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Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen: Christian Levrat, Präsident der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz, tritt im April 2020 zurück. 

Der Grund: Die Verluste bei den jüngsten Wahlen. Doch so schlecht ist seine Bilanz nicht.

Liebe Grüsse aus Bern

sda-ats

12 Jahre sind genug: Das sagte Christian Levrat und kündigt seinen Rücktritt als Chef der grössten Linkspartei der Schweiz auf nächsten Frühling an. Das Rennen um seine Nachfolge kann beginnen.

Christian Levrat, ein Loser? Mitnichten, wurde er doch am Sonntag glanzvoll als Ständerat des zweisprachigen Kantons Freiburg gewählt. Und beim Nein des Schweizer Volkes 2017 zur Unternehmenssteuerreform ging er als grosser Abstimmungssieger hervor. 

Die andere Seite der Medaille: Am 20. Oktober hat seine SP mit 16,8% Stimmen einen historischen Tiefpunkt erreicht. Erstmals hat die SP in der Grossen Kammer weniger als 40 der 200 Sitze. Dafür muss natürlich der Parteipräsident geradestehen.

Sein Abgang sei aber schon im Frühjahr geplant und der Parteitag eigens dafür auf April 2020 vorgezogen worden, sagt Levrat. Sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin hätten so genügend Zeit, um die Wahlen 2023 vorzubereiten.

Dass ihm bis im nächsten Frühling nicht die Puste ausgeht, dafür sorgen Freunde: Sie haben dem etwas rundlich Gewordenen einen strikten Trainingsplan verpasst, damit er im April den Rad-Klassiker Paris-Roubaix absolvieren kann. Zwar nicht mit den Profis, aber im Feld der Hobbysportler auf dem Rennrad. Aufgrund der Kopfsteinpflaster-Abschnitte hat er sich nichts weniger als das härteste Radrennen der Welt ausgesucht.

swissinfo.ch

November 1989: Die Schweiz steckt noch mitten im Kalten Krieg. Da hat sie fast nicht mitbekommen, dass in Berlin die Mauer fiel. Der Vertreter Berns vor Ort, der damalige Schweizer Botschafter, wusste aber eines: Das neue Deutschland würde nicht neutral sein können.

Der Schweizer Aussenminister René Felber war beileibe nicht der einzige Magistrat, der auf dem falschen Fuss erwischt worden war. Eiligst um Informationen aus Berlin gebeten, erhielt er unter anderem den Ratschlag, öffentlich zu erklären, dass für die Schweiz «nicht der Zeitpunkt gekommen sei, einseitig zu entwaffnen». 

Dies für den Fall, dass Schweizer Journalisten den Mauerfall mit der Abstimmung über die Abschaffung der Armee verbinden würden, die auf den 26. November 1989 angesetzt war.

Etwas handfester wurde es dann Anfang 1990: Europäische Integration, Auflösung des kommunistischen Blocks und Wiedervereinigung seien die drei grossen Themen der kommenden Jahre, schrieb der Schweizer Botschafter in einer Analyse. Der Prozess der Wiedervereinigung sei unumkehrbar, schrieb er.

Klar war Botschafter Alfred Hohl in einem Punkt: ein neutrales Deutschland, wie vom letzten DDR-Regierungschef Hans Modrow vorgeschlagen, werde es nicht geben. Die Schweiz hat ihre Neutralität als Alleinstellungsmerkmal behalten wollen.

  • Der Bericht von meinem Kollegen Andrea Tognina zur etwas verzögerten Reaktion der offiziellen Schweiz auf den Mauerfall.
  • Aus unseren Archiv: Wie Walter Momper, der damalige Bürgermeister Westberlins, den Fall der Mauer erlebt hat.
  • Beiträge des Schweizer Fernsehens SRFExterner Link zum Ende der Teilung Deutschlands und des Kommunismus.
Blick

Was hat dieser Mann nicht alles erlebt: Koch von Charlie Chaplin, Inhaber mehrerer erfolgreicher Restaurants in der Westschweiz, Sieger von Kochwettbewerben. Richard Oschwald war auf der Erfolgsspur. Bis zu seinem Autounfall. Seine Rettung: Er wurde Auslandschweizer.

