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Gedenkminuten und mahnende Worte

Basler Feuerwehr-Leute während des dreiminütigen Schweigens. Keystone

Die Schweiz legte am Freitagmittag um 12 Uhr im Gedenken an die Terroropfer in den USA drei Schweigeminuten ein. Bundespräsident Leuenberger und die Bischöfe warnten vor Hass und Gegengewalt als Mittel der Vergeltung.

Den europaweiten und vom Bundesrat unterstützten Aufruf für ein dreiminütiges Schweigen nahm man sich in der Schweiz zu Herzen. Die Leute blieben teilweise auf den Strassen stehen. In Schulen, Betrieben und Verwaltungen stand das Leben in Erinnerung an die grausamen Gewaltakte und das unfassbare Leid still.

Es handelte sich erst um den zweiten derartigen Aufruf des Bundesrats nach dem von den Sowjettruppen blutig niedergeschlagenen Ungarn-Aufstand vom Spätherbst 1956.

Bahnhöfe vorübergehend stillgelegt

Bei den SBB und Privatbahnen verliessen während der Trauerminuten keine Züge die Bahnhöfe. Die Reisenden wie auch die 28’000 Angestellten waren bereits am Vormittag über Lautsprecher gebeten worden, ebenfalls einen Moment innezuhalten. Auf den Anzeigetafeln wurde der Unterbruch angekündigt.

Im Passagierbereich des Zürcher Flughafens wurden Reisende und Angestellte gebeten, sich dem Gedenken anzuschliessen und ihre Solidarität mit dem amerikanischen Volk und der US-Regierung auszudrücken.

Im Schweizer Bankenzentrum an der Zürcher Bahnhofstrasse und am Paradeplatz machte sich eine unheimliche Stille breit. Hunderte von Passanten, Trams und Autos blieben stehen. Auch die Schweizer Börse SWX befolgte die Schweigeminuten, wobei der automatische Handel weiterlief.

Schweigen in den Medien

Schweizer Radio und Fernsehen DRS wie auch Privatradios schlossen sich dem Aufruf an. Der Äther blieb stumm. Die Zwölf-Uhr-Nachrichten wurden verschoben. Auch bei swissinfo legten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit für drei Minuten nieder.

Hass nicht mit Hass vergelten

In Erwartung von Vergeltungsschlägen der USA mahnten sowohl Bundespräsident Moritz Leuenberger wie auch die Schweizer Bischöfe zu Besonnenheit. «Hass darf nicht mit Hass, Unrecht nicht mit Unrecht vergolten werden», sagte der Bundespräsident in einem Zeitungsinterview. Und vor den Spitzenvertretern der Finanzwelt hielt er am Bankiertag in Lugano ein Plädoyer für mehr Gerechtigkeit und weniger Ungleichheit.

Rache vertiefe die Gräben

Die Kommission Justitia et Pax der Schweizer Bischofskonferenz bekräftigte die Betroffenheit über die unaussprechlichen Grausamkeiten und die Verurteilung von Terror und Gewalt. Das Gremium gab aber auch der grossen Sorge über die zu befürchtenden Folgen dieser Untat Ausdruck. Gewalt könne nicht mit Gegengewalt überwunden werden. Rache vertiefe nur die bestehenden Gräben.

Muslime, Islam und Terrorismus nich vermischen

Die Liga der Muslime in der Schweiz zeigt sich von den Anschlägen in den USA geschockt. Es handle sich um eine menschliche und wirtschaftliche Katastrophe, die das amerikanische Volk und alle Nationen betreffe.

«Ein solches Mass von Gewalt kann nur heftigt verurteilt und angeprangert» werden, schreibt die Liga in einem Communiqué. Ihre Religion gründe auf einer Botschaft von Liebe, Brüderlichkeit und Friede.

Die Liga wünscht sich, dass «Muslime, Islam und Terrorismus nicht jedesmal vermischt werden, wenn sich irgendwo eine Tragödie abspielt». Die Schweizer Muslime hätten diesbezüglich «Vertrauen in die Intelligenz und Objektivität der Schweizer Bevölkerung und der Schweizer Regierung».

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