Schweiz – Frankreich 3:3
Das Schweizer Eishockey-Nationalteam geriet beim Olympia-Startspiel gegen Frankreich dreimal in Rückstand, schaffte aber kurz vor Schluss noch den Ausgleich.
Das 3:3-Remis gegen die Franzosen war zweifellos nicht annähernd das, was Spieler, Umfeld und Fans vom Olympia-Startspiel erwartet hatten. So wie die Partie lief, war es am Ende indes ein gewonnener Punkt für die Schweizer Auswahl.
Für Ralph Krueger war es sogar «ein beängstigendes Spiel». Der Coach sah zwischenzeitlich die Felle für sein Team davon schwimmen. Krueger: «Als die Franzosen in der 35. Minute beim ersten Puckbesitz in unserer Zone im zweiten Drittel 2:1 in Führung gingen, schien es, als ob das so ein Tag wäre, an dem einfach nichts klappen will.»
Schwer gemacht haben sich die Schweizer das Leben nicht erst in jener Szene in der 35. Minute, als die gesamte Mannschaft zu weit aufgerückt war, sondern schon in den ersten 83 Sekunden. Zuerst Crameri und dann Sutter mussten auf die Strafbank und ermöglichten dem Gegner so die doppelte Überzahl, die Maurice Rozenthal (2 Tore, 1 Assist) zum 1:0 nützte. «Mit diesem 0:1 ruinierten wir uns den Abend», so Krueger. «Wir begannen zu nervös. Leider sind wir noch nicht so weit, dass wir Begegnungen gegen Gegner wie Frankreich geniessen können und Fun daran haben.» Auch der dritte Frankreich-Treffer hatte seinen Ursprung in einem unnötigen Foul.
Ungenügende Effizienz
Der Weg vom frühen 0:1 zum späten 3:3 führte durch Hochs und Tiefs. Während des Hochs nach Jean-Jacques Aeschlimanns 1:1 verpassten die Schweizer bei acht hochkarätigen Chancen die Führung. Der zweite Ausgleich durch André Röthelis fünftes Länderspieltor in dieser Saison brachte die Hoffnung zurück, die mit dem 2:3 durch Rozenthal dann wieder verschwand. Nach dem 2:3 suchten die Schweizer zwar stürmisch, aber kopflos den Ausgleich. In Anbetracht dessen, was Lugano-Torhüter Cristobal Huet zuvor alles gehalten hatte, war Mark Streits 3:3-Ausgleichstreffer von der blauen Linie glückhaft. Trotzdem war der Punktgewinn natürlich auch verdient. Jeder im Stadion sah, dass die Schweiz die bessere Mannschaft war. Die Effizienz vor dem gegnerischen Gehäuse gab allerdings zu denken.
Dem nicht gelungenen Olympia-Auftakt ringt Ralph Krueger indes sofort gute Seiten ab. «Für mich persönlich ist die Situation nun nahezu perfekt», sagt Krueger. «Wir haben das Schicksal immer noch in den eigenen Händen. Gleichzeitig wissen die Spieler, wie viel Glück wir hatten. Wir haben Ballast abgeworfen. Gegen die Ukraine werden wir befreiter aufspielen können.»
Aebischer nicht souverän
Auch gegen die Ukrainer wird wieder David Aebischer im Tor stehen, obwohl sein Nationalmannschafts-Comeback seit Mai 1999 (WM in Norwegen) besser hätte verlaufen können. Martin Gerber kommt nur dann schon zum Zug, wenn Aebischer nach dem stressigen Programm vom Freitag und Samstag (zwei Spiele und zwei Flüge innerhalb von 24 Stunden) Ermüdungs-Erscheinungen zeigen sollte.
Für David Aebischer begann die Frankreich-Partie denkbar schlecht. Er, der in der NHL seit 135:09 Minuten und einem Kunstschuss von Brendan Shanahan ungeschlagen ist, kassierte schon nach 170 Sekunden und mit dem fünften Schuss das 0:1. Der sechste Schuss wenig später traf ihn an die Gesichtsmaske. «Zwei der drei Gegentore hätte ich halten können, eines hätte ich halten müssen», gab sich der 24-jährige Freiburger selbstkritisch. Andererseits wurde Aebischer von seinen Verteidigern zu wenig unterstützt. Alle drei Frankreich-Tore resultierten aus Nachschüssen.
swissinfo und Agenturen
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