Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Manchmal sorgt die Schweiz auch mit positiven Leistungen für internationales Aufsehen. Insbesondere für ihre Vermittlungsdienste zwischen Konfliktparteien hat sich das neutrale Land schon oft bewährt. Jüngstes Beispiel ist der Gefangenen-Austausch zwischen den USA und Iran.
Herzliche Grüsse aus Bern
In einem seltenen Akt der Kooperation haben Washington und Teheran am Wochenende zwei Gefangene ausgetauscht. Durchgeführt wurde der Austausch in der Schweiz. Das kleine Land hat bei der Vermittlung eine wichtige Rolle gespielt und von beiden Seiten Lob erhalten.
Der Amerikaner Xiyue Wang, der 2016 im Iran festgenommen und später wegen Spionage angeklagt wurde, sei frei, hiess es in iranischen Regierungskreisen. Die Regierung in Washington habe im Gegenzug dafür den iranischen Professor Massud Soleimani auf freien Fuss gesetzt.
Nicht nur der iranische Aussenminister Mohammed Dschwad Sarif, sondern auch Donald Trump und dessen Aussenminister Mike Pompeo dankten der Schweiz für deren wertvolle Dienste.
- Das Flugzeug der iranischen Luftwaffe, mit dem der amerikanische Gefangene nach Zürich geflogen wurde, sehen Sie bei SRFExterner Link.
- Der Gefangenenaustausch ist ein seltener Lichtblick in den seit Monaten eskalierenden Spannungen zwischen Washington und Teheran, schreibt die Nahost-Korrespondentin der NZZExterner Link.
- Welches Potential die Schweiz im US-Iran-Konflikt hat, erläutert der schweizerisch-amerikanische Politikwissenschaftler Daniel Warner in seinem Gastkommentar bei swissinfo.ch.
- Viel Lob erhält der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis, der im Inland derzeit nicht auf einer Popularitätswelle reitet. Den Inhalt der Lobeshymnen finden Sie in Medien der Tamedia-GruppeExterner Link.
Beim letzten Meeting der Mächtigen dieser Welt sagte er kurzfristig ab. Nun plant Donald Trump laut Medienberichten im Januar 2020 ans World Economic Forum (WEF) nach Davos zu reisen. Mit einer Reise in die Schweiz könnte der amerikanische Präsident vom Amtsenthebungsverfahren ablenken.
Nach seiner Wahl zum amerikanischen Präsidenten war Trump bereits im Januar 2018 nach Davos gereist. 2019 blieb er dem Meeting fern, weil er sich in letzter Minute dafür entschied, wegen des damaligen Shutdowns der US-Regierung zuhause zu bleiben.
Offiziell bestätigt ist der Besuch am Weltwirtschaftsforum 2020 noch nicht. Ein Sprecher des WEF erklärte gegenüber der NZZ, die G-20 Länder erhielten automatisch eine Einladung.
Die Zeitung sieht darin die letzte Chance für ein baldiges Freihandelsabkommen zwischen den USA und der Schweiz. Falls Trump wie geplant nach Graubünden reise, dürfte es mindestens zu einem kurzen Treffen mit einer Delegation des Bundesrats kommen. «Aus Schweizer Sicht stünden vor allem Gespräche über ein Freihandelsabkommen mit den USA im Vordergrund.»
- Weshalb sich das Zeitfenster für einen baldigen Freihandelsvertrag in den nächsten Monaten schliessen dürfte, erfahren Sie in der NZZExterner Link. (Paywall)
- Das Portal Inside ParadeplatzExterner Link vergleicht das Stelldichein der Weltmächtigen in den Schweizer Alpen mit dem Schweizer Nationalzirkus.
- Am WEF 2020 werde sich die neue EU-Präsidentin Ursula von Leyen mit Mitgliedern der Schweizer Regierung treffen, um über das Rahmenabkommen zu sprechen, schreibt der SonntagsblickExterner Link. (Paywall)
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Die beiden ältesten Kernkraftwerke geben derzeit in der Schweiz zu reden: jenes in Mühleberg, weil es noch in diesem Jahr vom Netz geht, und eines der beiden Schwesterwerke in Beznau, das vor genau 50 Jahren den Betrieb aufnahm.
Beznau I ist eines der ältesten thermonuklearen Kraftwerke der Welt, die noch in Betrieb sind. Älter sind lediglich wenige Kraftwerke in Indien und den USA. Das Kraftwerk auf einer Insel im Aare-Fluss mutierte vom Symbol für Fortschritt zum Zankapfel in der Atompolitik.
Atomgegner behaupten, die Sicherheit eines so alten Kernkraftwerks könne nicht mehr gewährleistet werden. Die Betreibergesellschaft sagt, dass sie millionenschwere Investitionen in die Sicherheit gesteckt habe.
- Die Geschichte des ältesten Schweizer Kernkraft-Werks hat mein Kollege Andrea Tognina zusammengefasst.
- Wie die Schweiz ihr erstes AKW demontiert: hier meine Story bei swissinfo.ch.
- Bisher war von 50-jährigen Laufzeiten die Rede. Laut NZZExterner Link sollen AKW vom Bund nun eine längere Gnadenfrist erhalten.
Dolma darf in der Schweiz weder arbeiten noch sich weiterbilden. Ihr Asylgesuch wurde abgelehnt. Trotzdem lebt sie seit sieben Jahren hier. Seitdem der Bund die Asylpraxis gegenüber Tibeterinnen und Tibetern verschärft hat, leben die meisten im Dauerprovisorium.
Viele Tibeterinnen und Tibeter flüchteten in die Schweiz, weil sie sich von der chinesischen Zentralregierung verfolgt fühlten. Wie viele von ihnen hier als abgewiesene Asylbewerber leben, kann das Migrationsamt nicht sagen, weil sie als Angehörige der Volksrepublik China registriert sind.
Bis 2014 konnten sich tibetische Flüchtlinge als staatenlos oder als Tibeter registrieren lassen, was ihnen in der Regel ein Aufenthaltsrecht garantierte. Die Arbeitsgruppe Swiss Free Tibetans vermutet politische Hintergründe.
Es könne kein Zufall sein, dass die Schweiz gleichzeitig mit dieser Änderung der Asylpraxis ein Freihandelsabkommen mit China abgeschlossen habe, sagte deren Vertreter gegenüber Radio SRF. Die Organisation werde nun in einer erstmaligen Aktion zwanzig so genannte Härtefall-Gesuche einreichen.
- Wie die 42-jährige Dolma und der 22-jährige Tenzin in der Schweiz leben und wie sie sich fühlen, hören Sie auf SRFExterner Link.
- Seitdem die Schweiz mit China ein Freihandelsabkommen habe, setze sie sich weniger für Tibet ein, sagte der Chef der tibetischen Exilregierung bei einem Besuch in der Schweiz Mitte November. Wie Lobseng Sanggay die Behauptung begründet, hören Sie auf SRFExterner Link.
- Weshalb sich die Gründerin des Hilfswerks «Tibetfreunde Schweiz» seit mehr als 50 Jahren für Kinder aus Tibet engagiert, erfahren Sie in der Berner ZeitungExterner Link. (Paywall)
🎄 ADVENTSKALENDER 🎄
Hier stellen wir Ihnen im Advent jeden Tag eine kulinarische Spezialität aus einem anderen Kanton vor. Ein Stück Heimat – egal, wo Sie gerade sind.
Am Montag gibt es hier sogar zwei Rezepte:🌭🍏
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