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Romanisches Radio und Fernsehen unter einem Dach

Neues Radiostudio von RTR in Chur.

(Keystone)

Radio e Televisiun Rumantscha (RTR) verfügen in Chur jetzt über ein eigenes neues Sendezentrum.

Die Studios wurden von Justizminister Christoph Blocher eröffnet. Kostenpunkt: 26 Millionen Franken.

Blocher unterstrich in seiner Ansprache am Festakt im Stadttheater die Bedeutung der Medien für ein föderalistisches, direktdemokratisches Land. Es brauche konkurrenzierende Meinungen und möglichst breite Informationen.

Er wolle nichts vormachen, sagte Blocher vor rund 500 Zuhörerinnen und Zuhörern: Er sei kein Anhänger staatlicher Medien, zu denen auch das Schweizer Radio und Fernsehen zählten. Doch die regionalen Studios zeigten, dass die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) der schweizerischen Vielfalt Rechnung trage.

Blocher appellierte an die Medienschaffenden, die Vielfalt abzubilden und Sorge dafür zu tragen, dass sie erhalten bleibe. "Hüten Sie sich vor Einseitigkeit und Parteinahme", warnte der Bundesrat und forderte, "zeigen Sie, was ist" - im Fall Graubündens einen "vielfältigen, aufregenden und kantigen Kanton".

Zeichen der Vitalität

"Die Svizra rumantscha will leben", sagte Nationalrat Duri Bezzola, Präsident der Trägerschaft Cuminanza Rumantscha Radio e Televisiun (CRR). Das Medienhaus sei ein Zeichen für die Vitalität der Rumantschia und für den Willen der Nation, der vierten Schweiz eine Zukunft zu sichern.

SRG-Generaldirektor Armin Walpen bezeichnete den Neubau als den "in Stein gemeisselten Beweis", dass sich die SRG SSR idée suisse für die Erhaltung der Rumantschia einsetze. "Wir glauben an das Rätoromanische in all seinen Facetten", sagte Walpen.

In der "Chasa RTR" verfügt das romanische Fernsehen erstmals über ein eigenes Fernsehstudio und eine eigene Produktionstechnik, wie RTR-Direktor Bernard Cathomas erklärte. Zudem sind Radio und Fernsehen neu unter einem Dach vereint.

143 Kilometer Kabel

Von den Kosten von 26 Mio. Franken entfielen allein 10 Millionen auf Technik und Akustik. Es wurden nicht weniger als 143 Kilometer Kabel verlegt.

Im Medienhaus arbeiten auch die Korrespondentinnen und Korrespondenten von SF und SR DRS, der Radiotelevisione svizzera di lingua italiana (RTSI) und der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA). Untergebracht ist zudem die Agentura da Novitads Rumantscha (ANR), die rätoromanische Nachrichtenagentur.

Geburtstag

Genau diese Agentura da Novitads Rumantscha, die kleinste Nachrichtenagentur der Schweiz, feiert diese Woche einen runden Geburtstag: In den zehn Jahren ihres Bestehens hat sich die ANR zu einer Stütze der romanischen Presse entwickelt.

Die ANR wurde am 7. Juni 1996 mit dem Ziel gegründet, die rätoromanischen Medien zu unterstützen. Die Dienstleistungen der Agentur gelten als Massnahme zur Erhaltung und Förderung der vierten Landessprache.

Die ANR liefert den romanischen Zeitungen "La Quotidiana", "La Pagina da Surmeir" und "Posta Ladina", der "Engadiner Wochenzeitung" sowie den romanischen elektronischen Medien täglich Beiträge in allen rätoromanischen Idiomen und in Rumantsch Grischun.

Einen Drittel der Kosten von rund 1 Mio. Franken pro Jahr trägt der Kanton Graubünden, zwei Drittel der Bund.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Radio e Televisiun Rumantscha (RTR) hat seine Studios in Chur und ist das einzig öffentlich-rechtliche Radio und Fernsehen für die romanisch sprechende Schweiz. Romanisch ist eine der vier Landessprachen.

1938 erhielt das Romanische den Status einer Schweizer Landessprache und seit 1996 ist es teilweise auch offizielle Sprache des Bundes.

Heute verstehen noch rund 100'000 Personen in der Schweiz die romanische Sprache. Etwa 75'000 sprechen sie regelmässig, und für 40'000 Personen ist sie die hauptsächlich gesprochene Muttersprache.

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Fakten

RTR wurde 1925 gegründet und zählt heute 147 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Insgesamt verfügt RTR über ein Budget von 22,5 Mio. Franken.

Das sind 1,5% des Gesamtbudgets der öffentlich-rechtlichen SRG SSR idée suisse.

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