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Begegnung in Genf

Ein lachender Pavel Borodin verlässt das Justizgebäude in Genf. Keystone

Brisante Begegnung vor dem Genfer Untersuchungsrichter Daniel Devaud: Der ehemalige Kreml-Verwalter Pawel Borodin und Mabetex-Chef Behgjet Pacolli sind am Donnerstag (30.08.) zur ersten gemeinsamen Anhörung im Genfer Justizpalast erschienen.

Kurz vor dem Termin bei Devaud begrüssten sich Borodin und Pacolli auf herzliche Weise in den Gängen des Gebäudes und sprachen kurz Russisch miteinander. Beide machten einen entspannten Eindruck.

Borodin wird beschuldigt, rund 30 Mio. Dollar Schmiergelder der beiden Tessiner Firmen Mabetex und Mercata in der Schweiz gewaschen zu haben. Die Gelder soll er für Renovationsaufträge im Kreml und Arbeiten am Präsidenten-Flugzeug Mitte der 90-er Jahre kassiert haben.

Prozess noch Ende Jahr

Der Genfer Staatsanwalt Bernard Bertossa sagte, die Anhörung Borodins sei praktisch abgeschlossen. Ein Prozess könne vor Ende des Jahres stattfinden. Im Gegensatz zu Borodin habe Pacolli auf die Fragen geantwortet.

Nach der dreistündigen Anhörung sagte Pacolli beim Verlassen des Justizgebäudes, er habe nichts als die Wahrheit gesagt. «Mabetex hat nie einen einzigen Rappen an Borodin gezahlt», sagte der Unternehmer kosovarischen Ursprungs.

Neue Zeugen

Nun will einer von Borodins Anwälten, Dominique Poncet, neue Zeugen vor Gericht holen lassen. Darunter sollen sich unter anderem Bankangestellte aus London und Genf sowie hohe russische Funktionäre befinden. Letztere könnten beweisen, dass Borodins Geschäfte völlig legal gewesen seien, sagte Poncet.

Borodins Verteidigung wirft der Genfer Justiz vor, die Anhörungen auf Grund von Zeitungsartikeln vorzunehmen. Borodin wird am 18. und 24. September wieder von Richter Daniel Devaud vorgeladen.

swissinfo und Agenturen

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