Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizys (mehr dazu im zweiten Beitrag)
Ein gänzlich coronafreies Briefing gibt's heute für Sie. Und Good News: Ein in der Schweiz entwickelter Wirkstoff soll den Krankheitsverlauf von Alzheimer mildern.
Herzliche Grüsse aus Bern
Eine in der Schweiz entwickelte Alzheimer-Therapie wird in den USA zugelassen.
«Dieser Tag wird in die Medizingeschichte eingehen», kommentiert heute die Handelszeitung. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, hat ein in der Schweiz entwickelter Wirkstoff gegen Alzheimer der Firma Biogen in den USA die Zulassung erhalten.
«Aducanumab» heisst das Medikament, von dem sich so viele so viel versprechen. Es soll nicht nur die Symptome von Patientinnen und Patienten (oder Patientys, siehe nächster Beitrag) lindern, sondern sogar den Krankheitsverlauf abbremsen können. Es wäre damit das erste Mal, dass ein Medikament bereits an diesem Punkt eingreifen kann.
In den USA führte die Zulassung allerdings zu einer Polemik. Denn die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA setzte sich damit über die Empfehlung ihrer externen Beratungskommission hinweg. Und zahlreiche Fachleute seien der Meinung, dessen Wirkung sei «höchstens bescheiden». Trotzdem sprechen viele von einem «Durchbruch».
- Der Artikel in der Neuen Zürcher ZeitungExterner Link (Paywall).
- Der Kurzkommentar in der HandelszeitungExterner Link (Paywall).
- Einige HintergrundinformationenExterner Link auf der Website der Stiftung Alzheimer Schweiz.
Gendern: Diskriminierend oder inklusiv? Die Debatte ist hitzig.
Liebe Leser*innen, liebe UserInnen, liebe Abonent:innen, liebe Nutzys. Ups, jetzt habe ich den Gender-Unterstrich als weitere Möglichkeit vergessen… Sie merken, auf Deutsch es ist nicht einfach, Männer, Frauen und nicht-binäre Personen in eine sprachlich korrekte Form zu bringen. Genderneutrale Sprache ist gegenwärtig ein heisses Thema, nicht nur in der Schweiz.
Seit ich 2002 bei swissinfo.ch angefangen habe, wurde uns geschlechtsneutrale Sprache ans Herz gelegt. Ich habe mich, liebe Leserinnen und Leser, immer dieser Form oder dann der «Leserschaft» bedient. Denn wie viele andere auch störte mich die «anti-ästhetische Natur» der neuen Sprachformen des inklusiven Schreibens.
In Umfragen kommen die neuen Formen der Inklusion im geschriebenen Deutsch «ausgesprochen schlecht an», wie mein Kollege Domhnall O’Sullivan schreibt. Dabei stellt sich die Frage, ob «korrekte Sprache» gesetzlich vorgeschrieben werden kann. Und, ob gendern diskriminierend ist oder inklusiv.
- Wie politisch über die genderneutrale Sprache in der viersprachigen Schweiz debattiert wird, lesen Sie im ausführlichen Artikel von Domhnall.
- Aus Österreich, genauer gesagt vom Künstler Hermes Phettberg, kommt der Vorschlag mit einem y am Schluss, das die geschriebene Sprache flüssiger machen soll. Er nutzt diese Form in seinen Kolumnen übrigens bereits seit 30 Jahren, wie der DeutschlandfunkExterner Link und Stern.de berichtenExterner Link.
- Ein interessantes Gespräch über genderneutrale Sprache finden Sie auch bei SRF KulturplatzExterner Link.
Mehr
Was ist jüdische Identität? Dieser Frage will ein Filmfestival in Zürich nachgehen.
«Yesh!» – so heisst das Festival über «Neues aus der jüdischen Filmwelt», das gegenwärtig bereits zum siebten Mal in Zürich stattfindet. Dieses Jahr steht die Frage nach der jüdischen Identität im Zentrum der Filmtage, wie mein Kollege Eduardo Simantob berichtet.
Doch die Machys (siehe obiger Beitrag) lassen dabei die Palästinenserinnen und Palästinenser nicht ausser Acht. So zeigen sie beispielsweise den Erfolgsfilm «Gaza mon amour» der Zwillingsbrüder Arab und Tarzan Nasser.
Natürlich setzen sich viele der Filme als Dokumentationen und Biografien mit der jüdischen Geschichte des 20. Jahrhunderts auseinander. So ist etwa auch der Schweizer Schauspieler Bruno Ganz als Holocaust-Überlebender in seinem letzten Film zu sehen. Gezeigt werden aber auch Komödien, Thriller und ein Horrorfilm.
- Den Überblick von Eduardo über das Festival «Yesh!» mit zahlreichen Trailern finden Sie hier.
- Neben dem realen ist pandemiebedingt auch ein virtueller Besuch des Festivals möglich, wie «Yesh!» auf seiner WebsiteExterner Link festhält.
Zum Schluss noch etwas Sport: Ein Interview mit Marc Rosset über Roger Federer.
Er wäre im Achtelfinal von Paris gewesen. Doch Roger Federer zog sich zurück. Aus gesundheitlichen Gründen, um keine Verletzung zu riskieren, wie er sagte. Dafür musste der King viel Kritik einstecken.
Doch dies sei ein spezieller Fall, urteilt sein einstiger Weggefährte Marc Rosset in den Publikationen der Tamedia-Gruppe. «Wenn du nach 15 Monaten und zwei Knieoperationen zurückkommst, mit 39, wohlgemerkt, ist das ja wohl ein spezieller Fall.» Unter den gegebenen Umständen sei dieser Rückzug «völlig verständlich» gewesen, so Rosset. Zumal Federer in seiner langen Karriere erst dreimal Forfait gegeben habe.
«Champions wie er ticken anders als wir. Die kann man nicht mit normalen Massstäben messen», sagt Rosset weiter. Und der ehemalige Topspieler geht sogar so weit, zu sagen: «Ich glaube, dass er nochmals einen Grand-Slam-Titel gewinnen kann, wenn er sich gut fühlt und top vorbereitet ist.»
- Das Interview mit Marc Rosset in Der BundExterner Link (Paywall).
- So berichtete Eurosport.deExterner Link über den Rückzug Federers von Roland-Garros.
- Viele Kommentare generierte dieser Artikel im Blick über Federers Rückzug aus dem TurnierExterner Link.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards