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Protestaktionen an der MUBA

Rund 70 Personen haben am Samstag (29.04.) vor dem Eingang zur grössten Schweizer Publikumsmesse in Basel demonstriert. Antimilitaristen protestierten gegen die grosse MUBA-Armeeschau, Frauen gegen das Plakat mit einer nackten Schwangeren.

Dieser Inhalt wurde am 29. April 2000 publiziert

Rund 70 Personen haben am Samstag (29.04.) vor dem Eingang zur grössten Schweizer Publikumsmesse in Basel demonstriert. Antimilitaristen protestierten gegen die grosse MUBA-Armeeschau, Frauen gegen das Plakat mit einer nackten Schwangeren.

Um zehn Uhr legten sich rund 50 Antimilitaristen und Antimilitaristinnen als symbolischer "Leichenteppich" vor den Eingang der grössten Schweizer Publikumsmesse. Die Besucherinnen und Besucher mussten teilweise über die liegenden Demonstrierenden steigen, schienen es aber gelassen zu nehmen. Auf Transparenten hiess es "Keine Armee im Bauch der Mutter aller Messen".

Die demonstrierenden Frauen verteilten daneben Flugblätter mit dem Aufdruck: "Mutterschaft - für die Werbung reichts, nicht für eine Versicherung". Sie waren dem Aufruf zu einem "Frauenmarsch" als Protest gegen das Muba-Plakat mit der nackten Schwangeren und dem Slogan "Mutter aller Messen" gefolgt.

Kritisiert werde nicht das Plakat an sich, sondern die Verwendung des Bildes für Werbezwecke. Zur Aktion aufgerufen hatten rund 30 Organisationen, darunter mehrere Kantonalparteien, Gewerkschaften und Frauen-Hilfsinstitutionen.

Die Kundgebungen verliefen friedlich mit Militärmusik im Hintergrund. Am Mittag zogen die Demonstrierenden ab.

Armee-Propaganda

Der Auftritt der Armee und das Muba-Plakat hatten schon im Vorfeld zu Kontroversen geführt. Die Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) hatte in ihrer Ankündigung der Demonstration die Armeeschau als "Propaganda gegen die anstehenden militärkritischen Vorlagen" bezeichnet. Gemeint sind namentlich die Militärgesetzrevision, die die Halbierungsinitiative und die Armeeabschaffungsinitiative.

Am Donnerstag hatte die Armee nach breiten Protesten einen besonders umstrittenen Schiesssimulator mit Menschensilhouetten als Zielen vorzeitig abgezogen. In der Nacht auf vergangenen Dienstag waren zudem in der Berner Innenstadt zwei armeepolitisch motivierte Sprengstoffanschläge verübt worden.

Zerstörte Plakate

Bereits am Freitag, dem Eröffnungstag, hatte eine kleine Gruppe von Frauen auf dem Messeplatz mit Transparenten gegen das Plakat protestiert. Sie fand allerdings wenig Resonanz bei Passanten.

Vor allem im Raum Basel wurden zahlreiche der umstrittenen Plakate mit Reklamationen beschriftet oder zerstört. Die Messe selbst wollte noch am Donnerstag mehr positive als negative Reaktionen auf ihr Plakat - die Fotografie stammt von Richard Avedon - ausgemacht haben.

"swissinfo.org" an der MUBA

Am Stand des Deutschschweizer Fernsehens SF DRS präsentieren Schweizer Radio International und die SRG SSR idée suisse ihre News-und Informationsplattform "swissinfo.org". Besucher können an fünf Surf-Stationen den Dienst ausprobieren. Gezeigt wird auch das WAP-Handy-Angebot von "swissinfo.org". Weiter können mit einer "Medi@box" Videogrüsse von der MUBA in Wort und Bild per E-Mail an Freunde und Verwandte in der ganzen Welt geschickt werden.

swissinfo und Agenturen

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