Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Zwei Schweizer Schnösel zockten in der Pandemie halb Europa um Hunderte von Millionen ab – mit Ramsch-Masken. Auch Deutschland und die Schweiz. Wir gehen dem "Rätsel" auf den Grund.
Herzliche Grüsse aus Bern
Zwei junge Schweizer zockten in der ersten Corona-Welle Regierungen in Europa ab – mit Schutzmasken von zweifelhafter Qualität. Wie schafften sie das?
Kaum brach Anfang 2020 die Corona-Pandemie auch in Europa los, setzten die Behörden in vielen Ländern zur Flucht nach vorn an: Sie kauften Schutzmasken ein, woher auch immer.
Zwei blutjunge Zürcher knackten sozusagen den Jackpot: Weil sie über Beziehungen nach China verfügten, konnten sie auf die Schnelle liefern.
Aber zu überrissenen Preisen und – weit schlimmer – auch in mangelhafter Qualität. Spanien, Deutschland und auch die Schweiz setzten so Hunderte von Millionen Franken in den Sand.
Hallo, wie konnte dies geschehen? Meine Kollegin Petra Krimphove aus Berlin hat sich angeschaut, was in Deutschland damals passierte. Es geht um Parteienfilz und ja, um Korruption.
- Teure China-Masken aus der Schweiz
- Schweiz als Drehscheibe für Masken-Deals – Achtung, der Ruf des Landes könnte Schaden nehmen.
- Schutzmasken für alle: Schweizer demokratisieren die Produktion – die Schweizer Alternative für eine dezentral produzierte, nachhaltige und zertifizierte Schutzmaske.
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Ein Geschäftsmann aus Burkino Faso will Geld von der Schweiz – viel Geld.
Die Deals von Inoussa Kanazoé waren verdächtig. Die Genfer Staatsanwaltschaft ermittelte gegen seine dort ansässige Firma wegen überteuerten Preisen, Geldwäscherei und der Fälschung von Dokumenten.
Ein Firmenkonto Kanazoés mit 33 Mio. Franken wurde gesperrt. Jetzt kehrt dieser den Spiess um und verlangt volle Entschädigung.
Die Volksinitiative ist das Tafelsilber der Demokratie Schweiz. Die sogenannte Korrekturinitiative zeigt, weshalb.
Treibt es die Schweizer Regierung zu bunt, klopft ihr das Volk auf die Finger – mit einer Volksinitiative. Zwar kommt nur jede zehnte in einer Abstimmung durch. Dann wird die Verfassung geändert. Doch das Entscheidende geschieht oft vorher. Viel vorher.
2018 lockerte der Bundesrat die Restriktionen für den Export von Kriegsmaterial. Sofort meldeten sich Empörte und drohten mit einer Initiative, um der Regierung solcherlei Kompetenzen wegzunehmen.
Die Regierung krebste zurück, noch bevor die erste der nötigen 100’000 Unterschriften gesammelt war. Dann aber ging die Debatte erst so richtig hoch – im Schweizer Parlament. Was dort alles passiert ist, gerade auch in der aktuellen Sommersession, analysiert mein Kollege Urs Leuthard von der SRF-Bundeshausredaktion.
Korrektur-Initiative: Ein Lehrbeispiel der direkten DemokratieExterner Link
«Korrektur-Initiative steht ziemlich sicher vor Rückzug»Externer Link – der Schlüsselbegriff in der Parlamentsdebatte lautet Gegenvorschlag.
Schweiz hat 2020 einen neuen Waffenexport-Rekord aufgestellt – hierhin ging das MaterialExterner Link – Bericht von watson.ch
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Volksinitiative II: Die Hornkühe sind wieder losgelassen, und mit ihnen ihr Pate Armin Capaul.
Was hatte diese Abstimmung 2018 im In- und Ausland für Reaktionen provoziert: von Lächerlichmachen der Demokratie bis Paradestück der Macht des Volkes war alles dabei.
Ich zähle mich klar zum zweiten Lager, denn die Forderung, dass Bauern, die ihren Kühen die Hörner belassen, Bundesgelder erhalten sollen, ist einerseits eine Forderung zur Respektierung des Tierwohls. Und dieses rückt immer mehr ins Zentrum unserer Lebensweise.
Andererseits war es eine Volksinitiative, wie man sie sich klassischer nicht denken kann: Ein einzelner Bürger, bisher völlig unbekannt, also ein David, nimmt es mit Regierung und Parlament auf, also Goliath.
Zwar hat Capaul die Abstimmung mit gut 45% Ja ehrenvoll verloren. Aber weil im neuen Agrarprogramm der Regierung die «Hornkuh» erneut kein Thema ist, droht der 70-Jährige mit Nr. 2, die er in «Naturkuh-Initiative umbenannt hat.
Die Hornkühe und ihr Schutzbauer sind wieder zurück im ParlamentExterner Link
Ein «Indianer» als Glücksfall für die Schweizer Demokratie – mein Besuch auf dem Hof von Armin Capaul.
Bergbauer, Hippie, Hornkuh-Rebell: Das Phänomen Armin CapaulExterner Link; seine Kühe kennen Jimi Hendrix – Bericht mit dem legendären Video der NZZ (Paywall)
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