Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Das Klima in Davos könnte besser sein: Die USA lassen die Schweiz länger als erhofft auf ein Handelsabkommen warten. Sie haben andere Prioritäten.
Herzliche Grüsse aus Bern
Ein alter weisser Mann. Eine mahnende Jugendliche. Die Bundespräsidentin. Dieses «Dreigestirn» bestimmte den ersten Tag des Weltwirtschafts-Forums in Davos. Thema neben dem Klima: Ein Handelsabkommen Schweiz-USA.
Die Schweiz hatte sich Grosses erhofft vom Treffen zwischen Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und US-Präsident Donald Trump. Doch nun erscheine das angestrebte Freihandelsabkommen mit den USA weiter entfernt denn je, wie SRF News schreibt.
Ein solches Abkommen stehe nicht zuoberst auf der Agenda des US-Handelsbeauftragten, zitiert SRF News einen Experten. Der Schweiz sei es noch immer nicht gelungen, das Interesse der USA an einem Freihandels-Abkommen wirklich zu wecken.
Ein Handelsabkommen bleibe auf beiden Seiten auf dem politischen Radar, «allerdings mit divergierender Dringlichkeit», schreibt die Neue Zürcher Zeitung. «Von Verhandlungen scheinen beide Seiten noch weit entfernt zu sein.» Immerhin: Etwas Lob erhielt die Schweiz für die Guten Dienste in der aktuellen Krise mit Iran.
- Der Artikel auf SRF NewsExterner Link.
- Einschätzung der Neuen Zürcher ZeitungExterner Link (Paywall).
- Auch Bluewin.ch berichtete über das Treffen Sommaruga-TrumpExterner Link.
Zahlreiche Teilnehmende des WEF reisten mit dem Privatjet an. Nicht gerade im Sinn der Organisatoren, die dieses Jahr dem Klimawandel den Kampf angesagt haben.
Weniger CO2. Für dieses Ziel hat sich auch das Weltwirtschafts-Forum ausgesprochen. Das WEF gibt sich dieses Jahr besonders grün. Fragwürdig ist in diesem Zusammenhang, dass sich viele der Mächtigen im Privatjet nach Davos fliegen lassen.
Der Schweizer Mario Huber lancierte die Initiative BanPrivateJets.org. Er möchte damit eine Diskussion anstossen zur Frage, wie das Fliegen auf sozialverträgliche Weise eingeschränkt werden kann. swissinfo.ch öffnet regelmässig seine Spalten für ausgewählte Gastbeiträge von Experten, Entscheidungsträgern und Beobachtern.
In seinem Standpunkt auf swissinfo.ch betont Huber: «Kein anderes Verkehrsmittel verbrennt solche Mengen an fossilem Brennstoff zum Nutzen so weniger Menschen wie Privatjets.» Huber spricht sich deshalb für ein Privatjet-Verbot aus.
- Ist Hubers Forderung zu radikal? Lesen Sie den Standpunkt von Mario Huber auf swissinfo.ch.
- Gemäss einer Studie verursachen Geschäftsflugzeuge unverhältnismässige Klimaschäden, wie der Aero TelegraphExterner Link im November schrieb.
- Ein Verbot von Privatjets fordern auch die Jungen Grünen in der Schweiz, berichtete der BlickExterner Link.
Sie wollten auf der grünen Welle mitreiten. Und trotzdem Nervenkitzel bieten. Nun hat die Schweizer Veranstalterin der Formel-E ihre Bilanz deponiert. Die Autorennen mit Elektroflitzern waren ein Verlustgeschäft.
Letzten Juni noch surrten die E-Boliden durch Bern. Nun ist die Swiss E-Prix Operations AG am Ende. Die Firma werde gemäss einem Urteil von vergangener Woche im Rahmen eines Konkursverfahrens liquidiert. Das bestätigte die Pressestelle gegenüber der Berner Zeitung.
Noch vor drei Monaten hoffte man, die Finanzprobleme bereinigen zu können. Viele Kleinbetriebe, die beim letzten Rennen in Bern Arbeiten verrichtet haben, würden auf den Rechnungen sitzen bleiben. Man habe mit den Hauptgläubigern «leider keine Lösung gefunden», zitiert SRF News einen Sprecher der Veranstalterin der Formel-E.
Die Promotoren der Elektro-Rennen in der Schweiz wollen aber nicht aufgeben. Gemäss SRF News haben sie bereits eine neue Firma eintragen lassen. Nach Zürich 2018 und Bern 2019 möchten die Veranstalter ein weiteres Rennen durchführen. Dabei sollten sich aber die betreffende Stadt und auch der Kanton finanziell beteiligen.
- Der Artikel in der Berner ZeitungExterner Link (Paywall).
- Die Berner Zeitung weiss unter anderem von einer Oberaargauer Firma, die vermutlich eine halbe Million Franken ans Bein streichenExterner Link muss.
- Bericht von SRF NewsExterner Link.
Ein Schaufenster des Schweizer Films. Das sind die Solothurner Filmtage, die ab heute Abend über die Bühne gehen.
Die Geschicke der Solothurner Filmtage liegen seit dieser Ausgabe in den Händen der neuen Direktorin Anita Hugi, die zuvor unter anderem auch bei Fernsehen SRF gearbeitet hat. Mein Kollege Eduardo Simantob traf Hugi in Solothurn zu einem Gespräch über das diesjährige Programm.
Der Eröffnungsfilm könnte zu einem Knüller werden. Ähnlich wie der Kultfilm «Die Schweizermacher» ist «Moskau Einfach!» von Micha Lewinsky eine fiktive Komödie über ein Thema, das die Schweiz lange Zeit beschäftigte. In diesem Fall geht es um den Fichenskandal.
Schweizer Filme sprächen aber auch unbequeme Themen an und stellten indiskrete Fragen, hält Hugi fest. Sie hat für ihre Auswahl über 600 Filme angeschaut. Und freut sich, dass die Filmtage dieses Jahr ein Programm praktisch im Verhältnis 50:50 zwischen Regisseurinnen und Regisseuren zeigen kann.
- Die Vorschau meines Kollegen Eduardo auf die diesjährigen Solothurner Filmtage.
- Das Lokalblatt, die Solothurner Zeitung, ging mit Hugi auf einen Rundgang durch die verschiedenen Spielstätten in der StadtExterner Link.
- Interessiert an einem Besuch? Das ganze Programm finden Sie auf der Website der Solothurner FilmtageExterner Link.
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