Obwalden startet Bau des letzten Teils des Hochwasserschutzprojekts
Damit der Hochwasserschutz im Sarneraatal gesteuert werden kann, muss in Sarnen OW ein Hilfswehr gebaut werden. Die Arbeiten dazu sind am Montag offiziell gestartet worden und sollen bis in einem Jahr abgeschlossen sein.
(Keystone-SDA) Das Hilfswehr sei das letzte fehlende Element des Hochwasserschutzsystems im Sarneraatal, teilte das Amt für Wald und Landschaft am Dienstag mit. Es sei neben dem Hochwasserentlastungsstollen ein Hauptelement, um den Hauptort vor Überschwemmungen zu schützen.
Mit dem Hilfswehr kann der Sarnersee reguliert werden. Bei Hochwasser werde die Schlauchmembran des Wehrs angehoben, erklärte das Amt für Wald und Landschaft die Funktionsweise. Damit werde der Abfluss aus dem Sarnersee in die Sarneraa begrenzt und Wasser über den Hochwasserentlastungsstollen abgeleitet.
Seepegel kontrolliert senken
Hat das Hochwasser sein Maximum überschritten, kann der Sarnersee langsam und kontrolliert abgesenkt werden. Dies trage auch dazu bei, das Moor rund um den See besser vor starken Schwankungen des Pegels zu schützen, teilte das Amt für Wald und Landschaft mit.
Der Entlastungsstollen zwischen Sachseln am Sarnersee und dem Wichelsee bei Alpnach ist seit Juni voll einsatzbereit. Er kann pro Sekunde bis zu 100 Kubikmeter Wasser aufnehmen, was dem Inhalt von 500 Badewannen entspricht.
Zudem wird seit dem 17. August die Sarneraa in Sarnen auf einem 1,6 Kilometer langen Abschnitt ökologisch aufgewertet. Der Fluss ist gemäss der Mitteilung heute stark kanalisiert. Ein weiteres Teilprojekt ist die Aufweitung der Sarneraa oberhalb des Wichelsees. Diese Arbeiten starteten ebenfalls am Montag.
Der Hochwasserschutz im Sarneraatal war nach dem Hochwasser 2005 aufgegleist worden, das Schäden von 250 Millionen Franken verursachte. Die für die Realisierung bewilligten Kredite belaufen sich auf rund 180 Millionen Franken. Bund und Gemeinden beteiligen sich an den Kosten. Der Kanton finanziert seinen Anteil über eine Zwecksteuer.