Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Wie viele meiner Landsleute bin auch ich dieses Jahr so viel durch die Schweiz gewandert wie wohl noch nie zuvor. Die Hilfe der Bergretter musste ich dabei zum Glück nie in Anspruch nehmen. Dafür nun die Hilfe meiner Schuhmacherin, die hoffentlich das Loch flicken kann, das ich letzte Woche in meinen Wanderschuhen entdeckt habe.
Herzliche Grüsse aus Bern
Letztes Jahr mussten in den Schweizer Bergen so viele Menschen gerettet werden wie noch nie.
Im Corona-Jahr 2020 haben die Schweizerinnen und Schweizer ihre Heimat entdeckt. Und weil in der Schweiz die Bergwelt als besonders sehenswert gilt, haben sich offenbar viele von ihnen in die «Höger» (so sagen wir in Bern den Bergen) aufgemacht.
Mit Folgen: Gemäss Schweizer Alpen-Club (SAC) mussten letztes Jahr fast 3500 Menschen in den Bergen aus einer misslichen Lage gerettet werden – so viele wie noch in keinem Jahr davor. Das berichtet die Pendlerzeitung «20 Minuten».
Besonders im Mai, als der erste Lockdown vorbei war, zog es die Menschen offensichtlich in die Höhe. Es kam zu über 250 Bergrettungen. Zum Vergleich: Im Mai 2019 mussten die Rettungskräfte nur 87 Mal ausrücken.
- Lesen Sie den ganzen Artikel auf 20-Minuten-OnlineExterner Link.
- Er weiss, wie man sich in den Bergen bewegt: Tamedia interviewt den Extrembergläufer Kilian JornetExterner Link.
- Reiseanbieter setzen auf Berge statt Meer, wie das Fachmagazin About Travel berichtetExterner Link.
- Keine Gefahr droht Reisenden, die sich Damien Hirsts Werkschau im Bergort St. Moritz anschauen.
Der Jurakonflikt, der die Schweiz nahe an eine bewaffnete Auseinandersetzung gebracht hat, beschäftigt das Land einmal mehr.
Die Briten haben Nordirland, die Spanier das Baskenland und die Berner den Jura. Doch während die Separatisten auf Irland und der iberischen Halbinsel ihren Kampf zeitweise sehr blutig ausgefochten haben, gingen in der Schweiz zwar die Emotionen hoch, nicht aber die Zahl der Toten.
1979 erfolgte zwar die Abspaltung des Kantons Jura von Bern, doch ganz ausgestanden ist der Konflikt bis heute nicht. Die Jurafrage interessiert weit über die Kantonsgrenzen hinaus. Besonders im Moment, da die Stadt Moutier einmal mehr darüber abstimmt, ob sie auch künftig zu Bern gehören, oder doch lieber zum Kanton Jura wechseln will.
Nachdem die Abstimmung von 2017, die mit einem knappen Ja für den Wechsel ausging, von der Justiz annulliert wurde, steht nun viel auf dem Spiel. Oder wie es mein ehemaliger Arbeitskollege Simon Thönen in seinem Artikel von heute ausdrückt: «Sollte es erneut nicht gelingen, ein unanfechtbares Ergebnis zu erzielen, wäre dies eine Blamage für die ganze Schweiz, die sich so gerne als demokratisches Musterland sieht.»
- «Wut und Militanz waren auf beiden Seiten gross, Gewalt lag in der Luft», schreibt «Der Bund» und erklärt, warum es trotzdem nicht zur grossen Explosion kamExterner Link. (Paywall)
- Was bisher geschah: 2009 hat die Tageszeitung eine Timeline zum KonfliktExterner Link erstellt.
- Bund und Kantone bereiten die Abstimmung vom 28. März akribisch vor, wie Sie in unserem Beitrag erfahren.
- Der Jurakonflikt in der RückblendeExterner Link. Die Kollegen von SRF News zeigen, wie nahe die Schweiz einem bewaffneten Konflikt stand.
- Könnte der Schweizer Föderalismus ein Vorbild sein für ein vereintes Israel-Palästina? Wir sind der Frage nachgegangen.
Die Zementproduktion verursacht mehr CO2 als der gesamte Flugverkehr und die Handelsschifffahrt zusammen. Das soll sich ändern.
Die Schweiz ist ein Zementland. Nicht nur sitzt hier einer der grössten Zementproduzenten der Welt, LafargeHolcim, der Pro-Kopf-Verbrauch von Zement ist in der Schweiz auch mehr als doppelt hoch wie in den USA, Brasilien oder Frankreich.
Das ist ein Problem. Denn die Produktion des Baustoffs ist für 8% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Doch die Branche gelobt Besserung. Bis 2050, so das Ziel der World Cement and Concrete Association, soll die Industrie klimaneutral arbeiten.
Auf dem Weg dorthin könnte auch eine Erfindung aus der Schweiz helfen: Ein an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne entwickelter Zement reduziert die CO2-Emissionen um 40%. Die Schweizer Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) arbeitet zudem an der Entwicklung eines Zements auf Magnesiumbasis, der sogar Kohlendioxid aus der Atmosphäre binden kann.
- Mein Kollege Luigi Jorio hat die Branche und ihre Pläne unter die Lupe genommen.
- Aus Zement respektive Beton wurden in der Schweiz schon spektakuläre Bauten errichtet, wie die aktuelle «Bauen in Beton»-AusgabeExterner Link der Marketingagentur Betonsuisse zeigt.
- In Sachen CO2 ist die Schweiz keine Musterschülerin, wie unser Beitrag aufzeigt.
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Der Immobilienfachmann Renato Visetti und die Ärztin Anne Spoerry haben eines gemeinsam: Sie sind Teil der Fünften Schweiz.
Im Podcast «Die Fünfte Schweiz» lässt das Schweizer Radio SRF1 regelmässig Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer zu Wort kommen. Quer durch alle Länder, Berufe und Lebenssituationen erzählen sie von ihrem Alltag.
Heute erfahren Sie von Renato Visetti, wie er sich in über dreissig Jahren in der Dominikanischen Republik ein kleines Immobilienimperium aufgebaut hat. Beim aus dem Zürcher Oberland stammenden gelernten Antik-Möbelschreiner haben auch schon Hollywoodstars wie Mel Gibson und Richard Gere angeklopft.
Hier gehts zum Podcast:
Eine aufregende Geschichte hätte auch die Auslandschweizerin Anne Spoerry meinen Kolleginnen und Kollegen beim Radio erzählen können. Die Ärztin hat bis zu ihrem Tod im Jahr 1999 beinahe fünfzig Jahre lang in Kenia gearbeitet. Mit ihrer Propellermaschine flog sie in die entlegensten Ecken des Landes. Doch die Schweizerin hatte auch ein dunkles Geheimnis.
- Den Podcast «Die Fünfte Schweiz» finden Sie hierExterner Link,
- das ganze Gespräch mit Renato Visetti hierExterner Link
- und die aufregende Geschichte von Anne Spoerry hier.
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