Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Relevant: Trifft der US-Präsident am WEF in Davos auf den iranischen Aussenminister? Interessant: Erhält die Stadt Zürich eine gigantische Klima-Anlage? Brisant: Vergiftet ein Insektizid aus der Schweiz Brasiliens Trinkwasser? Vakant: Wer wird neuer SVP-Präsident?
Herzliche Grüsse aus Bern
Am Weltwirtschaftsforum (WEF) Ende Januar in Davos könnte es zu einem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Aussenminister Javad Zarif kommen. Der Konflikt zwischen den beiden Staaten rückt auch die Schweiz ins Scheinwerferlicht.
Dass Trump nach 2018 heuer zum zweiten Mal am WEF teilnehmen werde, hat seine Pressesprecherin nun bestätigt. Wie in den Vorjahren dürften auch Exponenten der iranischen Führungsriege nach Davos reisen.
Laut Medienberichten wurde die Teilnahme Zarifs erst nach der gezielten Tötung des iranischen Generalmajors Qasem Soleimani durch einen amerikanischen Drohnenangriff bestätigt. Gemäss amerikanischer Darstellung war Soleimani federführend bei der aggressiven Regionalpolitik Irans im Nahen Osten.
Dass die Zeichen im Konflikt zwischen den USA und Iran derzeit entgegen den Befürchtungen auf Deeskalation stehen, dazu hat offenbar auch die Schweiz beigetragen. Die beiden Konfliktparteien tauschten ihre Nachrichten über die Schweizer Botschaft in Teheran aus.
- Für die Briefträger-Dienste ist Markus Leitner, der Schweizer Botschafter in Teheran, verantwortlich. Wer dieser Mann ist, erfahren Sie im swissinfo.ch-Bericht von Kathrin Ammann und Balz Rigendinger.
- Weshalb der Auftritt Trumps am WEF in mehrerlei Hinsicht pikant ist, erläutert die NZZ.Externer Link (Paywall)
- Welche Mitglieder der Schweizer Regierung den US-Präsidenten in Davos treffen werden, darüber werweisst der BlickExterner Link.
- Als Trump 2018 nach der Ankunft in Davos über den tiefverschneiten Helikopter-Landeplatz in Begleitung der Bodyguards zu einer schwarzen Limousine marschierte, wurde er von SRFExterner Link gefilmt (Archiv).
Die aktuellen Temperaturen unter zehn Grad hindern den Tages-Anzeiger nicht daran, über das Leben in der Stadt Zürich im Sommer zu recherchieren. Eine «gigantische Klimaanlage» soll in Zukunft bei Hitzeperioden für Abkühlung in der Schweizer Metropole sorgen.
Motorisierter Verkehr, Abwärme von Klimaanlagen, wenig Grünanlagen und Luftzirkulation machen Städte in den heissen Tagen zu eigentlichen Glutöfen. Die grösste Schweizer Stadt will deshalb von ihrer Lage profitieren und das Tiefenwasser aus dem angrenzenden Zürichsee zum Kühlen nutzen.
«Coolcity» werde das 100-Millionenprojekt genannt, an dem ein Team von Energiespezialisten seit 18 Monaten arbeite. Geplant sei aber nicht nur die Nutzung des Seewassers zum Kühlen im Sommer, sondern auch zum Heizen im Winter.
- Weshalb das Potenzial des Klimaprojekts riesig sei, erläutert der Tages-AnzeigerExterner Link. (Paywall)
- Wie die Zürcher Gemeinde Thalwil das Dorfzentrum mit Seewasser heizen will, erfahren Sie in der Zürichsee-Zeitung.Externer Link (Paywall)
- Hitzeresistente Bäume zu pflanzen, ist eine andere Möglichkeit, die Temperaturen im urbanen Raum zu senken. Weshalb das leichter gesagt als getan ist, hören Sie bei SRFExterner Link.
- Als Zürich 37 Grad «Fieber» hatte, bot die Stadt für Senioren spezielle Dienste an, berichtete das Tagblatt der Stadt ZürichExterner Link.
