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Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer

Mir scheint, etwas liegt in der Luft. Stehen wir vor grossen Umbrüchen? Wenn man Schweizer Zeitungen liest, könnte man diesen Eindruck gewinnen.

Herzliche Grüsse

Mann mit Buch
Keystone / Laurent Gillieron

Keine Angst, ich tische Ihnen keine Verschwörungstheorie auf, wenn ich vom «Great Reset» schreibe. Mir geht es vielmehr um Klaus Schwab, das WEF und die Umbrüche, die in der Luft liegen.

Heute beginnt das diesjährige Weltwirtschaftsforum (WEF) – wegen Corona rein virtuell unter dem Namen «Davos Agenda». Das Jahr 2021 werde entscheidend sein für die Zukunft der Menschheit, sagte WEF-Gründer Klaus Schwab in einer Ankündigung.

Wie nach dem Zweiten Weltkrieg müssten wir den Neuanfang nach der Katastrophe nutzen, um Gesellschaft und Wirtschaft neu auszurichten, schreibt Schwab zudem in einem Gastbeitrag im Tages-Anzeiger.

Die Nachrichten sind tatsächlich beunruhigend: Der Tages-Anzeiger schreibt heute, wegen Corona steige die globale Armut dramatisch an. Gleichzeitig stiegen die Börsenkurse, die Pandemie verschärfe also die Ungleichheit.

Beny Steinmetz
Keystone / Martial Trezzini

Ein historisches Urteil: Der israelische Rohstoffhändler Beny Steinmetz ist von einem Genfer Gericht wegen Korruption im westafrikanischen Guinea zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Der heute 64 Jahre alte Steinmetz ist mit dem Abbau von Eisenvorkommen in Guinea reich geworden. Die Schürfrechte hat er sich laut Gerichtsurteil durch Bestechung fremder Amtsträger und Urkundenfälschung ergaunert.

Steinmetz wohnte bis 2016 in Genf. Deshalb konnte ihm die Genfer Justiz den Prozess machen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Steinmetz hat angekündigt, das Urteil weiterzuziehen.

Historisch ist das Urteil, weil die Schweizer Justiz jemanden für komplexe Korruptionsvorgänge im Ausland zur Rechenschaft zieht. Steinmetz muss zudem eine Kompensationszahlung von 50 Millionen Franken leisten.

Heidi auf verschiedenen Sprachen
Keystone

Die Mehrsprachigkeit in der Schweiz nimmt zu: Sieben von zehn Schweizerinnen und Schweizern verwenden regelmässig mehr als eine Sprache im Alltag.

Der Anteil der Mehrsprachigen hat 2019 gegenüber 2014 leicht zugenommen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte.

68 Prozent der Jugendlichen und Erwachsenen verwenden mindestens ein Mal pro Woche mehr als eine Sprache. 38 Prozent brauchen regelmässig zwei Sprachen, 21 Prozent deren drei, 6,4 Prozent vier und 1,7 Prozent fünf oder mehr Sprachen. 32 Prozent verwenden nur eine Sprache.

Eine Erklärung für die Zunahme hat das BFS nicht. Eine naheliegende Vermutung lautet aber: Der gestiegene Ausländer-Anteil könnte die Zunahme erklären, weil Migrantinnen und Migranten nebst der Sprache vor Ort auch ihre Muttersprache verwenden.

Niqab
Keystone / Gian Ehrenzeller

Die Burka erhitzt in der Schweiz die Gemüter. Am 7. März stimmen wir über ein Verbot ab. Meine Kollegin Katy Romy hat einen Befürworter und eine Gegnerin der «Burka-Initiative» interviewt.

Meine Kolleg*innen und ich haben schon etwas geschmunzelt, dass ausgerechnet während der Corona-Pandemie – in der wir alle fast täglich eine Gesichtsmaske tragen – über ein Gesichtsverhüllungsverbot abgestimmt wird.

Aber die Frage ist ernst: Kann dem radikalen Islam Einhalt geboten werden, indem Burka und Niqab verboten werden? Soll die Schweiz Ländern wie Frankreich, Belgien und der Niederlande folgen?

Ja, findet SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor. «Wir wollen uns nicht an der Unterdrückung von Frauen in unserem Land mitschuldig machen.» Nein, findet hingegen Grünen-Nationalrätin Greta Gysin. Kleiderverbote seien weder liberal noch feministisch.

Mehr

Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Giannis Mavris

Braucht die Schweiz ein Burkaverbot?

Am 7. März stimmt die Schweiz über die Initiative zum Verbot der Burka und des Niqab im öffentlichen Raum ab. Teilen Sie Ihre Überlegungen mit uns.

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