Bortone bleibt in Zürich
Der mutmassliche italienische Terrorist Nicola Bortone, bleibt in Zürcher Auslieferungshaft. Das Bundesgericht hat ein Entlassungsgesuch abgelehnt.
Für die Lausanner Richter besteht im Falle des mutmasslichen Aktivisten der Neuen Roten Brigaden Fluchtgefahr.
Bortone war am 10. März in Zürich festgenommen und in Haft gesetzt worden. Italien beantragte rund zwei Wochen später seine Auslieferung. Am 10. Juli ersuchte er um Entlassung aus der Auslieferungshaft gegen Kaution.
Kinder auf Hilfe angewiesen
Bortone hatte das Vorliegen einer Fluchtgefahr bestritten. Er habe kein Interesse, Zürich zu verlassen, da seine zwei Kinder und seine schwerstkranke Partnerin seine Anwesenheit und Unterstützung dringendst benötigen würden, hatte der 45-Jährige argumentiert.
Das Bundesgericht räumte zwar ein, dass die äusserst schwierige familiäre Situation die Fluchtgefahr in einem gewissen Masse zu vermindern vermöge. Gebannt werde sie dadurch aber nicht, zumal das Auslieferungs-Verfahren vor dem Abschluss stehe und die drohende Auslieferung ihn ebenfalls von seiner Familie trennen würde.
Partnerin verstorben
Hinzu komme, dass er gemäss einem Polizeirapport ohne festen Wohnsitz und ohne feste Arbeit sei. Unter diesen Umständen vermöge auch die angebotene Kaution die bestehende Fluchtgefahr nicht zu beheben.
Bortones Anwalt Bernard Rambert rechnet mit einem Entscheid über die Auslieferung selber im Verlauf des Septembers. Rambert gab weiter bekannt, Bortones Partnerin sei am 1. August verstorben.
Bereits 1989 Haftbefehl
Die italienische Justiz hatte gegen Bortone bereits 1989 einen Haftbefehl wegen Förderung, Gründung und Organisation der «Neuen Roten Brigaden» erlassen.
Im September 2001 wurde er dann vom Römer Schwurgericht in Abwesenheit wegen Beteiligung an einer subversiven Vereinigung gegen die Verfassungsordnung und Beteiligung an einer bewaffneten Bande zu fünf Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt.
Nachdem die Roten Brigaden ihre Terror-Aktivitäten 1988 eingestellt hatten, meldeten sich 1999 die Neuen Roten Brigaden mit dem Mord am Abgeordneten Massimo D’Antona zurück. In diesem Frühjahr bekannten sie sich auch zum tödlichen Anschlag auf den Regierungsberater Marco Biagi vom 19. März in Bologna.
swissinfo und Agenturen
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