Presseschau vom 14.11. 2002

Grünes Licht aus Bagdad: Die meisten Tageszeitungen spekulieren über die Bedeutung der Zusage Saddam Husseins, UNO-Rüstungsinspektionen in Irak zuzulassen.

Dieser Inhalt wurde am 14. November 2002 - 10:03 publiziert

Weiteres Thema ist die Analyse der Abstimmung über die Verwendung der überschüssigen Goldreserven.

"Vorerst kein Krieg in Irak",

titelt die BERNER ZEITUNG und zeigt sich, wie alle anderen Zeitungen auch, erleichtert über die "gute Nachricht aus Bagdad":

"Vier Jahre nach dem Rauswurf der UNO-Inspektoren dürfen die Waffenkontrolleure in den Irak zurückkehren, ausgestattet zudem mit einem wesentlich robusteren Mandat als früher. Und damit sollte auch Bush zufrieden sein."

Eine andere Wahl habe der irakische Präsident Saddam Hussein freilich nicht gehabt, stellt die BZ weiter fest:

"Saddam hat sich umgeschaut, doch niemand war da, der ihm Hilfe anbot, nirgends war ein Riss zu sehen, an dem er mit seiner altbewährten Spaltungstechnik hätte ansetzen können."

Über die weitere Entwicklung im Irak-Konflikt äussern sich die Zeitungen eher vorsichtig. Für die BASLER ZEITUNG hat der Frieden so "eine letzte, kleine Chance" bekommen. Saddam Hussein allerdings sei "so oder so ein Despot auf Abruf":

"Die Amerikaner werden auf seiner Beseitigung bestehen - entweder durch Krieg oder durch Putsch."

Und die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG doppelt nach:

"Das Einlenken Bagdads bedeutet allerdings noch lange nicht, dass ein Krieg vermieden werden kann."

Skeptisch äussert sich auch die Genfer Zeitung LE TEMPS. Auch sie erinnert daran, dass

"US-Präsident Bush den irakischen Staatschef eigentlich stürzen möchte. Dieses Ziel hat er sicher noch nicht aus den Augen verloren."

Die Zustimmung des Irak zur UNO-Resolution halte die USA wohl kaum davon ab, ihre Kriegsvorbereitungen voranzutreiben, ist auch der TAGES-ANZEIGER überzeugt.

"Alles klar. Feuer frei?",

fragt der TAGI und berichtet über die "US-Kriegspläne, die schon bereit" seien.

Vox-Analyse zu Goldreserven

Noch nie sei der Vox-Analyse so viel Gewicht beigemessen worden wie nach der Goldabstimmung vom vergangenen 22. September, schreibt die NEUE LUZERNER ZEITUNG.

"Alle rümpfen die Nase - und sehen sich trotzdem bestätigt",

titelt sie. Noch werde um die genauen Verwendungszwecke der überschüssigen Goldreserven gestritten, eines sei laut Vox-Analyse aber jetzt schon klar:

"Letztlich wird nur eine Kombinationslösung Gnade vor Volk und Ständen finden."

Für den TAGES-ANZEIGER bestärkt die Vox-Abstimmungsanalyse die SP und SVP:

"Sie wollen gemeinsam verhindern, dass die AHV bei der Verteilung der Goldreserven leer ausgeht",

schreibt der TAGI. Aber 50 Tage nach dem Doppel-Nein in der Goldabstimmung sei der Volkswille nachgewiesen:

"Die AHV darf nicht leer ausgehen; zwei Drittel der Golderträge für die Kantone liegen nicht drin".

swissinfo, Alina Kunz Popper

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