Stars. Grund sind die US-Trials, die nächste Woche beginnen.
So verzichteten die Topstars, 100-m-Weltrekordhalter Maurice Greene, der weltschnellste 200- und 400-m-Läufer Michael Johnson und 100-m- Weltmeisterin Marion Jones, auf den Abstecher in die Waadtländer Kapitale.
Wegen einer Verletzung hat kurzfristig auch 400-m-Hürden-Europarekordhalter Stéphane Diagana absagen müssen. Obwohl sie Lausanne als eines von zwei Saisonzielen neben Sydney angegeben hatte, bei dem sie den Weltrekord angreifen wollte, bleibt auch die marokkanische 400-m-Hürden-WM-Zweite Nezha Bidouane dem Meeting fern.
Zurückgezogen hat sich zudem die sich ausser Form befindende Weitsprung-Weltmeisterin Niurka Montalvo (Sp).
Bucher gegen Said-Guerni
Trotzdem diesen Absagen sind einige spannende Konkurrenzen zu erwarten. Aus heimischer Warte interessiert am meisten das 800-m-Rennen der Männer mit André Bucher. Der EM-Zweite von 1998, der in Nürnberg und Luzern siegte, läuft innerhalb von zehn Tagen zum vierten Mal auf sehr hohem Niveau. Sein schärfster Widersacher dürfte erneut der neue 800-m-Star Djabir Said-Guerni sein, der in Paris und Rom gewann.
Über 100 m trifft der wieder in Form gekommene Olympiasieger Donovan Bailey auf Ato Boldon (Tri) und den schnellen Nigerianer Francis Obikwelu. Im 1500-m-Rennen ist der Kenianer Noah Ngeny in Abwesenheit von Weltrekordhalter Hicham El-Guerrouj der grosse Favorit.
In diesem Rennen versucht der Churer Peter Philipp die Olympia-Limite von 3:36,80 erstmals zu unterbieten. Daniel Komen (Ken), Weltmeister 1997, versucht sich in dieser Saison erstmals ernsthaft über 5000 m.
Auf der kurzen Hürdenstrecke gilt der Olympiasieger Allen Johnson (USA), mit 13,10 Jahres-Schnellster, als „l’homme à battre“. Schweizer Rekordhalter Paolo Della Santa (13,55) hat erfreulicherweise auch im A-Feld Unterschlupf gefunden.
Comeback von Boubka und Pérec
Zu einem Leckerbissen dürfte der Stabhochsprung werden. Der Hallen- und Freiluft-Weltrekordhalter Sergej Bubka, der im Dezember 1998 an der Ferse operiert worden war und über ein Jahr keine Wettkämpfe bestritt, gibt sein Freiluft-Comeback. Im Weitsprung ist mit Ivan Pedroso (Kuba) der Weltmeister dabei, der heuer schon 8,65 m erreicht hat.
Was bei den Männern das Comeback von Bubka ist bei den Frauen jenes von Marie-José Pérec. Die dreifache Olympia-Siegerin, die im Vorjahr nach einer Virus-Erkrankung nie ihr normales Rendement erreicht hatte, läuft über 200 m.
Im 100-m-Sprint der Frauen kommt es zum Duell zwischen Europameisterin Christine Arron (Fr) und der Olympia-Siegerin Gail Devers. Die Amerikanerin startet auch auf der 100-m-Hürdenstrecke. Dort kann sich die Olympia-Siegerin an Delloreen Ennis-London (Jam) revanchieren, die sie am Montag in Zagreb knapp auf Platz 2 verwies.
Auf Olympia-Limitenjagd gehen einige Schweizerinnen. So 100-m- Rekordhalterin Mireille Donders über 200 m, Corinne Simasotchi über 400 m und Anita Brägger im 800-m-Wettbewerb. Grosse Abwesende aus Schweizer Sicht über 1500 m ist Anita Weyermann, die nach ihrem verunglückten Saisoneinstieg ihre Form im Hinblick auf Sydney neu aufbaut.
Budget 2,5 Mio Franken
Die Athletissima kommt heuer mit einem Budget von 2,5 Mio Franken aus. Dazu gilt es anzumerken, dass die Stadt Lausanne einen Riesenbetrag (rund eine Mio. Franken) übernimmt, der darin nicht enthalten ist. Die Sieger in den sogenannten A-Events dürfen mit einem Preisgeld von rund 16’000 Franken rechnen. In den B-Events wird die Hälfte ausgeschüttet. Ein Weltrekord wird mit 40’000 Franken und einem Kilo Gold entlöhnt.
swissinfo und Agenturen
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