Verseuchte Backwaren
Im Kanton Solothurn haben sich mindestens 15 Personen durch Backwaren mit Hepatitis A (Gelbsucht) angesteckt. Es ist der erste bekannte solche Fall in der Schweiz.
Die Epidemie wurde durch eine Bäckerei-Verkäuferin ausgelöst, die sich offenbar in den Ferien in Tunesien mit dem Hepatitis A-Virus infiziert hatte, wie der Solothurner Kantonsarzt Hans Binz zu einem Bericht im neuesten Bulletin des Bundesamts für Gesundheit (BAG) sagte.
Auch 7 Kontaktpersonen erkrankt
Die meisten Fälle traten in Balsthal und Holderbank auf. Nach dem Ferienaufenthalt erkrankten ausser der Famile der Verkaufsperson 15 Kunden und 7 Kontaktpersonen. Dabei gilt als sicher, dass sich die Kunden über den Verzehr von Backwaren ansteckten. Bei den übrigen Betroffen ist der genaue Infektionsweg laut Binz unklar.
Weitere Ausbreitung verhindert
Von den erkrankten Personen arbeitete ein Teil ebenfalls in lebensmittelverarbeitenden Betrieben, wie Binz weiter sagte. Durch die ergriffenen Massnahmen habe aber eine weitere Ausbreitung der Epidemie verhindert werden können.
Wie die Solothurner Lebensmittelkontrolle und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilen, müssen Betriebe, die Lebensmittel verarbeiten, dahingehend informiert werden, dass ihrem in gefährdete Gebiete reisendem Personal eine Hepatitis-A-Impfung unbedingt zu empfehlen ist.
Seit 1992 gilt laut BAG eine generelle Empfehlung zur Impfung für Reisende in Endemiegebiete. Es sei den Kantonen überlassen, weitere Empfehlungen herauszugeben.
Todesfälle sind selten
Hepatitis A wird in der Regel oral (über den Mund) durch Lebensmittel und Wasser übertragen. Die Krankheit verläuft nur selten tödlich. Die weitaus gefährlichere Hepatitis B hingegen wird durch Blutkontakt übertragen.
swissinfo und Agenturen
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