TdF: Christophe Agnolutto gewinnt 7. Etappe
An der Tour de France hatten die Sprinter am Freitag (07.07.) zum zweiten Mal in Folge das Nachsehen. Der Franzose Christophe Agnolutto gewann die 7. Etappe von Tours nach Limoges über 205,5 km im Alleingang.
Das Hauptfeld mit Leader Alberto Elli büsste 1:11 Minuten ein, weshalb sich im Gesamtklassement keine grossen Änderungen ergaben.
Tagessieg nach langer Flucht
Über drei Jahre hatte Agnolutto warten müssen, bis er wieder einmal als grosser Protagonist in einem bedeutenden Rennen auftreten konnte. Der Tour de Suisse-Sieger von 1997 bildete während fast 130 km die Spitze des Rennens und traf in Limoges als glücklicher Sieger ein.
Gleichzeitig hat das knapp zweijährige Warten der Franzosen auf einen Teilerfolg an ihrer Landesrundfahrt ein Ende. Als letzter einheimischer Fahrer hatte Jacky Durand 1998 in Montauban einen Etappensieg erzielt.
Für Agnolutto war dies erste Saisonerfolg in seinem fünften Jahr als Profi. Zuvor hatte er seine einzigen bedeutenden Siege in der Schweiz erzielt: 1997 gewann er neben der Gesamtwertung auch eine Etappe der Tour de Suisse, 1998 setzte er sich in der Tour de Romandie-Schlussetappe gegen den Luzerner Daniel Schnider durch.
Einfach wurde Agnolutto das beabsichtigte Unterfangen bei zeitweisem Regen und böigem Gegenwind nicht gemacht. Viermal musste er einen Vorstoss versuchen, bis das Feld den Fahrer aus der neuen französischen Sportgruppe Ag2r nach 77 km endlich ziehen liess.
Der deutschen Telekom-Mannschaft, die erstmals an dieser Tour de France eine Leaderposition (Elli) verteidigen mussten, kam diese Flucht gelegen. Über weite Strecken bummelte die Mannschaft um Jan Ullrich an der Spitze des Feldes, bis der Vorsprung von Agnolutto, der in der Gesamtwertung über elf Minuten hinter Elli zurücklag, bis auf 8:20 Minuten angewachsen war.
Allerdings blieb ihr Tempoforcing auf den letzten 40 km zu zaghaft, als dass sie den Spitzenfahrer nochmals hätten einholen können. Zudem erhielten sie keine Unterstützung von den übrigen Sprintermannschaften. Sprintsieger des Hauptfeldes wurde der Deutsche Marcel Wüst, der seinem Landsmann Erik Zabel einmal mehr das Nachsehen gab.
Elli bleibt Gesamtleader
Gleichzeitig verteidigte Alberto Elli die tags zuvor eroberte Spitzenposition im Gesamtklassement erfolgreich. Der Italiener liegt weiterhin 12 Sekunden vor dem Franzosen Fabrice Gougot und 1:17 vor dem Belgier Marc Wauters, während die Gesamtsieg-Anwärter immer noch durch wenige Sekunden getrennt sind. Spätestens am kommenden Montag (10.07.) nach der ersten Bergankunft in den Pyrenäen wird die Gesamtwertung aber wieder ein völlig neues Gesicht erhalten.
Vorderhand freut sich Elli über einen speziellen Rekord: Mit seinen 36 Jahren und 4 Monaten ist der Lombarde der älteste Maillot jaune-Träger der Nachkriegszeit. Ein Jahr jünger waren 1949 der italienische Altmeister Gino Bartali und 1963 der spanische Be rgkönig Federico Bahamontes, genannt der “Adler von Toledo. Ebenfalls 36 Jahre zählte der Belgier Firmin Lambot bei seinem Gesamtsieg 1922.
In Limoges wurde ausserdem bekannt gegeben, dass sämtliche vorgenommenen Dopingkontrollen während der ersten drei Etappen negative Resultate ergaben. Damit sind die drei Fahrer Rossano Brasi (It), Andrej Hauptman (Slo) und Sergej Iwanow (Russ) die einzigen, welche an der Tour de France 2000 wegen eines zu hohen Hämatokritwerts vom Rennen ausgeschlossen worden sind.
Iwanow ist zudem inzwischen von der holländischen Sportgruppe Farm Frites ausgeschlossen worden. Der russische Strassenmeister habe keine entlastenden Argumente vorbringen können, teilte die Mannschaftsleitung mit.
swissinfo und Agenturen
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