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Knapp an Medaille vorbei

Ein enttäuschender erster Lauf brachte die Schweizerinnen um eine Medaille. Keystone

Im ersten olympischen Bobrennen für Frauen haben die Schweizerinnen eine Medaille um 0,05 Sekunden verpasst. Gold holte die Amerikanerin Jill Bakken.

Es war von vornherein klar: Nur mit zwei Fahrten nahe der Perfektion wäre für Françoise Burdet (34) und Anschieberin Katharina Sutter (33) eine Medaille möglich gewesen. Denn am Start sind die Schweizerinnen das eindeutig schwächste Duo in der Weltspitze.

Die entscheidenden Hundertstel liess Burdet schon im ersten Durchgang liegen, als der Schweizer Bob auf der längsten Gerade von der Ideallinie geriet und gegen die Bande schlug.

Die Reprise bewältigte Burdet 22 Hundertstel-Sekunden schneller als Dritte, aber da war es schon zu spät. Den Rückstand von 0,09 Sekunden aus dem ersten Durchgang auf die drittklassierte Erdmann vermochte die Steuerfrau mit Wurzeln in der Waadt nur noch knapp zu halbieren.

«Im zweiten Lauf haben wir gezeigt, dass wir eine Medaille hätten gewinnen können. Es ist schon hart, so knapp zu verlieren», sagte Burdet und brach in Tränen aus.

«Das Glück fehlte»

Sie sei ob der ungewohnt grossen Zuschauer-Kulisse und dem Stellenwert des Rennens keineswegs nervöser als sonst gewesen. «Die erste Fahrt war schon in Ordnung, aber leider nicht so gut wie die zweite», sagte Burdet weiter. Der Spitzensport selektioniere nun mal extrem: «Im letzten Jahr gewann ich die Weltmeisterschaft mit zwei Hundertsteln Vorsprung, da waren andere enttäuscht. Es braucht für den Erfolg eben auch etwas Glück, und das fehlte uns heute.»

Burdet war bis zur Aufnahme des Bobsports für Frauen ins olympische Programm 1999 die überragende Fahrerin. Seither freilich investierten insbesondere die Verbände der USA und Deutschlands sehr viel, um ihre Frauen in Salt Lake City aufs Podest zu bringen. Auch Burdet hat den Aufwand im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2002 erheblich gesteigert, insbesondere im athletischen Bereich.

Flowers erste farbige Wintersport-Olympiasiegerin

Siegerin Bakken (25) war insbesondere stolz darauf, die erste olympische Bobmedaille für die USA seit 1956 gewonnen zu haben. Bakken begann schon als 17-Jährige mit Bobfahren, wollte ihre Karriere nach vielen Verletzungen vor drei Jahren jedoch beenden. Als Bob für Frauen olympische Disziplin wurde, kam sie aber auf ihren Entscheid zurück.

Ihre Anschieberin Vonetta Flowers (28), eine ehemalige Weitspringerin, wurde als erste Sportlerin mit schwarzer Hautfarbe Winter-Olympiasiegerin.

Die Favoritin, die Deutsche Sandra Prokoff (26), vergab Gold durch einen schweren Fehler im ersten Durchgang und musste sich mit Silber begnügen. Ihre Landfrau Susi Erdmann (33) holte an ihren vierten Olympischen Spielen nach Silber und Bronze im Schlitteln nun Bronze mit dem Bob.

swissinfo und Daniel Good, Park City (Si)

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