Komplexere Konflikte
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz will mehr tun für das humanitäre Völkerrecht. Dies versprach der neue IKRK-Generaldirektor Angelo Gnaedinger in Genf.
Das humanitäre Völkerrecht sei kein Hindernis im Kampf gegen den Terrorismus, betonte Gnaedinger, der am 1. Juli sein Amt als Generaldirektor des IKRK übernahm. Es dürfe aber auch nicht zum Vorwand für Verletzungen grundlegender Bestimmungen werden.
Seit dem 11. September seien die Konflikt-Situationen komplexer geworden, sagte Gnaedinger. Es sei aber wichtig, den Dialog mit allen Beteiligten beizubehalten. Wichtig sei für das IKRK der Zugang zu den Betroffenen, zu den gefangenen mutmasslichen Al-Kaida- Kämpfern auf der US-Militärbasis in Guantánamo (Kuba), ebenso wie zu palästinensischen Gefangenen in Israel.
IKRK noch zu westlich
Auf diplomatischer Ebene gebe es noch ein Potenzial zu mobilisieren, damit sowohl Staaten als auch nichtstaatliche Gruppen die grundlegenden Bestimmungen des Völkerrechts respektierten: so die Unterscheidung zwischen Kämpfern und Zivilpersonen, führte Gnaedinger aus. Das Völkerrecht werde auch unterstützt durch die Einrichtung des Internationalen Strafgerichtshofes (ICC).
Das IKRK wolle im übrigen multikultureller werden, sagte Gnaedinger weiter. Die Organisation habe noch eine westliche Identität, müsse sich aber über universell ausrichten.
Das IKRK verfügt über 11’000 Mitarbeitende und ein Budget von mehr als einer Milliarde Franken und ist in 69 Ländern vertreten. Dem Generaldirektor unterstehen neu fünf Abteilungen. Bisher war die Direktion ein kollegiales Gremium.
swissinfo und Agenturen
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