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ICC: Schweiz nominiert Barbara Ott

Die Schweiz will am Internationalen Strafgerichtshof weiterhin aktiv mitmachen: Sie schlägt die Neuenburgerin Barbara Ott als Kandidatin für die Richterwahlen vor.

Die Wahlen finden Anfang des kommenden Jahres statt.

Die Kandidatur von Ott sei ein Zeichen für das Engagement der Schweiz für eine unabhängige und glaubwürdige internationale Strafgerichtsbarkeit, schreibt das Aussenministerium in einem Communiqué am Mittwoch.

Die Schweiz unterstreiche damit ihr Engagement für den Gerichtshof, für den sie sich seit seiner Entstehung eingesetzt habe, heisst es in der Mitteilung weiter. Der ICC wird insgesamt mit 18 Richterinnen und Richtern besetzt.

Neuenburg und Ruanda

Die 1951 geborene Ott arbeitete nach Abschluss ihres Jurastudiums und dem Erreichen des Anwaltpatents bis 1987 in Neuenburg. Danach war sie bis 1995 als militärische Milizrichterin tätig. 1998 wurde sie mit der disziplinarischen Untersuchungen im Fall des Freiburger Drogenfahnders Paul Grossrieder betraut.

Barbara Ott sei eine «auch in internationalen Angelegenheiten versierte Juristin», so das Aussenministerium weiter. Sie arbeitete bereits 1995 während sechs Monaten als schweizerische Expertin beim Internationalen Gerichtshof zur Aufarbeitung des Völkermordes in Ruanda (ICTR).

Militärische Untersuchungsrichterin

Danach wurde sie zur militärischen Untersuchungsrichterin befördert und führte in dieser Funktion mehr als ein halbes Dutzend Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Völkermord in Ruanda.

Eines dieser Verfahren wurde an die Schweiz überwiesen. Bei dem Prozess in Lausanne – dem ersten Strafverfahren gegen einen mutmasslichen Mitverantwortlichen des ruandischen Völkermords – war Ott 1999 für den Aufbau des Zeugen- und Opferschutz-Programmes verantwortlich.

swissinfo und Agenturen

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