Ein in der Schweiz verbotenes Insektizid werde in grossem Stil nach Brasilien exportiert, und zwar ausgerechnet vom Basler Agrokonzern Syngenta. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung im Auftrag von Public Eye.
Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation hat Syngenta im Jahr 2018 insgesamt 37 Tonnen Profenofos nach Brasilien exportiert. Die Substanz, die auf Schweizer Äckern schon seit 15 Jahren verboten ist, sei im Trinkwasser Brasiliens nachgewiesen worden, prangert die Organisation an.
«In einer von zehn Proben sind die nachgewiesenen Profenofos-Werte so hoch, dass das Wasser als untauglich für den Konsum in der Schweiz angesehen würde», sagte ein Sprecher von Public Eye ins Mikrofon des Westschweizer Radios RTS.
Langfristig könne die Substanz selbst in kleinen Mengen, insbesondere über das Trinkwasser, Hirnschäden verursachen. Besonders gefährdet seien Kinder, deren Gehirn sich noch in der Entwicklung befinde.
- Den Bericht über die Resultate der Untersuchung finden Sie hierExterner Link.
- Seine Produkte würden überall auf der Welt überwacht, erklärte der Basler Chemiekonzern auf Anfrage des Westschweizer Radios RTSExterner Link.
- Schon im April 2019 wurde Syngenta in MedienberichtenExterner Link kritisiert, im Geschäft mit hochgefährlichen Pestiziden von schwachen Regulierungen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu profitieren.
- Syngenta nimmt noch stärker chinesische Züge an, berichtet die NZZExterner Link.
Nach der Wahlniederlage war es um die Schweizerische Volkspartei (SVP) während längerer Zeit ruhig. Nun macht die grösste Partei der Schweiz mit der Frage von sich reden, wer die Nachfolge von Parteipräsident Albert Rösti übernimmt.
Einige Medien nehmen die bevorstehende Stabübergabe zum Anlass, um über den abtretenden Präsidenten Bilanz zu ziehen. Dabei stellen sie fest, dass Rösti wenige Erfolge und einige Niederlagen zu verzeichnen habe.
Der neue Präsident oder die neue Präsidentin wird eine Partei übernehmen, die derzeit mit mehreren Baustellen zu kämpfen hat. Deshalb dränge sich im Moment niemand so richtig auf. Es herrsche das grosse Zaudern.
- Welche Ziele Albert Rösti am SVP-Neujahrsapéro seinen Parteikolleginnen und -kollegen für die neue Legislatur auf den Weg gibt, nimmt die Basler ZeitungExterner Link vorweg. (Paywall)
- Bauer oder Banker? Wer die besten Chancen hat, Röstis Nachfolge anzutreten, analysiert die NZZExterner Link. (Paywall)
- Der BlickExterner Link will wissen, wie der neue SVP-Präsident sein muss.
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Nein, in der Schweiz werden nicht die meisten Frauen nach der Geburt ihrer Kinder Hausfrauen. War Ihnen das bewusst?
Richtig oder falsch? SWI swissinfo.ch hat Klischees über die Schweiz, die von Leserinnen und Lesern zur Sprache gebracht wurden, einem Faktencheck unterzogen. Über die Feiertage haben wir auf Social Media ein Quiz durchgeführt und Ihnen dazu Fragen gestellt. Wir haben Ihre Antworten ausgewertet:
So waren 56 Prozent der Quizteilnehmer der Meinung, dass die meisten Schweizer Mütter nach der Geburt ihrer Kinder nicht mehr zurück zur Arbeit gehen. Das stimmt so aber nicht: Während 1991 rund 40 Prozent der Mütter nicht ausser Haus arbeiteten, bleiben heute nur noch etwa 20 Prozent zu Hause.
- Die Auswertung der Antworten der Quiz-Teilnehmenden und was richtig oder falsch war, erfahren Sie hier.
- Wie ist es in der neuen Heimat der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer geregelt? Unsere Debatte: Wer schmeisst den Haushalt?
- Job und Kinder: Wieso es für Schweizer Mütter hohe Hürden sind.
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