Mangelnde Vereinbarkeit führt zu Personalmangel auf der Alp
Nicht nur die Arbeit auf der Alp stellt eine Herausforderung dar, auch die Vereinbarkeit mit dem Leben im Tal ist schwierig. Das geht aus einer Studie der Berner Fachhochschule hervor, die dem zunehmenden Personalmangel auf Schweizer Alpen auf den Grund ging.
(Keystone-SDA) «Wer mehrere Monate im Jahr auf der Alp arbeitet, muss für den Rest des Jahres tragfähige Lösungen finden – beruflich wie privat», wird Mitautorin Sandra Contzen in einer Mitteilung vom Montag zitiert. Mit zunehmender Lebensverantwortung werde diese hybride Lebensform immer schwieriger, kam die Studie der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften zum Schluss.
Entscheidend für die Rückkehr auf die Alp seien aber auch die dortigen Bedingungen. Dazu zählten die Anstellungsbedingungen, die Arbeitsorganisation und das Personalmanagement. Wichtig seien den Angestellten – neben angemessenen Löhnen – Wertschätzung, Planungssicherheit, transparente Kommunikation und eine professionelle Führung.
Mehr Anerkennung für Kompetenzen
Häufige Personalwechsel führten zu einem Wissensverlust – was wiederum die nachhaltige Bewirtschaftung erschwere. Die Studie schlägt deshalb Massnahmen vor. Dazu gehören eine bessere Anerkennung der auf der Alp erworbenen Kompetenzen sowie Weiterbildungen für Alpverantwortliche in der Personalführung.
Jedes Jahr bewirtschaften rund 17’000 Älplerinnen und Älpler etwa 6500 Sömmerungsbetriebe, wie die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften der Berner Fachhochschule weiter schrieb. Zunehmend sei es aber schwierig, Personal zu finden, insbesondere für qualifizierte Tätigkeiten in der Tierhaltung und Käseproduktion.
Die Studie wurde gemeinsam mit dem Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verband durchgeführt. Grundlage bildete unter anderem eine Umfrage unter dem Alppersonal mit 360 Teilnehmenden.