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Urs Meier hofft auf weiteren EM- Einsatz

Der Schweizer Schiedsrichter Urs Meier leitete die Partie England-Rumänien souverän. Keystone

Urs Meier ist endgültig unter die besten europäischen Schiedsrichter aufgestiegen. Souverän leitete der laufstarke Aargauer das entscheidende Gruppenspiel zwischen England und Rumänien (2:3) in Charleroi und verhängte mutige Entscheide.

«Ich habe alles richtig gemacht».

Um zwei Uhr am Mittwochmorgen war er wieder in seinem Hotelzimmer in Brüssel, erleichtert zurückgekehrt von seinem Einsatz als Spielleiter in Charleroi. Am Brandherd der Ausschreitungen und Krawalle vom letzten Wochenende war es am Dienstag ruhig und friedlich – auch ein Verdienst des 41-jährigen Schweizer FIFA-Schiedsrichters.

«Vor und nach dem Spiel gab es keine Krawalle. Im und ums Stadion herrschte Fussballfreude. Auch die englischen Spieler und Zuschauer verhielten sich sportlich fair. Die Engländer haben das Ausscheiden ruhig akzeptiert.

Trainer Kevin Keegan hat mir noch auf dem Spielfeld gratuliert und gesagt, ich hätte das Spiel exzellent geleitet. Das ehrt mich und bestätigt meine gute Leistung», erzählte Urs Meier.

Dennoch verbrachte er die Nacht zum Mittwoch unruhig und mit wenig Schlaf: «Ich war noch zu aufgewühlt und ausgelaugt. Und ich war stolz, dass mir eine so einwandfreie Leitung gelang. Alle meine Entscheidungen waren richtig. Das haben die TV-Aufzeichnungen bewiesen.»

In seinem Rapport muss Meier keine Vorfälle melden. Keine versteckten Mätzchen, keine bösen Worte, keine Wurfgeschosse aufs Spielfeld – nichts Negatives. Dabei verhängte der selbstständige Kaufmann zwei Elfmeter und taxierte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit auch das Tor von Owen zum zwischenzweitlichen 2:1 für England als regulär.

Viele beurteilten die Ballabgabe von Scholes auf Owen voreilig als abseitsverdächtig. Meier: «Dieser Entscheid war sehr knapp, aber ebenfalls korrekt. Shearer stand im passiven Abseits. Ich zweifelte keinen Augenblick an meiner sofortigen Beurteilung der Situation, blickte aber schnell und sicherheitshalber auf meinen Assistentender meinen Entschluss mit einem klaren Zeichen bekräftigte.»

Auch der Penalty für England, den Shearer zum 1:1 verwertete, war vertretbar. Meier dazu: «Der Rumäne grätschte rein, liess das Bein stehen und berührte den Engländer am Fuss. Ich habe es aus nächster Nähe gesehen. Und über den Penalty für Rumänien kurz vor Schluss gab es ohnehin keine Zweifel. Auch kein Engländer hat reklamiert. Sie haben die Fehler und die Gründe ihres Ausscheidenms nicht beim Schiedsrichter gesucht. Die Engländer waren faire Verlierer.»

Urs Meier ist zuversichtlich, dass er an der EM bleiben kann. Ob es der Final sein wird? Meier hat sich noch keine Gedanken gemacht oder gibt solche nicht öffentlich preis. Bis zu seiner (wahrscheinlich) nächsten Spielleitung wird sich Urs Meier im öffentlichen Schiedsrichter-Hotel nahe des Flughafens in Brüssel fit halten, sich ablenken und die Sonne geniessen.

swissinfo und Agenturen

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