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Tripolis/Benghasi (awp/sda/dapd/afp/rtd/dpa) - Im Kampf mit den Aufständischen gewinnen die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi weiter an Boden. Die Truppen kontrollierten am Mittwoch nach eigenen Angaben die Stadt Adschdabija im Osten und kamen der Rebellenhochburg Benghasi immer näher.
Adschdabija wurde pausenlos beschossen, um die Aufständischen von dort zu vertreiben. Dabei gab es kaum Widerstand der Rebellen. Diese verfügen nur über leichte Waffen, wie einer der Aufständischen sagte.
"Wir haben ihnen unsere Gewehre gegeben und sie sagten, wir sollen nun Gaddafi feiern", sagte ein Aufständischer aus Adschdabija unter Tränen. "Wir haben verloren, einfach verloren."
Hunderte Zivilisten und Aufständische flohen aus der Stadt, die bislang rund 140'000 Einwohner zählte. Verletzte wurden nach Benghasi gebracht. Dort befindet sich der Sitz der provisorischen Rebellenregierung. Erste Hilfsorganisationen, wie die Ärzte ohne Grenzen, zogen allerdings inzwischen ihre Mitarbeiter aus der zweitgrössten Stadt des Landes ab.
Nervosität vor erwartetem Angriff
In Benghasi schwankte die Stimmung vor dem erwarteten Angriff zwischen Trotz und Nervosität. Einige Bewohner befürchteten ein Blutbad, andere zeigten sich zuversichtlich, dass den Aufständischen der Sieg doch noch gelingen könnte.
Ebenfalls unter starkem Beschuss stand am Mittwoch die Stadt Misrata, die Kommunikationsverbindungen waren unterbrochen. Den Regierungstruppen gelang es nach Angaben der Rebellen aber bislang nicht, in die Stadt einzudringen. Misrata ist die letzte von Aufständischen gehaltene Stadt in der westlichen Hälfte Libyens.
In den vergangenen elf Tagen hatten die Regierungstruppen fast alle Öl-Anlagen zurückerobert und die Kontrolle über eine Reihe von Küstenstädten im Osten des Landes zurückgewonnen.
Gaddafi-Clan siegessicher
Gaddafis Sohn Saif al-Islam sagte in einem Interview mit dem TV-Sender Euronews, die Regierungstruppen stünden kurz davor, das gesamte Land wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Er sagte: "Die Militäroperationen sind vorbei. In 48 Stunden ist alles beendet."
Den Regimegegnern, die er "Verräter" nannte, riet Saif al-Islam, mit ihren Familien nach Ägypten auszuwandern: "Wir wollen niemanden töten, wir wollen keine Rache, sie sollen gehen." Mit Blick auf die Uneinigkeit der internationalen Gemeinschaft, eine Flugverbotszone zu schaffen oder nicht, sagte er: "Egal welche Entscheidung getroffen wird, es ist zu spät."
Ein Sprecher der Rebellen warf dem Westen vor, untätig zuzusehen, wie Gaddafis Einheiten vorrückten. "Die Menschen haben genug. Sie warten ungeduldig auf internationale Schritte", sagte er. "Gaddafi nutzt das Zögern der internationalen Gemeinschaft aus."
Debatte im UNO-Sicherheitsrat
Die internationale Gemeinschaft findet im Umgang mit Gaddafi bislang keine gemeinsame Linie. Beim Treffen der G8-Aussenminister am Dienstag herrschte nur Einigkeit darin, den politischen Druck auf den libyschen Machthaber zu erhöhen. Die Einrichtung einer Flugverbotszone blieb aber strittig.
Dem UNO-Sicherheitsrat in New York lag am Mittwoch ein Resolutionsentwurf zur Debatte vor, der nach Angaben von Diplomaten "alle Flüge" über Libyen verbieten und "alle notwendigen Mittel, um dies durchzusetzen" erlauben sollte. Diplomaten rechneten nicht vor Donnerstag mit einer Abstimmung.
Den Entwurf hatte Libanon am Dienstag eingebracht. Frankreich sprach sich für ein rasches Handeln aus, auch die Arabische Liga hatte ein Flugverbot gefordert. Deutschland und Russland äusserten allerdings Bedenken.
Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle hielt am Mittwoch in einer Regierungserklärung im Bundestag fest, die vermeintlich einfach Lösung werfe "mehr Fragen und Probleme auf, als sie zu lösen verspricht".

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