Bei einem Unfall brach sich Oschwald in den 1990er-Jahren zweifach seinen Rücken. Vorher hatte er drei Restaurants gleichzeitig geführt. Jetzt: alles weg. Es ging nach Südfrankreich, auch der Gesundheit wegen. Dort lernte er eine Frau aus Senegal kennen. 2005 übersiedelten sie in deren Heimat.

Mit dem Geld der Versicherung bauten sie sich ein Haus. Die Partnerin zog derweil wieder nach Frankreich. Heute lebt der 74-Jährige von gut 1900 Franken AHV-Rente aus der Schweiz. 

«Man hat mir als Kind schon beigebracht, nach vorne zu blicken. Der Fall war zwar grausam, aber das Ausland hat mich gerettet. Heute bin ich glücklich.» Auch dank neuen Freunden, die er in Senegal gefunden hat.

Twitter: @Stefan24Frei

Gleich noch ein Auslandschweizer. Die Rede ist von Stefan Frei. Als Torhüter ist er soeben mit den Seattle Sounders US-Fussballmeister geworden. Doch er hat noch eine ganz andere Passion als das Bällefangen: die Malerei.

Der 33-jährige gebürtige Ostschweizer, 2001 in die USA gekommen, ist im Zenit seiner Karriere: Zweiter Titel mit Seattle nach 2016. Statistisch gesehen ist Frei, den in der Schweiz ausser den hartgesottenen Fans des runden Leders kaum jemand kennt, schon jetzt eine Legende: 2018 musste er pro Match gerade 1,03 Mal hinter sich greifen – ein Traumwert. Dafür brachte er es auf 114 Saves, ebenfalls pro Match.

Er habe Angst, «etwas zu werden, was ich nicht sein will», vertraute Frei der Zeitung Seattle Times an. Diese Angst aber scheint unbegründet: Die Malerei, einst ein Hobby zum Ausgleich, ist bereits heute, wo das Ende seiner Torwartkarriere in Sicht ist, zum festen Standbein geworden.

Inspiriert von Graffiti-Malereien an Mauern, hat Frei bereits eine Kundenkarte für eine Bank gestaltet. Sein bevorzugter Stil sind geometrische Formen. Seine Bilder finden Käufer. Noch sind sie zu erschwinglichen Preisen wie 2000 Dollar zu haben. Es würde aber nicht überraschen, wenn sich dies künftig ändern würde. 

Im Kopf jedenfalls stimmt es beim Spitzensportler Stefan Frei. «Du musst gross denken und es einfach probieren

sda-ats

Es war der absolute Höhepunkt des Kunst-Jahrgangs 2018: Die Selbstzerstörung eines Werks des geheimnisvollen britischen Künstlers Banksy. Caroline Lang war an der Auktion in London im Saal, als sich das Unglaubliche ereignete. Sie bringt etwas Licht in diese Aktion.

Sie ist «dick drin», wie wir Schweizer sagen: Caroline Lang. Die Baslerin ist seit 1987 beim Auktionshaus Sotheby’s. Seit 2012 leitet sie den Ableger des zweitgrössten Auktionshauses nach Christie’s in der Schweiz.

Wie hat sie den Moment erlebt, von dem die Welt der Kunst wohl noch in Jahrzehnten sprechen wird? «Zuerst hat man es gehört: pipipip pffffrrrrrrr. Alle haben hingeschaut und dann haben alle gefilmt, wie das Bild geschreddert wurde.» Sie glaubt, dass Banksy selber dabei war, den Vorgang gesteuert habe, aber unerkannt habe verschwinden können. «Das Bild war in einem Rahmen, auf dem stand: ‚Den Rahmen nicht entfernen oder öffnen, sonst ist es kein Kunstwerk von Banksy mehr‘.»

Nach der Schredderung, die viral ging, stellten sich die Menschen in einer Schlange an, die um den ganzen Häuserblock gegangen sei, um Banksys Werk zu sehen. Zum Künstler, dessen Gesicht niemand kennt, sagt die Expertin: «Ich sehe ihn als eine Art Robin Hood der Kunst, der Geld macht und damit wohl Gutes tut

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